Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Asylzentrum mit offenen Türen

Am Samstag öffnet das Zentrum für Asylsuchende Neckermühle seine Türen für Interessierte. Die Bevölkerung soll sich ein Bild machen können, wie Asylsuchende in Necker untergebracht sind und was die Philosophie hinter dem Zentrum ist. Zudem sind auch kritische Fragen erwünscht.
Matthias Giger

NECKER. Zentrumsleiter Bernard Hummel möchte am Tag der offenen Tür im Zentrum für Asylsuchende Neckermühle interessierten Besucherinnen und Besuchern den Alltag im Zentrum näher bringen. Persönlich eingeladen habe man die Mitglieder der Schul- und Gemeindebehörden der umliegenden Gemeinden sowie die Nationalräte Toni Brunner und Lucrezia Meier-Schatz. «Die Besucher sollen sich vor Ort ein Bild machen können, wie die Asylsuchenden in der Neckermühle untergebracht sind, wie sie sich ernähren, denn sie kochen bei uns selbst, und wie die Familien in unserem Zentrum wohnen», sagt Bernard Hummel. Zudem würde man am Tag der offenen Tür auch etwas über die Tagesstruktur, die Aktivitäten, die Räumlichkeiten, die Philosophie und die Probleme der Neckermühle erfahren. «Mir ist es wichtig, dass die Gäste auch kritische Fragen stellen», sagt Bernard Hummel. Auf die Probleme angesprochen meint er: «In der Neckermühle gibt es relativ selten Probleme. Zu Schlägereien kommt es kaum und auch die regelmässig stattfindenden Razzien der Polizei zeigen, dass im Zentrum selbst fast nie Drogen versteckt werden.» Letzte Woche habe man drei Navigationsgeräte gefunden. Diese übergab die Zentrumsleitung der Polizei, mit der man ein gutes Einvernehmen habe. «Die tägliche Präsenz der Polizei hat sicher auch eine präventive Wirkung», meint der Zentrumsleiter.

Aufenthaltsdauer zu kurz

Den Grund dafür, dass es im Vergleich zu anderen, nicht kantonalen Zentren in der Neckermühle eher selten Probleme gibt, sieht Bernard Hummel in der klaren Tagesstruktur: «Auf der einen Seite bieten wir den Asylsuchenden verschiedene Beschäftigungen. So können sie beispielsweise in der Holzwerkstatt mitarbeiten, wo sie lernen mit einfachsten Mitteln Holz zu bearbeiten, oder einen Nähkurs besuchen.» Auf der anderen Seite gelte in der Neckermühle eine strikte Hausordnung und Verstösse dagegen würden sanktioniert.

Im Kanton St. Gallen gibt es vier solche kantonale Zentren für Asylsuchende, wo diese auf die Rückkehr in ihr Heimatland oder auf das Leben in den Gemeinden vorbereitet werden. Nebst der Neckermühle sind dies das Zentrum Bommerstein in Mols am Walensee (maximal 55 Asylsuchende), das Zentrum Thurhof in Oberbüren (maximal 100 Asylsuchende) und das Zentrum Landegg in Eggersriet (maximal 125 Asylsuchende). Zu wenig, wie Bernard Hummel meint. Die Zentren seien meistens voll belegt und durch den Andrang sei die Verweildauer meist viel zu kurz. «Gedacht wären sechs Monate. Zwei Monate reichen nicht, um den Kindern erste Deutschkenntnisse zu vermitteln, damit sie eine Regelklasse besuchen können, falls sie als Flüchtlinge aufgenommen werden, oder sie auf das Leben in den Gemeinden vorzubereiten.» Das im Nähkurs oder in der Holzwerkstatt erworbene Handwerk können die Asylsuchenden gebrauche, egal ob sie in ihr Heimatland zurückkehren müssen oder in einer Gemeinde im Kanton leben.

Dieses Jahr kein Sommerfest

«Für das Sommerfest, wie es in den vergangenen Jahren stattgefunden hat, brauchen wir noch etwas mehr Zeit. Unser 14köpfiges Team muss sich zuerst noch etwas finden. Der Aufwand, um so ein Sommerfest zu organisieren, ist nämlich ziemlich gross. Aber nächstes Jahr planen wir wieder ein Sommerfest in der Neckermühle zu veranstalten», sagt Bernard Hummel.

Die Zeit sei aber reif für einen Tag der offenen Tür, zumal die Zimmer der Neckermühle im vergangenen Jahr renoviert wurden und man der interessierten Bevölkerung auch aufzeigen möchte, dass in einem Zentrum für Asylsuchende ein grosser administrativer Aufwand anfalle, was auch die Grösse des Teams von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erklärt.

Samstag, 18. August, 10 bis 17 Uhr Tag der offenen Tür im Zentrum für Asylsuchende Neckermühle, Oberhelfenschwilerstrasse 7/9, 9126 Necker. Hausrundgänge, Musik, Büscheliproduktion, Präsentation, Sprachlektion und Häppchen. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.