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APPENZELLERLAND: Die richtige Balance finden

Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedeutet, unterschiedliche Lebensaufgaben im Gleichgewicht zu halten. Dies ist nicht immer ganz einfach, wie bekannte Persönlichkeiten aus der Region bestätigen.
Alessia Pagani
Der Alpstein dient vielen Menschen in der Region als Ort der Entspannung und der Kraft. (Bild: Urs Jaudas)

Der Alpstein dient vielen Menschen in der Region als Ort der Entspannung und der Kraft. (Bild: Urs Jaudas)

Wer kennt es nicht: Man kommt nach der Arbeit nach Hause und grübelt weiter über den Tag nach. E-Mails lesen hier, Akteneinsicht da. Der Arbeitsalltag dreht sich auch in der heimischen Stube munter weiter. Dann warten noch elterliche Pflichten oder das Vereinsleben, das gepflegt werden muss. Wenn die Work-Life-Balance – oder auch die Life-Domain-Balance, also die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben – aus dem Gleichgewicht kommt, könne dies unangenehme Folgen haben, sagt Angélique Kellenberger. Sie bietet diesbezügliche Kurse an, so auch für die Erwachsenenbildung AR. «Wer die Balance zwischen Arbeit und Privatleben nicht in den Griff bekommt, läuft Gefahr, früher oder später zu erkranken.»

«Arbeitgeber können viel zu einer guten Work-Domain-Balance beitragen», sagt Regula Weber, Geschäftsführerin der Fachstelle UND in Zürich. Weber macht aber auch darauf aufmerksam, dass Private Massnahmen ergreifen können. «Durch gute Planung wird vieles einfacher. Es hilft, wenn man die Aufgaben gut aufeinander abstimmt.» Auch hilfreich seien Gespräche, denn nur wer von der Überforderung Kenntnis habe, könne auch Verständnis dafür aufbringen.

Die Natur als Entspannung

Stellvertretend für viele haben drei bekannte Personen aus der Region ihre «Erfolgsrezepte» verraten.

«Work-Life-Balance ist natürlich ein wichtiges Thema, auch für mich», sagt Herisaus Gemeindepräsident Renzo Andreani. Als Indikator diene ihm seine Frau, die jeweils sage, wenn es für ihn zu viel sei und er sich kleine «Oasen» in den Alltag einbauen müsse. «Sie ist die wichtigste Hilfe und ich bin froh und dankbar, dass sie interveniert, sonst arbeite ich einfach zu viel. Es ist ganz wichtig, dass man sich mit anderen austauscht. Selber merkt man die Erschöpfung oft nicht.» Ihm würden auch fixe Tagesstrukturen helfen. «Wir achten darauf, morgens und mittags gemeinsam zu essen. Auch diese Minuten sind Oasen für mich und eine gute Möglichkeit über andere Themen als die Arbeit zu sprechen.» Weil er oft auch an Wochenenden Termine habe, nehme er sich dann und wann am Freitagnachmittag frei. «Dann gehe ich mit meiner Frau in den Alpstein. Dort, oder allgemein in der Natur, habe ich einen guten Ausgleich zum Arbeitsleben.»

Gabriela Manser, Geschäftsführerin von Goba, unterscheidet zwischen zwei Ebenen: «Einerseits die Betrachtung auf das ganze Jahr. Hier finde ich es wichtig, dass ich mir Ferien gönne – und das auch dann, wenn es viel zu tun gibt.» Zudem gehöre auch der tägliche Umgang mit Unvorhersehbarem dazu. «Häufig gehe ich an die frische Luft, um den Kopf durchzulüften.» Sie schliesse oft die Augen und gehe in sich. «So kann ich meinen Körper bewusst wahrnehmen und ihm gerecht werden.»

Auch für Ausserrhodens Regierungsrat Alfred Stricker ist frische Luft und Bewegung ein wichtiger Aspekt. Manchmal nehme er den Heimweg nach Stein zu Fuss in Angriff. «Eine Spritztour frühmorgens im Alpstein oder ab und zu in einem Zäuerli mitsingen zu dürfen ist für mich ebenfalls Lebenselixier vom Feinsten. Das ist Ausgleich pur.» Es sei wichtig, regelmässig bewusst auch mal Abstand zu nehmen von Sitzungen, Besprechungen und Büroarbeit. Es gelte die Prioritäten richtig zu setzen und den Arbeitsalltag mit der nötigen Distanz zu reflektieren, um Gelassenheit und Geduld zu finden. «Mit der Vielseitigkeit in der Erholung bin ich auf Kurs, mit der Verteilung muss ich vermutlich längerfristig die Arbeitsmenge etwas zurücknehmen. Diese Freiheit und auch Verantwortung habe ich und erachte es als Privileg, dabei zumindest teilweise selber bestimmen zu können.» Eine Gesundheitsgarantie gebe es nicht. «Als Regierungsmitglied ist es aber das klare Ziel, meine Aufgaben längerfristig und leistungsfähig wahrzunehmen und das funktioniert nur, wenn ich diesen Ausgleich wahrnehmen will und kann.»

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