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Teufen plant Ausbau des Glasfasernetzes: Auch auf dem Land schnell surfen

In Teufen soll das Glasfasernetz in den Aussenquartieren ausgebaut werden. Viele Ausserrhoder profitieren bereits von der Technologie.
Alessia Pagani

Die Gemeinde Teufen will weitere 2,3Millionen Franken in den Ausbau des Glasfasernetzes investieren. Damit sollen die Liegenschaften ausserhalb der Bauzone erschlossen werden. Die dünnen Kabel für schnelles Internet sollen in jeden Haushalt gezogen werden. In den Jahren 2012 bis 2014 ist in den dicht besiedelten Gebieten bei 962 Liegenschaften bereits ein Glasfasernetz installiert worden. Der Investitionskredit wird dem Volk am 24. November zum Beschluss vorgelegt.

Teufen hätte mit der weiteren Ausbauetappe ein flächendeckendes Glasfasernetz auf dem gesamten Gemeindegebiet. Für Gemeindepräsident Reto Altherr stellt dies in der heutigen Zeit ein Grundbedürfnis sowie einen Standortvorteil dar. «Wir wollen der Teufner Bevölkerung grundsätzlich eine gute Infrastruktur bieten. Gerade bei jungen Menschen gehört schnelles und jederzeit nutzbares Internet einfach dazu und wird verlangt.» Der Wunsch nach einem flächendeckenden Glasfasernetz sei denn auch mehrfach aus der Bevölkerung an die Gemeinde herangetragen worden, weshalb diese Verhandlungen mit den Anbietern aufgenommen hätte.

Bei Aussengebieten trägt Gemeinde grössten Kostenanteil

Bei der Realisation des flächendeckenden Glasfasernetzes in Teufen waren die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) federführend. Gemeinsam mit der Swisscom hat sie bis anhin rund 11 Millionen Franken investiert. Die beiden Unternehmen finanzieren die Erschliessung von Aussenquartieren nur dann, wenn eine Gemeinde den wesentlichen Kostenanteil trägt. Im Projekt sind Rückzahlungen von rund 220000 Franken an Grundeigentümer in der Bauzone enthalten, welche für die Erschliessung bereits gezahlt haben. Damit soll die Gleichbehandlung gewahrt werden.

Der Ausbaustandard in der Mittelländer Gemeinde – das direkte Erschliessen der Wohnungen – wird Fiber to the Home (FTTH) genannt. Demgegenüber gibt es andere Varianten, bei denen die Glasfaserkabel vor den Gebäuden enden. Auf den letzten Metern kommt das bestehende Kupferkabel zum Einsatz. Im Gegensatz zur FTTH-Methode mit Übertragungsraten von 1000 Megabites pro Sekunde (Mbit/s) lassen sich so Bandbreiten von bis zu 500 Mbit/s realisieren. Gemäss Sabrina Hubacher, Mediensprecherin der Swisscom, wird dieser Ausbaustandard vor allem in ländlichen und suburbanen Gebieten bevorzugt. «Man muss die Zahlen immer dem tatsächlichen Bedarf gegenüberstellen.» Übertragungsraten von 100 bis 500 Megabits pro Sekunde sei für «normale» Privatkunden meist ausreichend. Die Trendforschung gehe davon aus, dass ein Vierpersonenhaushalt im Jahre 2020 rund 80 Mbit/s benötigt, um gleichzeitig Digital-TV, Streamingangebote, Cloud-Dienste und normales Internetsurfen nutzen zu können, so Hubacher. Ein weiterer Vorteil seien die Kosten. «Diese sind dreimal kleiner als bei der Erschliessung der Nutzungseinheiten mit FTTH. So geht auch die Wirtschaftlichkeitsrechnung in ländlichen Gebieten auf», so Hubacher.

Datensicherheit und Verbreitung als Pluspunkt

In Ausserrhoden sind seitens SAK 14 Gemeinden mit die FTTH-Standard gemäss Bakom-Modell mit Glasfasern erschlossen. Namentlich sind dies Bühler, Gais, Heiden, Herisau, Hundwil, Lutzenberg, Schwellbrunn, Speicher, Stein, Teufen, Trogen, Wald, Waldstatt und Walzenhausen. Die SAK betreibt ein sogenanntes Open Access Netz, was bedeutet, dass auch andere Provider ihre Dienste anbieten können. Abgesehen von Speicher und Stein ist in den oben genannten Gebieten auch die Swisscom mit Glasfaserangeboten vertreten. Diese will Dienstleistungen bis 2021 in sämtlichen Gemeinden anbieten. Und auch Cablecom ist als Player im Ausserrhoder Markt aktiv und hat 14 Gemeinden ans Netz angeschlossen. So verbleiben einzig die Gemeinde Schönengrund und Wolfhalden, welche bis zum jetzigen Zeitpunkt kein flächendeckendes Glasfasernetz für die private Nutzung haben.

Einer der grössten Nutzer des Ausserrhoder Glasfasernetzes ist die AR Informatik AG, welche unter anderem sämtliche Informatikdienstleistungen für die kantonalen und kommunalen Institutionen anbietet. Gemäss deren CEO, Johannes Dörler, wird das Netz trotz aufkommender 5G-Technologie weiter ausgebaut. Dies habe gute Gründe. Dörler nennt als wichtigsten die Datensicherheit. «Die Glasfasertechnologie ist zudem weniger störanfällig und bietet eine Übertragung mit sehr geringen Verzögerungen.» 5G hingegen hat noch nicht die Verbreitung, welche sie für das Kantonsnetz bräuchten, so Johannes Dörler.

Hinweis

Orientierungsversammlung zum Ausbau des Glasfasernetzes am 6. November, 19.30 Uhr, im Lindensaal in Teufen.

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