Arzt und Patient als Maler

Mit einem Gespräch mit Landammann Roland Inauen endet eine besondere Ausstellung im Museum Gais. Gezeigt worden waren Bilder von Hans Schweizer und Ernst Rohner.

Esther Ferrari
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Harlis Schweizer, Eva Rohner und Roland Inauen. (Bild: ef)

Harlis Schweizer, Eva Rohner und Roland Inauen. (Bild: ef)

GAIS. Bilder zum Staunen und Anekdoten zum Schmunzeln standen im Mittelpunkt der gut besuchten Finissage im Museum Gais. Die ausgestellten Bilder stammen alle aus der Sammlung von Ernst und Susann Rohner. Leider konnte Hans Schweizer wegen einer Erkrankung nicht wie geplant am Anlass teilnehmen. Seine Tochter Harlis, auch sie ist Künstlerin, hat ihn vertreten. Anwesend war auch Marina Schütz, die am vergangenen 8. November an der Laudatio gesagt hatte: «Sammler und Künstler sind sich in einer speziellen Beziehung verbunden, in einer Art gegenseitiger Resonanz. Es muss etwas anklingen beim Sammler, damit der Wunsch aufkommt: Dieses Bild muss ich haben!»

Arzt und Patient

Ernst Rohner war Kunstsammler. Was bisher wenig oder gar nicht bekannt war, er zeichnete und malte selber leidenschaftlich gern. Auf Reisen und auch bei Bergtouren trug er stets sein Notizbuch mit sich. Hans Schweizer auf der anderen Seite kam in den 60er-Jahren von Paris nach Teufen und nach einem Aufenthalt in Berlin 1975 wieder nach Teufen. Er hatte oft Hepatitis- und Angina-«Geschichten» oder Probleme mit dem vegetativen Nervensystem. Ernst Rohner, Arzt in Niederteufen, konnte ihm immer helfen, und so schenkte ihm Hans Schweizer jedes Mal eine Lithographie. Während der vielen Jahre dieses Arzt-Patienten-Verhältnisses erwarben Ernst Rohner und seine Frau, auch sie eine Kunstkennerin, viele Werke von Hans Schweizer. Die Arztpraxis und das Wohnhaus füllten sich mit Bildern. In der Sammlung befinden sich mehrheitlich Werke, die das Brauchtum oder die Landschaft des Appenzellerlandes zum Thema haben. Die Einladung zur Ausstellung zierte Schweizers Bild Butzo 1, der schöne Appenzellerbläss.

Schweizers Bilder faszinieren

In seiner spontanen Art erzählte der Innerrhoder Landammann und Kurator des Museum Appenzell, Roland Inauen, dass er im Zusammenhang mit «600 Jahre Schlacht am Stoss» als ersten Ausserrhoder Maler Hans Schweizer im Museum Appenzell ausgestellt habe. Schliesslich wohne dieser fast neben der Grenze. Mit Hans Schweizer ging er die Kunden besuchen und lernte dabei Rohners kennen. Auch er habe nicht gewusst, dass Ernst Rohner selber gemalt und gezeichnet habe. Die kleinen «Fresszettelchen» in der Vitrine, Blätter aus Rohners Notizbuch, zeigen seine genaue Beobachtung und seinen Humor. Gezeichnet hat Rohner vor allem Pflanzen, Berge, Landschaften und kleine Details wie einen liegengelassenen Feuerwehrschlauch. Beim Apéro im Anschluss an die Finissage gab es lebhafte Gespräche unter Freunden, Bekannten und den Nachkommen der Familie Rohner.