APPENZELLERLAND: Spielend das Finanzwissen verbessern

Gestern ist im Beisein der Erziehungsdirektoren Ausserrhodens und Innerrhodens das Lernspiel «Heroes» vorgestellt worden. Es soll die Oberstufenschüler für einen besseren Umgang mit Geld sensibilisieren.

Roger.fuchs
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Die Erziehungsdirektoren Roland Inauen und Alfred Stricker lassen sich «Heroes» erklären. (Bilder: Roger Fuchs)

Die Erziehungsdirektoren Roland Inauen und Alfred Stricker lassen sich «Heroes» erklären. (Bilder: Roger Fuchs)

«Um das Finanzwissen der Jugendlichen ist es nicht gut bestellt. Deshalb sind viele verschuldet», sagt Beat W. Zemp. Er ist Zentralpräsident des Dachverbandes Lehrerinnen und Lehrer Schweiz. Gestern reiste er ins Schulhaus Gringel in Appenzell, um dortigen Oberstufenlehrkräften ein neues Lernspiel inklusive Begleitmaterialien für eine bessere Finanzkompetenz der Schüler vorzustellen. Das Spiel nennt sich «Heroes». Entwickelt wurde es vom Verein FinanceMission, dessen Träger der Dachverband der Lehrer Schweiz, das Syndicat des Enseignants Romands und die Kantonalbanken sind.

Stadt von Robotern befreien

Im Lernspiel schlüpfen die Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Superhelden. Sie müssen eine fiktive Stadt von raffgierigen Robotern befreien, die es auf Geld abgesehen haben. Dazu müssen sie geeignete Finanzierungsstrategien für Ausrüstungsgegenstände wählen, richtig budgetieren und die Zeitressourcen gut einteilen. Komplexe Sachverhalte sollen so auf eine den Jugendlichen vertraute Art und Weise erlebbar gemacht werden. «Hauptziel des Spiels ist es, nicht in die Verschuldung zu geraten», sagt Beat W. Zemp. Letztlich gehe es also um einfachste Budgetkompetenz. Das Spiel dient aber auch als Türöffner für den weiteren Unterricht. Mit Lernmaterialien, welche den Lehrpersonen aus dem Fach Wirtschaft, Arbeit und Haushalt zur Verfügung gestellt werden, können vielerlei Aspekte der Finanzwelt vertieft werden.

Gemäss Roland Inauen, Erziehungsdirektor von Appenzell Innerrhoden, ist es wichtig, dass die Schulen bezüglich der Finanzkompetenz einen Beitrag leisten. Den Anfang müsse aber das Elternhaus setzen. Inauens Pendant aus Ausserrhoden, Alfred Stricker, wies darauf hin, dass es Begeisterung brauche, um sich auf eine Sache einzulassen. Mit «Heroes» werde ein positives Feuerchen für einen sinnvollen Umgang mit Geld entzündet. Als Vertreter der Kantonalbanken war Ueli Manser, Direktor der Appenzeller Kantonalbank, zugegen. «Die Kantonalbanken fühlen sich mitverantwortlich, dass die Jugendlichen einen korrekten Umgang mit Geld lernen», so Manser. Die Banken hätten sich beim Lernangebot aber nicht inhaltlich beteiligt, sondern mit Finanzen dessen Umsetzung ermöglicht. In einem zweiten Teil konnten sich alle Anwesenden selbst ein Bild von «Heroes» machen. Schülerinnen und Schüler demonstrierten das Spiel.

Roger Fuchs

roger.fuchs

@appenzellerzeitung.ch

«Heroes» kann über www.financemissionheroes.ch heruntergeladen werden. Dazugehörende Unterrichtsmaterialien unter: www.financemission.ch