ARA Oberglatt setzt auf Alleingang

FLAWIL. Zu den Mikroverunreinigungen gehören Rückstände von Medikamenten, Inhaltsstoffe in Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, Körperpflegeprodukten oder Industriechemikalien, Materialschutzmittel und Pestizide gegen unerwünschte Pflanzen, Insekten oder Pilze.

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FLAWIL. Zu den Mikroverunreinigungen gehören Rückstände von Medikamenten, Inhaltsstoffe in Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, Körperpflegeprodukten oder Industriechemikalien, Materialschutzmittel und Pestizide gegen unerwünschte Pflanzen, Insekten oder Pilze. Die Abwasserreinigungsanlagen (ARA) in der Region sollen das Abwasser noch besser reinigen (Wiler Zeitung vom 14. November).

Die ARA der Gemeinden Jonschwil, Zuzwil und Uzwil wollen deshalb mit dem Amt für Umwelt die weiteren Schritte zu einer möglichen Zusammenarbeit prüfen. Der Abwasserverband Flawil-Degersheim-Gossau (ARA Oberglatt) hat an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung vom Montag den Alleingang beschlossen.

Zusammenarbeit zu teuer

«Die Studie des Kantons St. Gallen hat aufgezeigt, dass mit einem Zusammenschluss grundsätzlich Kosten gespart und Synergien genutzt werden können. Die ARA Oberglatt hat jedoch ein derartiges abwassertechnisches Zusammengehen der Gemeinden Flawil, Gossau und Degersheim bereits hinter sich», sagt Reto Gnägi, Geschäftsführer des Abwasserverbands Flawil-Degersheim-Gossau. Das Volumen der ARA Oberglatt sei gross und deshalb ein Zusammenschluss mit anderen ARA aus Kostengründen nicht interessant. «Ein Zusammenschluss ist bei den Investitionen und Betriebskosten teurer und deshalb für uns keine Option.»

Der Alleingang sei ein Grundsatzentscheid, sagt Gnägi weiter. Man werde nun die ersten Vorbereitungen treffen und den Kostenrahmen ermitteln, damit an der ordentlichen Delegiertenversammlung im Frühling 2015 die Ingenieurarbeiten vergeben werden können. Parallel dazu werde im nächsten Jahr die gesamte ARA neu dimensioniert, sagt der Geschäftsführer. Dabei muss die Entwicklung der Bevölkerung und Industrie berücksichtigt werden.

Kostenhöhe noch unbekannt

Wie hoch die Kosten ausfallen, weiss Reto Gnägi noch nicht. Den Anteil für die neuen Behandlungsstufen für Mikroverunreinigungen schätzt er in einem groben Rahmen auf 28 Millionen Franken. Unterstützt wird die Massnahme aus der Kasse des Bundes. Die Kosten für diese Massnahmen betragen schweizweit rund 1,2 Milliarden Franken. Bei allen zentralen ARA der Schweiz soll pro angeschlossenem Einwohner eine jährliche Abgabe von maximal neun Franken erhoben werden. Mit diesem Geld werden den von den Massnahmen betroffenen ARA 75 Prozent der Investitionskosten abgegolten. Anlagen, die den Ausbau umgesetzt haben, werden von der Abgabe befreit.