Astronomisch betrachtet

Der Goldpreiszerfall machte im letzten Jahr nicht nur der Schweizerischen Nationalbank zu schaffen, sondern sorgte weltweit für finanzielle Probleme. Das Gold zählt normalerweise zu den sichersten Anlagen, dies umso mehr, weil es auf der Erde immer knapper wird.

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Der Goldpreiszerfall machte im letzten Jahr nicht nur der Schweizerischen Nationalbank zu schaffen, sondern sorgte weltweit für finanzielle Probleme. Das Gold zählt normalerweise zu den sichersten Anlagen, dies umso mehr, weil es auf der Erde immer knapper wird. Die Ressourcen sind nicht mehr allzu gross. Längst müssen riesige Erdwälle abgebaut und aufbereitet werden, in denen nur Spuren von Gold gefunden werden. Heute lohnt sich der technische Aufwand, wenige Gramm Gold aus Tonnen von Erdmaterial zu gewinnen. Vor wenigen hundert Jahren versuchten Alchimisten, aus unedlen Metallen Gold herzustellen, um ihren Königen und Kaisern die Staatskassen zu füllen. Johann Böttger behauptete, Gold herstellen zu können. Darum stellte ihm der Kurfürst von Sachsen ein Laboratorium zur Verfügung. Böttger gelang es nach vielen Versuchen im Jahre 1708, aus verschiedenen Mineralien weisses Porzellan (Meissner Porzellan) herzustellen, was dem Kurfürst von Sachsen die Kassen doch noch füllte und Böttger das Leben rettete.

Woher kommt dann das Gold? Es wird im Universum von massereichen, sterbenden Sternen bei ihren Explosionen (= Supernova-Explosionen) erbrütet, denn Gold ist eines der schwersten Elemente, das nur mit unvorstellbar hohen Temperaturen von mehr als sechs Milliarden Grad Celsius entstehen kann. In den Sternen selbst werden alle Elemente bis zum Eisen, das dreimal leichter ist als Gold, erzeugt. Alle schwereren Elemente als Eisen benötigen für ihre Bildung Temperaturen, die weit über denjenigen liegen, die in Sternen erreicht werden können, durch Strahlungsdruck und Gravitation. Im Juni 2013 hat man über dem Nasa-Satelliten Swift Gammastrahlenblitze registriert, die bei einem Zusammenstoss von zwei Neutronensternen entstanden sind. Was ausser den Gammastrahlenausbrüchen noch entstanden ist: riesige Mengen Gold. Man schätzt, dass etwa zehn Mondmassen Gold entstanden sind, die in interstellaren Wolken eingebettet sind. Wenn nur ein Bruchteil einer Mondmasse dieses Goldstaubes in die Erdatmosphäre gelangen könnte, wären die Menschen zufrieden. Leider befindet sich das riesige Goldlager fast vier Milliarden Lichtjahre von uns entfernt. Bei der Entstehung des Sonnensystems und damit auch der Erde musste kurz vorher eine Supernova-Explosion in unmittelbarer Nähe erfolgt sein. Die ausgeworfenen Sternhüllen mit Gold vermengten sich dann mit der Materie, die die Erde formte. Wenn die Erde eine neue Goldspritze aus dem All erhalten würde, dann wäre das Edelmetall vermutlich auch nicht mehr eine wertsichere Anlage. (hps)

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