APPENZELLERLAND: «Die Musik im Dorf ist wie das Salz in der Suppe»

Die Politik hat sich im Rahmen der Delegiertenversammlung des Appenzeller Blasmusikverbandes zur Blasmusik bekannt. Diese wird als wichtig empfunden und geschätzt.

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15 Musikanten konnten in diesem Jahr als Kantonale und Eidgenössische Veteranen oder Kantonale Jubilare geehrt werden. (Bild: KS)

15 Musikanten konnten in diesem Jahr als Kantonale und Eidgenössische Veteranen oder Kantonale Jubilare geehrt werden. (Bild: KS)

An seiner ersten und letzten Delegiertenversammlung des Appenzeller Blasmusikverbandes (ABV) durfte Interimspräsident Martin Meier alle 25 Vereine des Verbandsgebietes in Schwende willkommen heissen. Unter den Gästen befanden sich Ständeratspräsident Ivo Bischofberger, Nationalrat David Zuberbühler, Landeshauptmann Stefan Müller und der Bezirkshauptmann von Gonten, Ruedi Eberle. Zahlreiche Delegierte benachbarter Kantonalverbände und des Schweizerischen Musikverbandes sowie die zwei Ehrenpräsidenten Heinz Jucker und Werner Willi beehrten die Versammlung.

Obwohl das vergangene Jahr ruhig verlief, freute sich Meier, die ABV-Leitung in neue Hände zu legen. Claudia Frischknecht ihrerseits konnte sich im vergangenen Jahr im Vorstand optimal auf ihre Arbeit als Präsidentin vorbereiten. Die Delegierten wählten die 36-Jährige einstimmig zu ihrer Präsidentin.

Rückblickend betrachtet Martin Meier das Eidgenössische Musikfest in Montreux als Höhepunkt. Er freute sich über die Teilnahme von sieben Appenzeller Vereinen, die durchwegs gute Resultate erzielten. Als grosses Ziel für die Zukunft sieht der ABV die Jugendförderung. Glücklicherweise konnte der Mitgliederschwund im vergangenen Jahr gestoppt werden. Es sei aber trotzdem nötig, weiter am Ball zu bleiben, erklärte Meier. Der ABV macht das mit dem Projekt Jugend-Brass-Band Appenzellerland (JBBA).Dieses Jahr übernimmt die musikalische Leitung der JBBA Matthias Keller, Dirigent der Bürgermusik Gonten. Die Jugend-Brass-Band wird als Projekt geführt. Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 20 Jahren proben an fünf Samstagen und üben das Zusammenspiel. Zusätzlich knüpfen sie Kontakte mit Gleichgesinnten und können das Gelernte an zwei Konzerten zum Besten geben.

Jugendförderung wird grossgeschrieben

Die im vergangenen Jahr vergebenen ABV-Preise «Jugend belohnen» und «Jugend fördern» gingen an den jungen Perkussionisten Severin Rusch aus Gonten einerseits und an seinen Lehrer, Stefan Herzig, andererseits. Herzig hat im ABV-Vorstand das Ressort Jugend inne. Als Überraschungsgast trat Rusch mit seinem Solostück «Cross over» auf und löste bei den Delegierten Begeisterungsstürme aus. Mit diesem Stück gewann Rusch im vergangenen Jahr bereits am Schweizerischen Drummer- und Percussionisten-Wettbewerb in Altishofen.

Nach den Grussworten der Standeskommission bekennt sich Landeshauptmann Stefan Müller als aktiver Musikant zu seiner Liebe zur Musik. Er sieht darin einen unersetzlichen Gegenpol zu Stress. «Musik ist wohltuender als jede Räucherstäbli-Meditation», meint Müller. Zudem gebe die Blasmusik vielen kirchlichen oder politischen Festen einen würdigen Rahmen. «Was wäre der Kanton ohne Blasmusik?», lautet seine rhetorische Frage. So sieht das auch der Bezirkshauptmann von Gonten, Ruedi Eberle: «Die Musik im Dorf ist wie das Salz in der Suppe.»

Karin Steffen

redaktion@appenzellerzeitung.ch