Wohnraum für Familien

SPEICHER. Alle 36 Beiträge des Ideenwettbewerbs für das Areal Unterdorf in Speicher sind ab heute ausgestellt. Das Siegerprojekt einer Zürcher Arbeitsgemeinschaft sieht sechs Häuserzeilen mit 68 Wohneinheiten vor.

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Die Architekten des Siegerprojekts für das Gebiet Unterdorf schlagen sechs Häuserzeilen vor, die z-förmig am Hang angeordnet werden. (Bild: Visualisierung: pd)

Die Architekten des Siegerprojekts für das Gebiet Unterdorf schlagen sechs Häuserzeilen vor, die z-förmig am Hang angeordnet werden. (Bild: Visualisierung: pd)

Im Gebiet Unterdorf in Speicher soll bezahlbarer Wohnraum für Familien entstehen. Um eine hochwertige Projektidee für die Überbauung des gemeindeeigenen Grundstücks zu finden, hat die Gemeinde gemäss einer Medienmitteilung einen Ideenwettbewerb durchgeführt. Das Siegerprojekt stammt von zwei jungen Zürcher Architekturbüros: Suter Traxler Architekten in Zusammenarbeit mit Häni Joho Architekten. Heute um 19 Uhr wird die Ausstellung aller eingereichten Projekte in der Turnhalle Buchen eröffnet.

Die gemeindeeigene Liegenschaft im Unterdorf bildet mit einer Fläche von rund 16 000 Quadratmetern das grösste und wohl wichtigste Bauentwicklungsgebiet der Gemeinde Speicher. Die Lage am Osthang des Kirchhügels und in der Umgebung von gewachsenen Strukturen verlangt eine sorgfältige Konzeption von Bebauung und Erschliessung. Darum hat der Gemeinderat im vergangenen Jahr beschlossen, für das Areal Unterdorf einen Architekturwettbewerb durchzuführen.

Zürcher Architekten als Sieger

Das Wettbewerbsverfahren startete Anfang dieses Jahres und ist nun abgeschlossen. Insgesamt wurden 36 Beiträge eingereicht. Im Mai hat eine breit abgestützte Jury aus Architektinnen und Architekten sowie Vertretern von Gemeinde und Anwohnerschaft die Projekte eingehend diskutiert und beurteilt. Nach drei intensiven Beurteilungstagen hat die Jury einstimmig das Projekt «Uccellini» der Zürcher Arbeitsgemeinschaft Suter Traxler Architekten mit Häni Joho Architekten zum Siegerprojekt erklärt. Sechs weitere Projekte wurden mit Preisen honoriert.

Die Verfasser des Siegerprojekts schlagen sechs Häuserzeilen vor, die z-förmig am Hang angeordnet werden und insgesamt 68 Wohneinheiten beherbergen. Die Häuserzeilen lassen einen Aussenraum mit grosszügiger Wirkung entstehen.

Als besondere Qualität erachtete die Jury die Art, in der das Motiv der Zeile aus der lokalen Bautradition aufgenommen und auf die Gegebenheiten vor Ort angewandt wird. Gelobt wurde von den Fachleuten ausserdem das Wohnungsangebot – einerseits der Wohnungsmix und andererseits die hochwertigen Wohnungsgrundrisse, die aus der typischen Kammerung des Appenzeller Kreuzgrundrisses entwickelt wurden und schöne, für die Zielgruppen angemessene Wohnungen bieten. Insgesamt hält die Jury in ihrem Beurteilungsbericht fest: «Die starke Grundidee, die konkret für diesen Ort und die Gemeinde Speicher erarbeitet ist, erlaubt Weiterentwicklungen und Konkretisierungen ohne Einbussen hinsichtlich der städtebaulichen Qualität.»

Bauherrschaft gesucht

Auch der Gemeinderat Speicher ist überzeugt, dass das Projekt «Uccellini» das Potenzial hat, den Charakter des Dorfs in zeitgerechter Form und hoher Qualität weiterzuentwickeln und Speicher als Wohnort mit hoher Lebensqualität zu stärken.

Das Wettbewerbsresultat soll nun mit einem Sondernutzungsplan planungsrechtlich umgesetzt werden. Dadurch kann die Gemeinde sicherstellen, dass die geforderte Qualität auch tatsächlich realisiert wird. Die Gemeinde wird das Projekt einer geeigneten Bauherrschaft übergeben. Vorzugsweise könnte dies ein gemeinnütziger Wohnbauträger, etwa eine Wohnbaugenossenschaft sein. Angesichts der hohen öffentlichen Bedeutung des Vorhabens hat sich die Gemeinde schon seit Beginn der Planung aktiv an der Suche nach geeigneten Finanzierungsmodellen und Investoren für die Realisierung beteiligt. (gk)