Architektur der neuen  Dorfbeiz gewürdigt

Der Verein «Appenzellerhaus heute» zeichnet Bauten im Siedlungsgebiet aus. Er hat dem neu erstellten «Schäfli» in Waldstatt den Preis für 2018 zuerkannt.

Martin Hüsler
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Hausbesitzer Ernst und Brigitte Bischofberger, flankiert von Architekt Christian Eisenhut (rechts) und Projektleiter Marc Knöpfel.  Bild: HÜ

Hausbesitzer Ernst und Brigitte Bischofberger, flankiert von Architekt Christian Eisenhut (rechts) und Projektleiter Marc Knöpfel.  Bild: HÜ

Mitten in Waldstatt verleiht das «Schäfli» seit einigen Wochen dem Dorfbild einen neuen Akzent. Auf das schmucke Gebäude ist auch der Verein «Appenzellerhaus heute» aufmerksam geworden. Sein Zweck ist die Auszeichnung von Bauten in Ausserrhoden, deren Ersteller «sich in freier Wahl für den Baustil eines Appenzeller Hauses im Siedlungsgebiet entschieden haben», wie der Verein in seinen Richtlinien festhält. In Betracht kommen dabei sowohl neue als auch sanierte Häuser. Insgesamt wird jeweils eine Preissumme zwischen 10 000 und 20 000 Franken vergeben. «Appenzellerhaus heute» – der Verein wurde 2013 gegründet und ist in Wald domiziliert – stellt sich keineswegs gegen moderne Architektur. Auch denkmalschützerische Aspekte lässt er durchaus gelten, sofern sie für die Erhaltung eines Objekts ihre Berechtigung haben. Und dass man heute gerne komfortabler wohnt als vor hundert Jahren und deshalb neue Bedürfnissen in die Gestaltung eines Hauses einbezieht, ist ebenfalls kein Ausschlusskriterium, wenn es um die Vergabe eines Preises geht.

Wider die Beliebigkeit

Dem Verein ist es vielmehr darum zu tun, einen Kontrapunkt zur architektonischen Beliebigkeit zu setzen. «Wie lassen uns bei unseren Beurteilungen in hohem Masse von ästhetischem Empfinden leiten, selbstverständlich im Wissen darum, dass sich damit eine gewisse Subjektivität nicht ausschliessen lässt», legt Vereinspräsident Marc Rittmeyer die Philosophie dar. Insofern ist es nicht von Belang, ob ein Haus detail- und stilgerecht erstellt worden ist. Entscheidend ist einzig, dass die typischen Eigenarten des Appenzellerhauses erkenntlich sind.

In Waldstatt fündig geworden

Den Vorgaben von «Appenzellerhaus heute» entspricht das «Schäfli» in Waldstatt. Ernst und Brigitte Bischofberger als dessen Bauherrschaft fanden mit dem Herisauer Christian Eisenhut den Architekten, der ihre Vorstellungen zusammen mit Projektleiter Marc Knöpfel adäquat umsetzte. «Das Gebäude, das wir auszeichnen, muss uns gefallen und sollte sich auch in die Umgebung einordnen. Beim ‹Schäfli› ist das der Fall», betonte Vorstandsmitglied Hans Sprecher anlässlich der Preisübergabe. An ihr nahmen auch Waldstatts Gemeindepräsident Andreas Gantenbein und Gemeinderat Georg Lieberherr, Präsident der Baubewilligungskommission, teil – Indiz für die gute Zusammenarbeit zwischen der Bauherrschaft und den Behörden.