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APPENZELLERLAND: Steinpilze lassen noch auf sich warten

Die Pilz-Hauptsaison ist eröffnet, doch Steinpilze lassen sich im Appenzellerland kaum finden – noch nicht. Experten sind aber zuversichtlich, dass es bald einen Schub geben wird. Ein wenig Glück beim «Pilzeln» hat man, wenn man einen einfachen Trick befolgt.
Alessia Pagani
Ein Wunschtraum: Noch lassen sich aufgrund des Wetters keine Steinpilze im Appenzellerland finden. (Bild: ky/Alessandro Della Bella)

Ein Wunschtraum: Noch lassen sich aufgrund des Wetters keine Steinpilze im Appenzellerland finden. (Bild: ky/Alessandro Della Bella)

APPENZELLERLAND. Für «Pilzler» startet nun die schönste Zeit des Jahres. In den kommenden Wochen werden wieder zahlreiche Hobbysammler durch die Appenzeller Wälder streifen, den Blick stets aufmerksam zu Boden gerichtet. Im Gegensatz zu einigen St. Galler Gemeinden kann an allen Werk- und Sonntagen «gepilzelt» werden. Einzig die Sammelmenge ist auf zwei Kilogramm pro Person beschränkt.

Als Hochsaison der Speisepilze gelten die Monate August bis Oktober. Dann haben auch Pilzkontrolleure alle Hände voll zu tun. Einer von ihnen ist Sepp Klarer. Der Herisauer hat bislang noch kaum Arbeit gehabt. Die Pilz-Ausbeute in den vergangenen Tagen sei gering gewesen. Das Wetter mache dem Pilzwachstum einen Strich durch die Rechnung: «Steinpilze gibt es noch gar keine.» Heuer hätte noch niemand einen solchen zur Bestimmung vorbeigebracht. Und auch der Experte selber ist während seinen regelmässigen Streifzügen noch nicht fündig geworden. «Dabei weiss ich genau, wo sie zu suchen sind.» Als Grund nennt Klarer die herrschenden Temperaturen: «Zwischenzeitlich gab es immer wieder zu kalte Phasen.»

Oberfläche zu trocken

Die Situation präsentiert sich in der ganzen Region ähnlich. Wie der Innerrhoder Pilzkontrolleur Franz Mock sagt, seien auch in Appenzell kaum Personen mit Steinpilzen zur Kontrolle gekommen. «Die Ausbeute ist noch nicht so gross.» Der Boden sei zwar durchtränkt mit Wasser, was an und für sich gut sei für das Pilzwachstum, die Oberfläche aber sei zu trocken und deshalb rissig. «Die Pilze können so weniger gut aus dem Boden herauswachsen», erklärt Mock. «Wenn der Regen dann kommt, sollten sie schnell spriessen.» Dennoch lassen sich dieser Tage Pilze finden. Mock: «Es gibt momentan viele Röhrlinge, nicht essbare Schönfussröhrlinge und Eierschwämmli.» «Mit letzteren kommen die Sammler einfach selten zu uns, weil sie ihn selber erkennen.»

Steinpilze im November

Steinpilze unterscheidet man in Untergruppen. Der Sommersteinpilz beginnt seine Saison bei entsprechender Witterung teilweise schon im Mai. «Die Späteren findet man auch im Oktober», so Mock. Oder gar noch später: «Wir hatten schon Hobbysammler, die im November eine Ausstellung mit Steinpilzen veranstalten konnten.» Das sei aber schon Jahre her.

Für Sepp Klarer steht derweil fest: Die Pilze wuchsen im Laufe der vergangenen Jahre generell immer später. «Der ideale Zeitpunkt fürs Sammeln von Steinpilzen ist eigentlich von Mitte bis Ende September», erklärt Klarer. «In den letzten Jahren hat sich die Saison aber immer mehr in den Spätherbst verschoben.» Teils würden nun auch im Dezember Steinpilze im Appenzellerland gefunden. Eine Prognose abzugeben oder den Saisonverlauf zu prognostizieren, sei jeweils schwierig. «Es ist die Natur, die hier Einfluss nimmt», sagt Sepp Klarer, der für das späte Wachstum auch Umweltverschmutzungen als mögliche Ursache nennt.

Auch im Botanischen Garten St.Gallen hat man die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Im Gegenteil, dort startet man erst ab August mit den Pilzkontrollen. Die Kontrolleure rechnen aufgrund des feuchten Wetters mit einem ergiebigen Pilzjahr.

Den «Pilzlern» bleibt da nur, abzuwarten und regelmässig die Lieblingsplätze zu besuchen. Mock gibt ihnen noch einen Tip mit auf den Weg: «Geht nicht am Wochenende, da sind alle im Wald unterwegs und klauen sich die Pilze weg.» Einfach aufmerksam am Waldrand oder auf den angrenzenden Wiesen Ausschau halten und sich auch von Misserfolgen nicht abschrecken lassen, lautet die Devise. Einige Stunden in der Natur, mit oder ohne Pilzfund, sind allemal gesund.

Analog zu Herisau und Appenzell helfen in Teufen Rosa Oehri 071 333 35 94 und Brigitte Preisig 071 333 10 56 bei der Pilzbestim- mung. Am Sonntag 17 bis 18.30 Uhr im Pilzhüsli neben dem Zeughaus Teufen, unter der Woche nach tele- phonischer Absprache.

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