Arroganz Breitenmosers

«Die Quittung für den Brief», Ausgabe vom 29. Juni.

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«Die Quittung für den Brief», Ausgabe vom 29. Juni.

Der Gemeinderat Speicher hat beschlossen, Markus Sigrist nicht mehr in die Schulkommission zu wählen. Der von ihm unterzeichnete Leserbrief, mit welchem er dem VR-Präsidenten Etterlin vorwarf, die EST zu verhökern, und empfahl, diesen nicht mehr in den Gemeinderat zu wählen, waren Gründe.

Ich möchte an dieser Stelle einen Rückblick auf die Geschichte der EST werfen, welche letztendlich zum unfreiwilligen Verkauf an die SAK geführt hat.

Am 25.September 2005 hat die Speicherer Bevölkerung einer Teilzonenplanänderung in der Wies zugestimmt. Gemäss Abstimmungsedikt sollten dort neuzeitliche Mietwohnungen erstellt werden.

Irgendwo entstand die Idee, die neue Überbauung alternativ zu beheizen. Es wäre genügend Zeit gewesen, dafür ein ausgewogenes Projekt zu entwerfen.

Erstmals erfuhr die breite Bevölkerung am 22. März 2010 anlässlich einer Volksversammlung vom Projekt einer mit Holzschnitzeln betriebenen Fernheizzentrale. Als Trägerschaft sollte eine neue Aktiengesellschaft gegründet werden, welche dieses Projekt durchziehen sollte. Der ehemalige Gemeindepräsident Breitenmoser würde das not-wendige Eigenkapital beschaffen. Damals war die Rede von Gesamtinvestitionen von 20 Mio. Franken.

Am 28.Juni 2010 – die Bauarbeiten hatten bereits begonnen – wurde an einer Informationsveranstaltung der EST und der Gemeinde klar, dass keine Chance bestand, genügend Eigenmittel zu beschaffen.

Kurzerhand sollten nun die Gemeinden Speicher und Trogen die fehlenden Mittel von je 2 Mio. Franken in Form eines «rückzahlbaren» Darlehens aufbringen. Die Einwohner von Speicher sollten am 26.September 2010 über diesen Kredit abstimmen.

Am 2. und 15.September erschienen in dieser Zeitung von mir verfasste Leserbriefe, in welchen ich darauf hingewiesen habe, dass sich die EST bei diesem Riesenprojekt übernehmen dürfte.

Mit einer knappen Mehrheit wurde die Kreditgewährung an der Urne abgelehnt. Die EST war nicht in der Lage, die fehlenden Mittel anderswo zu beschaffen. Scheinbar teilten die Banken meine Ansicht, dass die EST mit viel zu wenig Eigenmitteln aus-gestattet sei, und so blieb nichts anderes übrig, als einen Käufer zu suchen. Dem VR-Präsidenten Walter Etterlin, welcher dieses Amt erst vor rund zwei Jahren übernommen hatte, fiel diese undankbare Aufgabe zu. Letztendlich entscheiden aber die Aktionäre und nicht der VR-Präsident über einen Verkauf des Unternehmens.

Dass das ganze, unausgereifte Projekt unter der Leitung des ehemaligen Gemeindepräsidenten und «Standpunkt»-Vertreters Breitenmoser – der zu jener Zeit VR-Präsident der EST war – aufgegleist wurde, verschwieg der «Standpunkt» wohlweislich. Überheblich qualifiziert Breitenmoser das Verhalten des Gemeinderates betreffend der Nichtwahl von M. Sigrist als «Trötzele». Mir kommt bei so viel Arroganz aber fast das Kö...

Nun wird die EST in die SAK integriert werden. Damit ist der Weiterausbau der Fernwärme- und Glasfasernetze gesichert. Mit der EST geht natürlich auch die gesamte Infrastruktur ins Eigentum der SAK über – auf den Kaufpreis können wir noch gespannt sein. Wichtig ist jedoch, dass die Gemeinde Speicher nicht mehr unverantwortlich hohe finanzielle Risiken tragen muss.

Jürg Zürcher, Hinterwies 56

9042 Speicher

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