Appenzellerland
Personelle Wechsel prägen die Delegiertenversammlung des Appenzellischen Feuerwehrverbands

Der Appenzellische Feuerwehrverband hat einen neuen Präsidenten und einen verkleinerten Vorstand. Corona sorgte nebst allerlei Unbill für eine volle Kasse.

Werner Grüninger
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Die Feuerwehr bei einem Einsatz in Herisau im Jahr 2009.

Die Feuerwehr bei einem Einsatz in Herisau im Jahr 2009.

Bild: APZ

Das Jahr 2020 war auch für den Appenzellischen Feuerwehrverband geprägt durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Die in der 150-jährigen Geschichte erstmalige Verschiebung und schliessliche Absage der Delegiertenversammlung, die Durchführung einer schriftlichen Abstimmung und die diversen Absagen von Sitzungen, Treffen und Anlässen mit Partnerorganisationen beeinflussten das Vereinsleben grundsätzlich. Aufgrund der Pandemie musste die Delegiertenversammlung schon zum zweiten Mal schriftlich durchgeführt werden. Nach Ablauf der Eingabefrist haben 82 Delegierte den Anträgen des Vorstandes, die zu keinerlei Diskussionen Anlass gaben, zugestimmt.

Vorstand wegen Personalmangel verkleinert

In seinem Jahresbericht nahm der scheidende Präsident Dominik Zimmermann Stellung zu den zeitgemässen und bedürfnisorientierten Aufgaben des Appenzellischen Feuerwehrverbandes, zur Struktur des Vorstandes und personellen Lösungen für die Zukunft. Dabei wurden einerseits die Bedürfnisse und Erwartungen an den Verband, anderseits aber auch die zukünftigen Möglichkeiten und zu erwartenden Einschränkungen des Verbandes neu definiert. Ziel ist es, die Strukturen zu erhalten und bereit zu sein, falls der Verband intensiver benötigt wird. Mit der Reduzierung von sieben auf fünf Vorstandsmitglieder wird dem personellen Engpass für Führungspersonen im Feuerwehrwesen Rechnung getragen. Die regionale Verteilung der Vorstandsmitglieder führt zu einer optimalen Vernetzung des Verbandes mit den Wehren und steigert so auch die Akzeptanz. Die Vorschläge zur Statutenrevision wurde sämtlichen Kommandanten und Instruktoren zugeschickt und genehmigt.

Statutarische Geschäfte

Die statutarischen Geschäfte gaben zu keinerlei Diskussionen Anlass und wurden genehmigt. Rückblickend hielt Zimmermann fest, dass im letzten Jahr in Inner- und Ausserrhoden total 563 Einsätze mit insgesamt 12'037 Einsatzstunden geleistet wurden. Die durchschnittlichen Instruktorentage betrugen im Jahre 2020 rund sechs Tage. Zu den alarmmässig aufgebotenen Einsätzen gehörten Brandeinsätze, Unwettereinsätze, Strassenrettungen, die Ölwehr sowie diverse Hilfeleistungen und Nachbarhilfen. Das Kurswesen wurde durch die Pandemie und die nötig gewordenen Massnahmen und Vorgaben so stark beeinflusst wie noch nie.

Bruno Schläpfer von der Feuerwehr Teufen-Bühler-Gais ist neuer Präsident des Appenzellischen Feuerwehrverbands.

Bruno Schläpfer von der Feuerwehr Teufen-Bühler-Gais ist neuer Präsident des Appenzellischen Feuerwehrverbands.

Bild: PD

Aus dem Kantonalvorstand lagen die Rücktritte von Joe Gwerder, Finanzen, Herisau, Michael Müller, Ausbildung, Herisau, und Tamara Schafroth, Sekretariat, Rüte, vor. Auf die diesjährige Delegiertenversammlung haben Dominik Zimmermann (Weissbad) als Präsident und Sven Gerig (Heiden) als Kassier den Rücktritt eingereicht. Somit stellten sich Markus Speck, Appenzell, Stephan Schmocker, Regiwehr, Bruno Schläpfer, TBG, und Claudia Frick, Urnäsch, zur Wiederwahl. Neu in den Vorstand gewählt wurde Gustav Fitze, Bühler, TBG. Zum neuen Präsidenten wurde Bruno Schläpfer, Bühler, Feuerwehr Teufen-Bühler-Gais, gewählt. Aus der Geschäftsprüfungskommission haben Barbara Screta, Rehetobel, und Ueli Rechsteiner, Gonten, den Rücktritt eingereicht und wurden ersetzt durch Patrick Stoffel, Wald-Rehetobel, und Dominik Manser, Schwende. Verbleibendes Mitglied ist Nico Hafner, Schwellbrunn. Die Jahresrechnung schliesst mit einem Gewinn von 11'000 Franken ab, wobei der Hauptteil am Besserabschluss die nicht stattgefundene Jubiläums-DV sowie Besuche bei Partnerverbänden und damit verbundenen Spesen zurückzuführen ist. Für 2021 wird mit einem Verlust von 4000 Franken budgetiert. Austragungsort der DV 2022 ist Oberegg (Oberegg-Reute). Die Delegierten sind mit grossem Mehr den Vorschlägen des Vorstandes gefolgt und haben diese genehmigt.

Gelungene Statutenrevision

Die Statutenrevision hat den Vorstand im vergangenen Jahr intensiv beschäftigt, auch die Wehren haben sich im Rahmen der Präsentation und einer Vernehmlassung daran beteiligt. Der Vorstand freut sich über die grosse Zustimmung zu der Veränderung und dankt den Wehren ausdrücklich für ihr Vertrauen und ihr Mitwirken. Diese Abstimmung wirkt sich in verschiedenen wichtigen Bereichen wesentlich auf die Führung und die Aufgabengestaltung des Appenzellischen Feuerwehrverbandes aus.