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ARA Bazenheid schickt Faulwasser zur Untersuchung in die Westschweiz

Die Präsenz der fleischverarbeitenden Industrie birgt auch Nachteile. Die Rücklaufbehandlung der Abwasserreinigungsanlage stösst seit Jahren an ihre Grenzen. Eine neue Anlage soll den Engpass beheben.
Beat Lanzendorfer
Im Faulwasserstapelbecken wird eine Rücklaufbehandlung vorgenommen. Wegen zu kleiner Kapazität soll es vergrössert werden. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

Im Faulwasserstapelbecken wird eine Rücklaufbehandlung vorgenommen. Wegen zu kleiner Kapazität soll es vergrössert werden. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

Beat Lanzendorfer

beat.lanzendorfer@toggenburgmedien.ch

Das Abwasser aus privaten Haushalten und von Industriebetrieben, das keinen Abfall mit einem erhöhten Stickstoffanteil produziert, kann bei der Bazenheider Abwasserreinigungsanlage (ARA) direkt der Klärstrasse zugeführt werden. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die ARA, die sich an der Thurstrasse befindet, nicht von anderen Kläranlagen. Anders verhält es sich mit dem anfallenden Flotatschlamm und dem Blut der Schlachtbetriebe. Diese Abfallprodukte enthalten einen hohen Stickstoffanteil. Nach der Entwässerung muss das angefallene Faulwasser (Zentratwasser) zuerst mittels einer Rücklaufbehandlung gereinigt werden, bevor es der Klärstrasse zugeführt werden kann. Blut und Flotatschlamm kommen vorerst in den sogenannten Faulturm. Nach Beendigung des Faulprozesses wird der Klärschlamm gepresst und entsorgt. Rund dreissig Prozent werden als Trockensubstanz ausgeschieden.

Reinigungsprozess wird durch Kälte verzögert

Im Faulwasserstapelbecken wird eine Rücklaufbehandlung vorgenommen. Wegen zu kleiner Kapazität soll es vergrössert werden. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

Im Faulwasserstapelbecken wird eine Rücklaufbehandlung vorgenommen. Wegen zu kleiner Kapazität soll es vergrössert werden. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

Das dabei entstehende Faulwasser (Zentratwasser) wird dem Faulwasserstapelbecken zugeführt, wo anschliessend zuerst eine separate Rücklaufbehandlung vorgenommen wird, bis das Faulwasser der Klärstrasse zugeführt werden kann. «Das in den letzten Jahren grösser werdende Volumen des Faulwassers hat zu einem Engpass der Kapazitäten geführt. Probleme treten speziell im Winter auf, wenn sich der Reinigungsprozess durch die Kälte verzögert», erklärt Adrian Raschle, Leiter der Abwasserreinigungsanlage. Dies hat zur Folge, dass das Faulwasser zeitweise in stillgelegte Klärbecken umgeleitet werden muss.

Dieser Zustand wird seit Jahren von Seiten des Kantons bemängelt. War die Anlage bei ihrem Bau 2007 auf eine Stickstoff-Fracht von 225 Kilogramm pro Tag ausgelegt, liegt dieser Wert aktuell bei täglich 300 bis 400 Kilogramm.

Nach Absprache mit den Verursachern hat die Abwasserkommission beschlossen, den Engpass durch die Anschaffung einer Rücklaufbehandlungsanlage mittels Vorbehandlung und einer Membran-Stripping-Anlage zu beheben. Vorbehalten war die Zustimmung an der Bürgerversammlung vom letzten Freitag. Diese ist mittlerweile erfolgt. Die Anschaffungskosten in der Höhe von 2.5 Millionen Franken werden nach dem Verursacherprinzip aufgeteilt. Die Micarna trägt Zweidrittel der Investition, die übrigen Grosseinleiter sowie die Gemeinden Kirchberg und Lütisburg teilen sich die restlichen Kosten.

Eine Membran-Stripping-Anlage behebt Engpass

Hierbei handelt es sich um ein neues Verfahren, an dessen Ende ein Ammoniumsulfat-Dünger entsteht, der in der Landwirtschaft eingesetzt werden darf. Diesen Dünger kann man nicht versprühen, er wird mit einer speziellen Vorrichtung direkt dem Boden zugeführt. «Die erste Membran-Stripping-Anlage dieser Art steht in Yverdon. Zu Testzwecken hat die ARA Bazenheid Faulwasser in die Westschweiz geschickt. Diese Tests haben sich bewährt, weshalb sich die Verantwortlichen für eine Anlage dieser Bauart ausgesprochen haben», sagt Raschle abschliessend. Nach der Zusage an der Bürgerversammlung werden die Planungen vorangetrieben. Ziel ist es, die Membran-Stripping-Anlage Anfang 2019 in Betrieb zu nehmen.

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