Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

APPENZELLERLAND: Kirche spart: Jahresbericht nur noch digital

In der zweiten Lesung zur Verzichtsplanung wird das Kirchenparlament der reformierten Landeskirche beider Appenzell Nägel mit Köpfen machen. Gespart werden soll auch beim Kirchenrat.
Roger Fuchs

Die Jahresrechnungen der evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell haben im 2015 und 2016 ein strukturelles Defizit von rund 80 000 Franken ausgewiesen. Der Auftrag war entsprechend klar: Der Kirchenrat hatte unter Berücksichtigung aller Kostenstellen eine Verzichtsplanung auszuarbeiten. Nach der ersten Lesung im Frühjahr steht am kommenden Montag die zweite Lesung in der Synode, dem Kirchenparlament, an. «Jetzt werden Beschlüsse gefasst», so Kirchenratspräsident Koni Bruderer.

Aus den Unterlagen zuhanden der Synode geht hervor, dass die Exekutive seit der ersten Lesung nochmals alle möglichen Sparpunkte besprochen und die eigene Haltung definiert hat. Bereits ab kommendem Jahr budgetwirksam werden soll eine Reduktion von zehn Prozent beim Pensum des Kirchenrates. Diese zehn von aktuell 130 Stellenprozenten konnten bislang flexibel unter den Kirchenratsmitgliedern verteilt werden. Der Kirchenrat wird ohne Leistungsabbau auf diese verzichten.

Auflösung und Vereinsaustritt

Die Auflösung der Fachstelle «Weltweite Kirche und Entwicklungszusammenarbeit» soll ebenfalls ab 2018 die Finanzen entlasten. Ursprünglich dachte der Kirchenrat noch daran, entsprechende Leistungen bei der St. Galler Kirche einzukaufen. Doch darauf soll verzichtet werden in der Annahme, dass die Arbeitsgruppe zur Umsetzung des Diakoniekonzepts dieses Themenfeld aufnimmt.

In der Mitgliedschaft beim Verein für ökumenische Medienarbeit sieht der Kirchenrat keinen Nutzen mehr. Die Mitgliedschaft wurde per Ende 2017 gekündigt. Mittelfristig soll über eine Fachstelle für Öffentlichkeitsarbeit nachgedacht werden. Mittelfristig heisst «in drei bis vier Jahren».Gespart wird ab kommendem Jahr auch bei Pflichtbeiträgen und freiwilligen Zuwendungen. Alles in allem sollen die genannten Punkte das Budget ab 2018 um 45 000 Franken entlasten.

Weitere Sparmassnahmen folgen dann ab 2019. Dazu gehört, wenn dies ebenfalls wie in der ersten Lesung ohne Kontroverse durchgewunken wird, der Jahresbericht. Dieser soll fortan nur noch digital und ohne Kirchgemeindeporträts und ohne Personenporträts erscheinen.

Im Gespräch mit Beratungsstelle Altstätten

Am meisten zu reden gab in der ersten Lesung der geplante Verzicht auf eine eigene Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen. Aufgrund zwischenzeitlich geführter Gespräche hat sich gemäss dem Kirchenrat herauskristallisiert, dass eine Kooperation mit der Beratungsstelle in Altstätten mit einem Standort in Herisau realisierbar wäre. Die Vorlage der vorberatenden Kommission zur kompletten Streichung dieses Angebots unterlag bei einer Konsultativabstimmung in erster Lesung.

50 000 Franken weniger ausgeben will man ab 2019 beim Kirchenblatt Magnet. Neu sollen dafür noch 150 000 Franken aufgewendet werden. Die Diskussion zur Kürzung wurde in erster Lesung nicht genutzt. Jedoch herrschte Uneinigkeit darüber, was mit den Minderausgaben passieren soll. Ein Antrag, dass dieser Betrag weiterhin der Landeskirche zur Verfügung stehen und nicht an die Kirchgemeinden fliessen soll, fand eine deutliche Mehrheit.

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.