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APPENZELLERLAND: Kein guter Festivalsommer

Gleich zwei Events werden dieses Jahr nicht stattfinden. Während beim Postplatzfestival vielleicht endgültig Schluss ist, legt das Familienfestival nur eine Pause ein.
Karin Erni
Ob auf dem Postplatz in Appenzell jemals wieder ein Festival stattfindet, ist derzeit fraglich. (Bild: APZ)

Ob auf dem Postplatz in Appenzell jemals wieder ein Festival stattfindet, ist derzeit fraglich. (Bild: APZ)

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch

Grosse und kleine Musikfans aus dem Appenzellerland müssen auf zwei liebgewordene Anlässe verzichten. Das Postplatzfestival Appenzell und das Familienfestival Urnäsch werden diesen Sommer nicht stattfinden. In beiden Fällen ist «die Luft draussen», wie es auf Anfrage heisst. Während Postplatz-Organisator Martin Birrer nicht sicher ist, ob es zu einer 24. Ausgabe des Festivals kommt, will das Organisationskomitee des Familienfestivals lediglich eine kreative Pause einlegen. Das Grundproblem ist bei beiden Anlässen, dass die Organisation durch ehrenamtlich tätige Mitglieder erfolgt. Während sich grosse Festivals Vollzeitstellen leisten können, ist bei den kleineren Anlässen Idealismus nötig, um die Arbeit neben der Berufstätigkeit auf sich zu nehmen.

Das Postplatzfestival ist eng verknüpft mit dem in Appenzell aufgewachsenen Martin Birrer. 20 Jahre war er im OK. Nun hat er sich daraus zurückgezogen. «Der Aufwand wird unterschätzt. Bis zu 200 Arbeitsstunden habe ich jeweils investiert.» Verhandlungen mit Sponsoren und Bands müssten unter Tag stattfinden. «Schwierig, wenn man einen 100-Prozent-Job ausübt.» Zur zeitlichen komme noch die grosse Belastung wegen der Finanzen dazu. «Wir haben mehrmals rote Zahlen geschrieben. Im letzten Jahr war das Festival dank Züri West glücklicherweise ausverkauft.»

Das Problem kennen gemäss Birrer alle Organisatoren von Open-Air-Anlässen dieser Grösse: «Es ist eine Gratwanderung. Damit die Leute kommen, muss man einen Top-Act engagieren. Diese verlangen aber wahnsinnige Gagen und der Organisator geht ein hohes finanzielles Risiko ein.» Dass das Postplatzfestival nicht mehr stattfinden solle, fänden in Appenzell viele Leute schade und es gebe einige, die es weiterführen möchten, sagt Birrer. «Theoretisch ist es möglich. Die Wertschätzung und die Akzeptanz waren gross. Ich bin auch bereit, einem allfälligen Nachfolger mein Know-how zur Verfügung zu stellen.»

Positive Töne beim Familienfestival

Simone Zuberbühler, OK-Präsidentin des Familienfestivals Urnäsch, ist optimistisch, dass es nach der einjährigen Pause weitergeht. Es sei dieses Jahr einiges zusammengekommen. «Sobald es um Sponsorengelder geht, braucht es viel Zeit und gute Kontakte, damit die Finanzierung eines solchen Anlasses zu Stande kommt.» Für kleinere und mittlere Veranstaltungen werde es zunehmend schwieriger, Sponsorengelder zu beschaffen, so Zuberbühler. «Wir hätten es mit viel Glück geschafft, das Festival durchzuführen. Das wäre aber mit grossem Druck für das ganze OK verbunden. Da wir alle ehrenamtlich arbeiten, wollten wir uns nicht zu sehr belasten.» Eine Pause tue manchmal gut, um den Wert der Sache zu erkennen. «Wir freuen uns jetzt schon auf die strahlenden Kinderaugen im nächsten Jahr.» Die Pause will das OK nutzen, um strategische Fragen zu klären. Man wolle prüfen, ob das Angebot in dieser Form noch zeitgemäss sei und ob allenfalls Anpassungen nötig seien, so Zuberbühler. «Wir wollen auch Ideen des Publikums aufnehmen, um das Festival noch attraktiver zu machen.»

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