Eine kritische Beurteilung

«Riesige Windräder beim St. Anton», Ausgabe vom 27. August

Dr. Med. G. Karrer Honeggstr. 20, 9413 Oberegg
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«Riesige Windräder beim St. Anton», Ausgabe vom 27. August

Nebenwirkungen der Windräder (Infraschall, Schattenwurf, Depressionen etc.), Verletzung von Menschen und Tieren, sind bei Windanlagen häufig. Nach den Vorstellungen des Bundes müssten in der Schweiz bis 2050 viele Hunderte Windräder aufgestellt werden – verteilt in vielen Wind-Pärken.

Im Richtplan hat der Grosse Rat AI vier potenzielle Standorte festgelegt: Sollegg-Neuenalp-Klosterspitz/Ochsenhöhe/Hirschberg-Brandegg und Honegg Oberfeld. Im Bericht zu den Grundlagen steht wörtlich: «…Standort Honegg: Ist am wenigsten konfliktträchtig, tangiert keine Vorranggebiete, Landschaft oder Tourismus. Weist jedoch auch das geringste Energiepotenzial auf.» Diesen Nachteil will man mit möglichst hohen Windanlagen kompensieren. Die Appenzeller Wind AG hat nun «Honegg Oberfeld» als ihren Standort ausgewählt. Das ist ihr gutes Recht. Der Standort Honegg ist zwar weit weg von Oberegg: aber hier leben auch Menschen und hier sollen 200 Meter hohe Windanlagen gebaut werden – die höchsten in der Schweiz: dagegen wehren sich meine Nachbarn und ich entschieden.

Von der Appenzeller Wind AG sind wir nie persönlich begrüsst worden. Eine einzige «Informationsveranstaltung» hat es gegeben – eine sehr fragwürdige Veranstaltung: etwa drei Tage nach diesem Anlass wurden bereits hohe Messtürme errichtet: ein Kommentar erübrigt sich. In den Diskussionen wurde etwas nie erwähnt: der Mensch. Viele haben oder befürchten Probleme, dass Windräder wegen der nicht hörbaren, aber spürbaren Infraschall-Wellen gesundheitliche Probleme auslösen können.

Als Arzt bin ich tagtäglich mit solchen Problemen konfrontiert: man muss zuhören, mitfühlen und den Menschen respektieren: Es gibt unzählige Hinweise, dass Infraschall nicht unbedenklich ist. Infraschall-Wellen wurden vor Jahren in verschiedenen militärischen Armeen eingesetzt, nachweislich mit schrecklicher Wirkung...

Ich bin kein Gegner von alternativen neuen Techniken: Aber wir sollten von der Vergangenheit lernen und diese Erkenntnisse für unsere Zukunft mit einfliessen lassen und keine vorschnellen Entscheide treffen, die – wenn sie dann realisiert sind – kaum rückgängig gemacht werden.

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