APPENZELLERLAND: Autobahnzubringer rückt näher

Gestern passierte der Fonds für den Strassen- und Agglomerationsverkehr NAF nach dem Stände- auch den Nationalrat. Damit erhält der Strassenbau jährlich 650 Millionen Franken mehr. Ein Teil des Geldes soll auch ins Appenzellerland fliessen.

Karin Erni
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Beim Schwänli-Kreisel ist der Herisauer Anschluss an die Nationalstrasse vorgesehen. (Bild: ker)

Beim Schwänli-Kreisel ist der Herisauer Anschluss an die Nationalstrasse vorgesehen. (Bild: ker)

APPENZELLERLAND. Das gestrige Ja zum Fonds für den Strassen- und Agglomerationsverkehr NAF bedeutet, dass künftig für den Bau und Unterhalt von Nationalstrassen 650 Millionen Franken mehr zur Verfügung stehen. Das Ja bedeutet aber auch, dass der Bund im Rahmen des Netzbeschlusses 400 Kilometer Kantonsstrassen übernimmt. Das Appenzellerland könnte davon profitieren, weil der sistierte Autobahnzubringer Herisau nun realisiert werden kann. Eine bessere Anbindung des Appenzellerlandes an das Nationalstrassennetz rückt in Reichweite.

Bund übernimmt Defizite

Für den Leiter des Ausserrhoder Tiefbauamtes, Urban Keller, ist der gestrige Tag ein guter Tag. «Die Annahme des NAF bedeutet, dass der Bund voraussichtlich per 1. Januar 2020 Eigentümer der Strasse von Winkeln bis nach Appenzell wird. Sie wird als N25 zur Nationalstrasse III. Klasse. Das heisst, sie bleibt vorerst eine Gemischtverkehrsstrasse», so Keller. Somit übernehme der Bund auch die bestehenden Defizite der Ortsdurchfahrt von Herisau. Diese sei von häufigen Staus, Lärm und schlechter Luft betroffen. Das bestehende Umfahrungsprojekt mit ein bis zwei Tunneln zur Entlastung der Durchgangsstrasse liege derzeit auf Eis, sagt Keller. «Ohne Mithilfe des Bundes konnten wir es nicht realisieren.» Nichtsdestotrotz habe der Kanton den Ausbau der zukünftigen Bundesachse unterdessen weiter vorangetrieben. So sei der Appenzell Ausserrhoden derzeit daran, die Steblenbachbrücke für fünf Millionen Franken auszubauen. «Wir hoffen, dass aufgrund der Verkehrsengpässe und im Sinne der Gleichbehandlung der Regionen in der Schweiz der Bund nun die Umfahrungslösung realisiert, die wir geplant haben», sagt Keller. «Aber eine Garantie dafür gibt es nicht.»

Lange Geschichte endet gut

Nationalrat David Zuberbühler freut sich ebenfalls über die Annahme des NAF: «Der Autobahnzubringer ist für unseren Kanton eminent wichtig. Damit findet eine über 50jährige Diskussion hoffentlich bald ein gutes Ende.» Zuberbühler hat sich vorsorglich vom Astra, dem Bundesamt für Strassen, einen möglichen Zeitplan für die Realisierung der Umfahrung Herisau ausarbeiten lassen. Dieser sieht vor, dass frühestens 2026, je nach Art und Dauer der ergriffenen Rechtsmittelverfahren auch erst 2030, mit dem Bau begonnen werden kann.

Zuerst muss die NAF-Vorlage indes noch das Differenzbereinigungsverfahren passieren, das voraussichtlich in der Herbstsession der eidgenössischen Räte stattfindet. Anschliessend muss sie, weil es sich um eine Verfassungsänderung handelt, noch vom Schweizervolk angenommen werden.