Appenzellerland
«Ich dachte, der Bach ist schon etwas laut»: Rohrbruch in Rehetobel legt kurzzeitig Wasserversorgung lahm

Am Sonntagmorgen brach ein Wasserrohr auf Höhe der Malerei Sturzenegger in Rehetobel. Dabei lief das gesamte Reservoir «Ob dem Holz» aus – in der Dorfzone fehlte daraufhin das Wasser. Die Aufräum- und Reparaturarbeiten sind aufwendig.

Elia Fagetti
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Ein kleiner Riss genügt, um die grossen Wassermengen in den Rohren freizusetzen.

Ein kleiner Riss genügt, um die grossen Wassermengen in den Rohren freizusetzen.

Bild: Richard Sennhauser

Die Rechtoblerin Erika Kürsteiner ahnte am Sonntagmorgen zunächst nichts: «Ich lag im Bett und hörte ein Rauschen. Ich dachte: Der Bach ist schon etwas laut.» Als sie später aufstand, sah sie die Folgen des Wasserrohrbruchs an der St.Gallerstrasse. Die Anwohnerin sagt:

«Mein Vorplatz war überschwemmt.»

Wäre sie gleich aufgestanden, als ihr Rauschen aufgefallen war, dann hätte sie miterlebt, wie die Wassermassen Schlamm und Steine auf den Platz trugen.

Hilfe aus Heiden

Der Vorfall ereignete sich am frühen Sonntagmorgen auf Höhe der Malerei Sturzenegger in Rehetobel. Dort brach ein Graugussrohr, wie Richard Sennhauser, Gemeinderat von Rehetobel, auf Anfrage bestätigt. Bis zum Mittag lief das gesamte Wasser aus dem Reservoir «Ob dem Holz» aus. Einige Anwohner schliefen zur Zeit des Rohrbruchs und bemerkten erst im Laufe des Vormittags die Schäden: Die gesamte Wasserversorgung brach in der Dorfzone zusammen.

Zur Hilfe eilte die Gemeinde Heiden. Das geleerte Reservoir wurde mittels Pumpwerk Brunnen mit Wasser aus dem Bodensee wieder aufgefüllt. Am Montag begannen mit den Aufräumarbeiten.

Wie es in der Mitteilung der Gemeinde heisst, hat sie den defekten Leitungsabschnitt rasch ausser Betrieb genommen. Die betroffenen Liegenschaften wurden provisorisch versorgt – mit Wasser aus einem nahen Hydranten.

Ursache unklar

Da das Leitungsnetz entleert wurde, erklärt Sennhauser, sei es nicht auszuschliessen, dass es mehrere Brüche oder Risse gegeben habe. Dies könne verschiedene Gründe haben. Er nennt etwa Luft im Rohr, eine nicht saubere Ummantelung oder ein Ermüdungsbruch. Aktuell stehe noch nicht fest, warum das Rohr gebrochen sei. Klar scheint allerdings: Sie seien zu jung, um wegen Altersschwäche zu brechen, sagt Sennhauser. Er begründet dies so:

«Die durchschnittliche Lebensdauer einer Wasserleitung ist 80 Jahre. Der gebrochene Rohrabschnitt war 1977 und 1987 saniert worden.»

Auch Glück gehabt

An anderen Orten gebe es grosse Löcher, wenn ein Rohr breche. So etwas könne passieren. Es sei einer der grössten Rohrbrüche gewesen, die Rehetobel bislang erlebt habe, sagt Sennhauser. Man habe auch Glück gehabt. Die Gemeinde erneuere regelmässig die Wasserversorgung. Zur Sanierung des Reservoirs «Ob dem Holz» wurde im Jahr 2015 ein Kredit von 30'000 Franken gesprochen. Sennhauser sagt, dass nächstes Jahr wieder Sanierungsarbeiten anstehen.

So sah es vor zwei Jahren zwischen Amriswil und Sommeri aus. Hier wurde eine Strasse unterspült.

So sah es vor zwei Jahren zwischen Amriswil und Sommeri aus. Hier wurde eine Strasse unterspült.

Bild: PD

Strasse könnte unterspült sein

Der Schaden an der St.Gallerstrasse wird durch das Tiefbauamt Heiden evaluiert. Es stehe noch nicht fest, inwiefern das Wasser die Strasse unterspült hat, erklärt Sennhauser. Während der Aufräumarbeiten werde ein grösserer Leitungsabschnitt komplett erneuert, deswegen sei es noch nicht klar, wie lange die Reparaturen dauern werden. Der Gemeinderat meint dazu:

«Wir wollen die Kantonsstrasse nicht zu lange blockieren.»

Für weitere Fragen der Anwohner steht nicht wie gewohnt der Wasserwart Ruedi Egli zur Verfügung. Er ist wegen Krankheit abwesend. Damit die Dienstleistung gedeckt ist, übernimmt Erwin Brülisauer diese Aufgaben. Somit will die Gemeinde sicherstellen, dass die Dienstleistungen ohne Unterbruch angeboten werden können, erklärt der Gemeinderat.

Gemeinde hat schnell gehandelt

Die Bevölkerung nimmt den Wasserrohrbruch insgesamt gelassen auf. Die Bäckerei-Konditorei Weinburg liegt etwas unterhalb des Hauses von Kürsteiner. Irene Kern-Fuchs sagt, einen halben Tag kein Wasser zu haben, sei nicht so schlimm. «So etwas ist doch normal.» Die Gemeinde habe sehr schnell gehandelt und in der Umgebung eine Notversorgung mit Wasser eingerichtet.