Atmosphäre der Holzbrücke

Am Samstag hat auf der Brunnödliger Holzbrücke das 16. Bruggekino stattgefunden. Gezeigt wurden Kinderfilme. Yvonne Naef ist Sprecherin und erklärt, wie es hinter der Leinwand aussieht.

Michael Hug
Drucken
Teilen
Die Organisatoren: Anny Bleiker, Yvonne Naef, Monika Schwitter und Rolf Maag (von links). (Bild: Michael Hug)

Die Organisatoren: Anny Bleiker, Yvonne Naef, Monika Schwitter und Rolf Maag (von links). (Bild: Michael Hug)

Frau Naef, wie verlief das diesjährige Bruggekino?

Yvonne Naef: Es verlief wieder gut, wie in den letzten Jahren auch schon. Zweimal eine volle Brücke, das ist doch ein Erfolg.

Was ist das Besondere am Bruggekino?

Naef: Es ist halt ein Geheimtip. Es ist die besondere Atmosphäre einer geschlossenen Holzbrücke, es ist heimelig, es ist gemütlich und es ist bei jedem Wetter schön hier drin. Es ist nicht zu vergleichen mit einem Open-Air-Kino, es ist wettersicher. Es ist klein, aber fein.

Wer steht hinter dem Bruggekino?

Naef: Das sind Anny Bleiker, Monika Schwitter und ich, wir sind die Gruppe Kultur im Dorf. Vom Forum Brunnadern hilft uns noch Esther Ferrari, und als Koch dürfen wir seit vielen Jahren auf Hobbykoch Rolf Maag und seine Familie aus Schwellbrunn zählen, die übrigens wie wir alle ehrenamtlich dabei sind. Dazu kommt eine grosse Handvoll Helferinnen und Helfer, die beim Auf- und Abbau, bei der Technik und am Buffet unterstützen. Wir bauen alles am Samstagvormittag auf, und bis Mitternacht ist alles wieder abgeräumt, weil die Strasse am Sonntagmorgen wieder frei sein muss.

Wie lange gibt es diesen Anlass schon?

Naef: Mit Kultur im Dorf ist es diesmal das sechzehnte Mal, vorher war die Gruppe NOI ich glaube fünf Jahre lang der Organisator.

Spüren Sie den allgemeinen Trend des Open-Air-Kino-Sterbens?

Naef: Nein, das glaube ich nicht. Wir sind auch kein Open-Air-Kino. Unsere Besucher sind keine typischen Kinofans, sie wollen das gesamte Erlebnis mit Essen, Trinken, Film, Gespräche und das alles bei gemütlicher Umgebung und Stimmung.

Besteht immer noch ein Bedürfnis für diese Art von Kinovergnügen?

Naef: Ja, ich denke schon. Wenn man sieht, wie die Kinder am Nachmittag hereinströmen, dann ist das keine Frage mehr. Auch am Abend kommen Jahr für Jahr mehr Leute. Wir haben ein kleines Stammpublikum, und es schauen auch immer wieder Neuzuzüger herein, die dann bleiben. Dass es sich herumgesprochen hat, zeigen die Leute, die aus den Nachbardörfern kommen.

Wie entsteht das Programm?

Naef: In den letzten Jahren hat sich ein roter Faden durchgesetzt. Dazu hat jeweils jemand von uns eine Idee. Diesmal war es zum Beispiel das Stichwort Indien, da kam natürlich sofort die Idee zum indischen Essen. Dann mussten wir noch die Filme aussuchen. Manchmal ist es auch umgekehrt.

Wie finanziert sich das Kino?

Naef: Eintritte sind ein Teil der Finanzierung. Wir dürfen aber auch auf zahlreiche Sponsoren zählen, dazu kommt noch ein Beitrag von Kultur Toggenburg und der Ertrag aus der Gastronomie.

Wie suchen Sie die Filme aus?

Naef: Sie müssen zur besonderen Atmosphäre der Brücke passen, sie müssen dem Alter des Publikums entsprechen, keine Gewalt, sie müssen lustig sein, sie müssen ein breites Publikum ansprechen. Wir wollen keine Blockbuster, das passt nicht zur Brücke.

Würde es in Brunnadern noch etwas mehr Kleinkultur vertragen?

Naef: Ich glaube nicht. Wir hatten ja früher die Konzerte in der Schüür, das hat nicht überlebt. Wir hatten auch Kinderkonzerte organisiert, die liefen auch nicht wirklich gut. Ich glaube, das ist gut so, es gibt ja auch noch die Veranstalter in der Umgebung, Mogelsberg, Schönengrund, Lichtensteig.

Gibt es nächstes Jahr auch wieder ein Bruggekino?

Naef: Ja, selbstverständlich!