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APPENZELLERLAND: Hotelzimmer ohne Wände und Dach offiziell eröffnet

Am Freitag eröffnete das Null-Stern-Hotel auf dem Gipfel Göbsi offiziell sein Zimmer. Weil zu einem Kunstwerk ein Label gehöre, wurde es ausgezeichnet. Bis die ersten Gäste im Bett unter freiem Himmel nächtigen, braucht es noch etwas Wesentliches.
Die Riklins verpassen dem Kunstwerk unter den Augen zahlreicher Mitwirkender sein Label. (Bild: PAG)

Die Riklins verpassen dem Kunstwerk unter den Augen zahlreicher Mitwirkender sein Label. (Bild: PAG)

Zuerst sah es ganz so aus, als meine es das Wetter nicht allzu gut mit den Riklin-Brüdern und Hotelier Daniel Charbonnier. Just nachdem die geladenen Gäste am Freitagabend den Weg auf den Gipfel Göbsi hinter sich gebracht hatten, begann es zu regnen. Das Bett im Hotelzimmer ohne Dach musste kurzfristig mit einer Blache bedeckt werden. Doch der Regen hielt nur kurz und machte der Sonne wieder Platz. So konnten die drei Initianten die Kunstinstallation dennoch planmässig eröffnen. «Es ist ein sehr emotionaler Moment für uns», so Frank Riklin.

«Mit dem Projekt waren wir immer wieder an einem Ort, wo wir gedacht haben: Das schaffen wir nicht. Dann gab es wieder Tage, an denen wir hocheuphorisch waren», sagte Urs Berger zu den Anwesenden. Eingeladen waren all jene, die in irgendeiner Weise am Projekt mitgearbeitet haben – so beispielsweise die Verantwortlichen der beiden Tourismusorganisationen Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden Urs Berger und Guido Buob, die Marketingverantwortlichen der beiden Kantone, aber auch Vertreter der Tiefbaufirma, welche das Loch ausgehoben hat, oder umliegende Landwirte. «Hier oben trifft nicht nur Kunst auf Tourismus, sondern Kunst trifft auf die gesamte Wirtschaft», sagte Oliver Forrer von Forb Kommunikation, der die Projekte der beiden Riklin-Brüder seit Jahren begleitet. «Das Null-Stern-Hotel zeigt, was geschieht, wenn gewohnte Strukturen durchbrochen werden.» Würden Kunst und Wirtschaft isoliert bleiben, würden wohl weniger neue Perspektiven entstehen und der Horizont bleibe etwas kleiner. «Es ist eine Gesamtperformance. Es geht um soziale Partizipation», so Frank Riklin. Im Null-Stern-Konzept gebe es daher auch keinen Hotelier im klassischen Sinn. «Der Hotelier ist die Region und die Bevölkerung.»

Nach den offiziellen Ansprachen ging es darum, das Zimmer ohne Wände offiziell zur Kunst zu machen. «Das Null-Stern-Zimmer ist ein Gesamtkunstwerk, und jedes Kunstwerk im Museum hat ein Schild», so die Riklins, welche sich ohne Umschweife mit Schraubenzieher daran machten, der Installation ein Label in Form eben dieses Schildchens zu verpassen.

Noch fehlt etwas ganz Wichtiges für die reibungslose Betreuung der künftigen Gäste: der Butler-Stab für die rund 90 Nächte von Juni bis September muss vervollständigt werden. Sieben In­ter­essenten haben sich gemeldet, darunter auch eine 59-jährige Genferin. Diese Woche sollen die Bewerbungsverfahren durchgeführt werden.

Über 1000 Medien aus den verschiedensten Ländern haben in den vergangenen zehn Monaten über das Projekt berichtet. Jetzt nach der offiziellen Eröffnung des Null-Stern-Hotels können Buchungen für die Nächte unter dem Appenzeller Himmel getätigt werden. Rund 1300 Reservationsanfragen sind schon bei den Initianten eingegangen. Was heisst: das Zimmer wird sehr schnell ausgebucht sein. Wer dennoch nicht auf den Spass in der freien Natur verzichten will, kann sich gemäss den Riklins in eine Warteliste für 2018 eintragen lassen.

Alessia Pagani

alessia.pagani@appenzellerzeitung.ch

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