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APPENZELLERLAND: Vorsicht vor der Kälte

Kälter als in diesen Tagen war es diesen Winter noch nie. Experten erklären, welche Gefahren die Minustemperaturen bergen und worauf zu achten ist.
Simon Roth

Simon Roth

simon.roth@appenzellerzeitung.ch

Minus 24 Grad Celsius zeigte das Thermometer gestern auf dem Säntisgipfel an. Minus 13 Grad betrug die Temperatur im Tal unten. Die Schweiz durchlebt gerade die kältesten Tage dieses Winters. Die Temperaturen befinden sich für Ende Februar auf einem ungewöhnlich tiefen Niveau.

Ab Mitte Woche soll es wieder wärmer werden. Mit den Niederschlägen Ende Woche sei die Kältewelle ausgestanden. Bis es soweit ist, sollten Mensch und Tier Vorsichtsmassnahmen treffen, um die kalten Tage ohne Zwischenfälle zu überstehen.

Kleinkinder sind besonders gefährdet

«Die Körper von Kindern kühlen schneller aus, als jene von Erwachsenen», sagt Felix Suter. Der Kinderarzt arbeitet in Teufen in einer Praxisgemeinschaft für Kinder und Jugendliche. Gerade die Bise und starker Wind verstärkten die Abkühlung des Körpers. Suter empfiehlt deshalb, Kleinkinder nicht über längere Zeit nach draussen zu nehmen. Bei einem Spaziergang von länger als einer Stunde drohten Erfrierungen. «Babys sollte man im Kinderwagen gut zudecken, oder dicht am Körper tragen und mit dem Mantel oder der Jacke zudecken», sagt Suter. Tragerucksäcke seien nicht zu empfehlen, da die Extremitäten wie Arme und Beine rausbaumeln und so schneller abkühlen. Für Kinder, die draussen spielen, sei die Kälte insofern gefährlich, weil der Mensch bei Anstrengung durch den Mund atmet. «So wird die kalte Luft nicht aufgewärmt und schadet der Lunge.»

Auch für ältere Menschen bestehen bei diesen Temperaturen Risiken. «Im Gegensatz zur Hitze stellt die Kälte die Leute, aber nicht vor grössere Probleme», sagt Markus Gmür, Geschäftsleiter der Pro Senectute Appenzell Ausserrhoden. Aus Angst, auszurutschen oder aufgrund anderer Gefahren blieben viele zu Hause.

Kälbergrippe geht um

Bergen die kalten Temperaturen auch Gefahren für Tiere? «Ja», sagt Tobias Fritsche, Inhaber der Tierklinik Appenzell. Gerade bei Kälbern gehe zurzeit eine Grippewelle um. Seine Mitarbeiter und er hätten deshalb alle Hände voll zu tun. Es sei nicht die Kälte, die den Felltieren zusetzt, sondern vielmehr der zugige Biswind, der durch die Ställe fegt. «Die Tiere mögen es kühl und zugluftgeschützt», sagt Fritsche. Weil sie es in Ställen älteren Baujahrs häufig zu warm hätten, seien neuere Ställe eher offen gebaut. Durch vermehrte Einstreu mit Stroh können die Landwirte laut Fritsche tiergerecht reagieren. Den Kälbern werden Schmerzmittel, fiebersenkende Medikamente und Vitaminzusätze verabreicht. Eine Lungenentzündung wird mit Antibiotika kuriert.

Auch Wildtiere spüren den Winter. Statt der Kälte machen ihnen aber hohe Schneelagen zu schaffen, sagt Andres Scholl der Abteilung Wald und Natur des Kantons Ausserrhoden. Auf der Schwägalp oder der Hochalp erschwere der tiefe Schnee die Futtersuche. Die Tiere seien durch ihr Fell und Gefieder jedoch auf den Winter vorbereitet. Dennoch gilt: «Je kälter es ist, desto grösser die Herausforderung für den Energiehaushalt.» Die Strategie der Wildtiere sei es deshalb, sich in die Wintereinstände zurückzuziehen und Ruhe zu bewahren. Der Mensch müsse deshalb in der Freizeit noch mehr Rücksicht nehmen, um beim Spaziergang durch den Wald die Tiere nicht zu stören. Scholl empfiehlt: «Wanderer, Schneeschuhläufer und Skitourengeher sollen auf den markierten Wegen und Routen bleiben und Hunde an der Leine behalten.»

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