APPENZELL: Kanton lässt Beteiligung offen

Ob sich der Kanton und der Bezirk Appenzell an den Kosten einer Traglufthalle beim Freibad Forren beteiligen, ist noch unklar. Landammann Daniel Fässler zeigt sich überrascht über die Absicht des Schulrats Appenzell.

Jesko Calderara
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Mit einer Traglufthalle über dem Freibad Forren in Appenzell wäre ein Schwimmbetrieb auch im Winter möglich. (Bild: Visualisierung/pd)

Mit einer Traglufthalle über dem Freibad Forren in Appenzell wäre ein Schwimmbetrieb auch im Winter möglich. (Bild: Visualisierung/pd)

APPENZELL. Das Freibad Forren soll während der Wintermonate mit einer Traglufthalle überdacht werden. Dies schlägt die Interessengruppe (IG) Schwimmen in Appenzell vor. Ob der Kanton das Vorhaben unterstützen wird, ist offen. «Die Standeskommission wurde bis heute nicht offiziell über das Projekt informiert», sagt Landammann Daniel Fässler. Sie habe daher bis anhin keine Gelegenheit gehabt, die Idee zu beraten. Die Frage einer finanziellen Beteiligung des Kantons lasse sich aus diesem Grund zurzeit noch nicht beantworten, sagt Fässler.

Entscheid am 18. März

Mit einer Traglufthalle beim bestehenden Freibad müssten die Innerrhoder Schulen im Winter für den Schwimmunterricht nicht mehr nach Herisau, Gais, Urnäsch oder ins Kaubad ausweichen, wie dies seit der Schliessung des Hallenbads Ende 2014 der Fall ist. Der Schulrat der Schule Appenzell sprach sich deshalb für die Traglufthalle aus. Er will 800 000 Franken an den Bau beisteuern und zudem jährlich 150 000 Franken der Betriebskosten übernehmen. Das letzte Wort wird am 18. März die Schulgemeindeversammlung haben.

Keinen Einfluss auf Hallenbad

Dass ein überdachtes Provisorium bei der Badi Forren die Realisierung des neuen Hallenbads erschweren wird, glaubt Daniel Fässler persönlich nicht. Überrascht zeigt er sich allerdings über die Absicht des Schulrats Appenzell, das Vorhaben mit Investitions- und Betriebskostenbeiträgen zu unterstützen. «Bei einer Betriebsdauer von vier Jahren ergibt sich daraus ein Beitrag von 1,4 Millionen Franken.» Seit dem Start des Projekts im Jahr 2010 habe sich der Schulrat auf den Standpunkt gestellt, dass die Erstellung eines Hallenbades nicht Sache der Schulgemeinden sei.

Erwartungen an den Schulrat

Ein Betriebskostenbeitrag an ein neues Hallenbad stand aus diesem Grund nicht mehr zur Diskussion. Selbst die geplante Erhöhung der Nutzungsentschädigung, welche die Schulgemeinde Appenzell für das Schulschwimmen bezahlt, von knapp 50 000 auf rund 100 000 Franken beurteilte der Schulrat laut Daniel Fässler kritisch. Vergleiche man diese früheren Positionen mit der Haltung zu einem Provisorium, zeige sich, dass der Schulrat seine Meinung offensichtlich grundsätzlich revidiert habe. «Es kann somit davon ausgegangen werden, dass er folgerichtig auch die Erstellung und den Betrieb des neuen Hallenbades wesentlich mitfinanzieren wird», sagt der stillstehende Landammann.

Noch kein Beschluss gefasst

Die Interessengruppe hofft, dass sich auch die Bezirke an den Betriebskosten der Traglufthalle beteiligen werden. Gemäss einer Schätzung belaufen sich diese auf 500 000 Franken jährlich, wovon 100 000 Franken durch Eintritte erwirtschaftet werden sollen. Letzte Woche hat ein IG-Vertreter an der Hauptleutekonferenz darüber orientiert, dass ein Antrag an die Schulgemeinde Appenzell gestellt worden ist. Lydia Hörler, Frau Hauptmann des Bezirks Appenzell, sagt dazu: «Der Abend war rein informativ.» Der Bezirksrat Appenzell habe noch keinen Beschluss über eine finanzielle Beteiligung gefasst. Als Eigentümerin der Badi Forren wäre der Bezirk für den Betrieb der Traglufthalle zuständig.

Infoveranstaltung zur Traglufthalle: Dienstag, 8. März um 20 Uhr, Hotel Säntis in Appenzell

Daniel Fässler Landammann Appenzell Innerrhoden (Bild: apz)

Daniel Fässler Landammann Appenzell Innerrhoden (Bild: apz)