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APPENZELLERLAND: Die Crux mit den Elterntaxis

Immer wieder kommt es vor, dass Eltern ihre Kinder zur Schule fahren. Für einige Gemeinden wird dies zum Problem. Dabei hätte der Fussweg für Kinder durchaus Vorzüge.
Alessia Pagani / Roger Fuchs
Beim Landhaus grenzt die Hauptstrasse direkt ans Schulgelände. Elterntaxis sorgen hier regelmässig für gefährliche Situationen. (Bild: PAG)

Beim Landhaus grenzt die Hauptstrasse direkt ans Schulgelände. Elterntaxis sorgen hier regelmässig für gefährliche Situationen. (Bild: PAG)

APPENZELLERLAND. Elterntaxis werden in Münchwilen in Zukunft bei der Polizei angezeigt. Dies wurde gestern bekannt. «Auch bei uns sind Elterntaxis ein grosses Thema», sagt Oliver Menzi, einer von drei Schulleitern in Teufen. Gerade in Niederteufen würden Zufahrten oft zuparkiert oder Wege von den Eltern als Parkplätze benutzt. «Die hohen Verkehrsaufkommen vor den Schulen stellen für die Kinder eine Gefährdung dar.» Auf Wunsch des Elternrats hat die Gemeinde die Situation überprüft und erste Massnahmen getroffen: «Entlang der Schulhausstrasse in Niederteufen besteht jetzt ein Parkverbot», so Menzi. Zudem hat der Elternrat sämtliche Eltern in einem Flyer darauf hingewiesen, Laufgemeinschaften zu bilden oder den eigenen Kindern den Schulweg zuzutrauen. «Man stärkt die Kinder dadurch auch», so Menzi. Es seien immer viele Erlebnisse und Freiräume mit dem Schulweg verbunden. Um den Elterntaxis weiter einen Riegel vorzuschieben, werden demnächst Plakate aufgestellt.

In Herisau sind Elterntaxis ebenfalls ein aktuelles Problem. Schon mehrfach seien Meldungen eingegangen, dass sich durch das erhöhte Verkehrsaufkommen vor Schulhäusern gefährliche Situationen ergeben hätten, sagt die für das Schulwesen zuständige Gemeinderätin Annette Joos-Baumberger. Konkret nennt sie die Schulhäuser Kreuzweg und Landhaus. Die Schulleitung suche in Kooperation mit Kanton und Polizei nach Lösungen. Zusätzlich würden Eltern regelmässig darauf hingewiesen, die Fahrten auf ein Minimum zu beschränken. Auch Joos weist auf die für die Kinder wichtigen Erfahrungen auf dem Schulweg hin. Und Schulleiter Michael Häberli ergänzt: «Der Gesundheitsaspekt darf ebenfalls nicht vernachlässigt werden. Da stellt man Fitnessprogramme zur Verfügung, dabei hätte man jeden Tag eines kostenlos.»

Je nach Distanz finanzielle Unterstützung

Zwar bekannt, aber kein Problem stellen Elterntaxis in der Gemeinde Gais dar. Oft sei die Anzahl der Autos vor dem Schulhaus auch abhängig von der Witterung, sagt Schulleiter Thomas Mainberger. Vereinzelte Familien würden allerdings dermassen weit weg wohnen, dass sie auf der Basis des Schulbeitragsreglements eine finanzielle Unterstützung bekämen. Mit dem Geld könnten sie dann dem Kind beispielsweise eine Zonenkarte kaufen. Um Elterntaxis nicht zum Problem werden zu lassen, ist man gemäss Mainberger bestrebt, an Elternabenden immer wieder darüber zu sprechen. Auch in der Vorderländer Gemeinde Rehetobel kann nicht von einem Problem gesprochen werden, wie Schulleiterin Maria Etter ausführt. Hier würden die Kinder nur ab und zu in die Schule gefahren. «Und das eigentlich nur bei <Notfällen>, wenn zum Beispiel die Zeit nicht mehr reicht.» Die Kinder gehen in Rehetobel zu Fuss oder mit dem Postauto in die Schule, letzteres ersetze den Schulbus, wie Etter erklärt. Trotzdem ist der Gemeinde das Phänomen bekannt. «Vor einigen Jahren hatten wir eine Zunahme festgestellt und im Elternbrief darauf hingewiesen», so Etter, die den Schulweg als wichtige Entwicklungszeit nennt: «Das ist ein Moment, in dem die Kinder unter sich sein können. Man kann ihnen den Schulweg alleine zutrauen.» Zumal die Schüler durch Verkehrspolizisten jährlich in Sachen Schulwegsicherheit geschult würden.

Wert darauf, dass Schülerinnen und Schüler den Weg zu Fuss gehen, legt man auch in Appenzell. Der Schulrat ist denn auch noch nie damit konfrontiert worden, dass Elterntaxis ein Problem wären.

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