«Arbeit» im Film

Im Vorfeld der Kulturlandsgemeinde 2011 werden im Kino Rosental in Heiden und im Cinetreff in Herisau Filme zum Thema Arbeit gezeigt. Dabei treten gegensätzliche Arbeits- und Lebenswelten zum Vorschein.

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ausserrhoden. In der Geschichte des Kinos spielen die Arbeit, der Arbeitsplatz, die Fabrik eine eigenartige Rolle: Einerseits setzten sich Filme immer wieder kritisch mit der Arbeitswelt auseinander; anderseits schufen Hollywoods Filmfabriken Traumwelten, in welche die Menschen nach getaner Arbeit entfliehen, wo sie Zerstreuung und Entspannung finden, die Zwänge der Arbeitswelt vergessen konnten.

Ältere Filme – aktuelle Themen

Im Vorfeld der Kulturlandsgemeinde 2011, die sich breit und vielfältig der Arbeit mit allen ihren Aspekten und Facetten widmet, präsentieren das Kino Rosental in Heiden und Cinetreff in Herisau eine kleine Filmreihe, die sich in unterschiedlicher Weise mit der Arbeit, mit Arbeitenden und Arbeitslosen auseinandersetzt. Die Filme zeigen gegensätzliche Arbeits- und Lebenswelten: Lust und Frust, Komik und Tragik, oben und unten, Monotonie und Phantasie.

«Reisender Krieger»

Christian Schochers Dialektspielfilm «Reisender Krieger», 1979 gedreht, 1981 erstmals in den Kinos, wird in einer neuen Fassung aus dem Jahr 2008 vorgestellt, einem «Director's Cut», der ausnahmsweise nicht länger, sondern kürzer, klarer und präziser als das Original ist. Der Regisseur beschreibt sein Road Movie als «meine ganz private, unbescheidene Adaption von Homers <Odyssee> und dem <Ulysses> von James Joyce, das ungeschminkte Porträt eines Landes und eines Mannes, der durch dieses Land reist.»

Bettina Oberlis Spielfilm «Im Nordwind» entstand 2004, Jahre vor der Finanzkrise. Er spielt in einer Zeit, in der das rauhe Klima der New Economy auch die Schweiz – «dieses einst so sichere und wohlbehütete Land» – heimsucht, beschreibt die Folgen von Neustrukturierungen für den Personalleiter, der die Kündigung erhält, dies zu Hause aber verheimlicht. Im Programm ist auch Joel Coens rasante Komödie «Hudsucker Proxy» (GB/D/USA 1994).

Überlebenskampf

Erich Langjahrs Dokumentarfilm «Bauernkrieg» aus dem Jahr 1998 beschäftigt sich mit dem Überleben der Landwirtschaft zu einer Zeit der explosiven Liberalisierung des weltweiten Handels. Im Zentrum stehen Fragen nach Identität, Überleben und Zukunft.

«Well Done», der Dokumentarfilm von Thomas Imbach aus dem Jahr 1994, zeigt einen High-Tech-Betrieb, in dem über 1200 Leute damit beschäftigt sind, die täglichen Milliarden im schweizerischen Geldverkehr in Form von endlosen Datenströmen zu kontrollieren. «Ohne jedes Lamento, dafür mit absurder Komik, führt Well Done die Totalherrschaft unseres Wirtschaftssystems vor», schrieb der «Tages-Anzeiger».

Auch an der Kulturlandsgemeinde selbst, am 7. Mai in den Räumen der Firma Huber+Suhner AG in Herisau, wird abends um 20.30 und 21.30 Uhr ein Filmprogramm gezeigt: kurze Animationsfilme, kuratiert von Fantoche, dem Internationalen Festival für Animationsfilm in Baden.

Hanspeter Spörri

Der Eintritt zu den Vorstellungen in Heiden (noch bis 5.5.) und Herisau (29.4. bis 6.5.) kostet 13 Franken. Der Eintritt zur Kulturlandsgemeinde am 7. und 8. Mai ist frei. www.kulturlandsgemeinde.ch