SCHWELLBRUNN: Bob-Pilot Beat Hefti kämpft um Olympia-Selektion: "Es wird ziemlich viel getan, um mich zu schwächen"

Der Schwellbrunner Beat Hefti kämpft gegen Clemens Bracher um die Olympia-Selektion für 2018. Sein Konkurrent hat zuletzt in Winterberg den Zweier-Weltcup gewonnen. Bedeutet dieser Sieg das Olympia-Aus für den vierfachen Medaillengewinner?

Urs Huwyler
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Beat Hefti fühlt sich vom Bobverband ungerecht behandelt. (Bild: Andy Mueller/freshfocus (freshfocus))

Beat Hefti fühlt sich vom Bobverband ungerecht behandelt. (Bild: Andy Mueller/freshfocus (freshfocus))

Herr Hefti, ist der Olympia-Traum für Sie ausgeträumt?
„Der Sieg von Bracher, dem ich zu diesem Erfolg gratuliere, ändert wenig. Schon vorher bestand meine minimale Chance nach Aussage von Nationaltrainer Wolfgang Stampfer allenfalls darin, an der Schweizermeisterschaft schneller zu sein als Bracher.“

Versuchen Sie die letzte kleine Chance zu packen?
„Sagen wir es so: Es wird ziemlich viel getan, um mich zu schwächen. Jetzt wurde einer meiner Anschieber mit dem Hinweis auf die militärische Unterstützung zu Trainingszwecken mit Rico Peter nach Innsbruck aufgeboten, einer soll im Europacup starten. An ein geregeltes Training ist nicht zu denken.“


Und das nehmen Sie so hin, obwohl Ihnen keine Verstärkung zugesagt wird?
„Nein, ich nehme es nicht einfach hin. Aber all die Kämpfe im Umfeld kosten enorm Substanz, verhindern, dass ich mich auf den Sport konzentriere. Schneller werden wir so nicht. Vielleicht bezwecken dies gewisse Leute.“

Eine Chance bietet sich Ihnen am 23. Dezember, Ihre Stärke zu demonstrieren.
„Wie vorausgesagt, werden Peter und Bracher wohl für den Test freigestellt. So erhalte ich nie die Möglichkeit, gegen sie direkt anzutreten und allenfalls ein Argument für mich zu liefern.“

Das tönt so, als hätten Sie resigniert.
„Im Vorfeld habe ich immer betont, die besten beiden Piloten sollten selektioniert werden. Dass ich nie die Chance erhalten habe, unter gleichen Voraussetzungen antreten zu können, ist schon sehr enttäuschend und frustrierend.“

Stimmt es, dass technische Erkenntnisse intern anderen Piloten zugespielt wurden?
„Dem ist so. Ich habe dem Trainer erklärt, wie ich den Bob schneller machen kann und er hat diese Informationen der internen Konkurrenz weitergegeben. Dort wurden sie mit Unterstützung der Mechaniker umgesetzt.“

Wie hat Ihnen der Bobverband Swiss Sliding zum Olympiasieg gratuliert?
„Mit dem Hinweis, es könne noch nicht offiziell gratuliert werden, weil das IOC den Olympiasieg noch nicht bestätigt habe. Der Olympiasieg kam für sie wohl zum falschen Moment.“

Verstehen Sie, was da hinter den Kulissen abläuft?
„Es war von Beginn weg klar, dass ich verhindert werden soll. Dazu gehört auch, dass Alex Baumann diese Saison nicht einzelne Rennen mit mir gefahren ist. Zusammen hätten wir eine Chance gehabt, in die Diplomränge zu fahren.“