ARMBRUSTSCHIESSEN: Hohes Niveau und Frauenpower

An den Armbrust-Schweizer-Meisterschaften in Wil konnte sich Carmen Zellweger, Uzwil, den Elite-Meistertitel in der Kniend-Wertung holen. Tamara Menzi, Ebnat-Kappel, eroberte Bronze.

Ernst Inauen
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An der Finalrunde kniend sind alle voll auf ihr Ziel fokussiert. (Bild: Ernst Inauen)

An der Finalrunde kniend sind alle voll auf ihr Ziel fokussiert. (Bild: Ernst Inauen)

Ernst Inauen

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Am letzten Februar-Wochenende wurden in der Thurau Wil die Armbrust-Schweizer-Meisterschaften in der Stehend- und Kniend-Wertung auf die 10-Meter-Distanz ausgetragen. Die Wettkampfleitung übernahmen Funktionäre des Schweizer Verbandes EASV unter der Leitung von Robert König. Am Samstag waren beim Stehend-Wettkampf 30 Elite- und 13 Junioren-Schützinnen und -Schützen dabei. Bei der Elite holte Silvia Guinard mit einer überragenden Gesamtleistung und 98 Punkten im Final der besten acht den Schweizer-Meister-Titel. Auf den weiteren Podestplätzen folgten Stephan Loretz, Bürglen UR, und Jonas Hansen, Ettiswil. Im Final der ­Junioren setzte sich die Toggenburgerin Larissa Bösch durch vor Mirco Steiner, Wasen i. E., und Sarah Hügli, Beringen. Damit gingen beide Titel an treffsichere junge Frauen.

Fünf aus dem Ostschweizer Verband dabei

Silvia Guinard führte mit fünf Punkten Vorsprung schon die Qualifikationsrangliste stehend an. Im finalen Durchgang mit zehn kommandierten Schüssen siegte sie deutlich. Bei den Qualifizierten waren auch fünf aus dem Ostschweizer Verband dabei, die sich jedoch nicht für den Final um den Meistertitel durchsetzen konnten. Besser machte es der Ostschweizer Nachwuchs. Mit einer ausgezeichneten Leistung überholte die Toggenburgerin Larissa Bösch noch Mirco Steiner, der mit einem Vorsprung von drei Punkten zur Endrunde antrat. Um einen Rang zurück fiel auch Sarah Hügli. Mit einer guten Leistung überzeugten ebenso Mara Schönholzer, Neukirch a. d. Th., mit dem fünften und Viviane Vich mit dem siebten Rang. Den Wettkampf verfolgte mit grossem Interesse auch der Nationaltrainer Elite des EASV, Bruno Inauen. Der ehemalige mehrfache Schweizer Meister, Rekordhalter und Vizeweltmeister von 1994, ist auch in seiner thurgauischen Heimat als Nachwuchstrainer und J+S-Experte tätig. «Beim Armbrustschiessen sind Fitness und Ausdauer wichtig für die Konzentrationsfähigkeit und die Körperbeherrschung. Ein gutes Auge und eine erlernbare Atem- und Entspannungstechnik sind ebenfalls Voraussetzungen für gute Resultate», erklärte der erfolgreiche Experte. Bei den Spitzenschützen ­waren diese Aspekte sowie ein sauberer Stellungsbezug, die Abzugtechnik und das optimale Atmen wie auch die notwendige Muskelspannung gut zu beobachten.

Dreifacher Frauentriumph

Das Kniend-Schiessen mit der Armbrust ist eine Domäne der Ostschweizer. Bei der Elite bestritten 31 Damen und Herren den Wettkampf. Acht von ihnen durften den Meisterfinal bestreiten, darunter nicht weniger als sechs aus der Ostschweiz. Carmen Zellweger, Uzwil, trat mit einem Vorsprung von fünf Zählern zur Endrunde an. Sie behielt ihre Nerven, erzielte ausgezeichnete 495 Punkte und gewann mit drei Punkten Vorsprung erstmals den Schweizer-Meister-Titel.

Corinne Schönholzer, Kradolf, schoss als Einzige in der Finalrunde zehnmal die Zehn und verbesserte sich auf Rang zwei. Tamara Menzi, Ebnat-Kappel, eroberte Bronze. Bei den Junioren gab es mit Philipp Häne, Hefenhausen, Larissa Bösch, Ebnat-Kappel, und Ralph Nikles, Wattwil, ebenfalls einen Dreifachsieg.