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Nimmermüde: Mit 73 Jahren tritt Appenzeller Künstlerin einen Atelieraufenthalt in Polen an

In einer kleinen Serie porträtiert unsere Zeitung Menschen, die im Jahr 2018 etwas Besonderes geleistet oder erlebt haben.
Karin Erni

Im Mai dieses Jahres hat die Künstlerin Gret Zellweger ein Artist-in-Residence-Stipendium der Ausserrhodischen Kulturstiftung erhalten. Das bedeutet, dass sie vier bis acht Monate in einem Atelier im Ausland arbeiten kann. «Weil ich ja auch nicht mehr jünger werde, habe ich beschlossen den Aufenthalt gleich im Sommer anzutreten», sagt die 73-Jährige. Den Ort dürfen die Gewinner jeweils selber aussuchen. Eine Grossstadt kam für sie nicht in Frage. «Ich wollte irgendwohin, wo es auch Berge hat.»

Künstlerin Gret Zellweger aus Teufen hat vier Monate in Polen gearbeitet. Bild: Mareycke Frehner

Künstlerin Gret Zellweger aus Teufen hat vier Monate in Polen gearbeitet. Bild: Mareycke Frehner

Auf Vermittlung von Roland Inauen, dem Leiter des Museums Appenzell, konnte sie in Zakopane im südlichen Polen eine Wohnung mit Atelier beziehen. Das Gebäude ist im Besitz der ältesten Kunstakademie Polens, der Jan Matejko Academy of Fine Arts in Krakau. Im Städtchen gibt es auch eine Kunstschule, die A. Kenar Art School, an der Holzbildhauerei, Malerei und Instrumentenbau betrieben wird. Ende Juni machte sich die Teufnerin allein auf die 1200 Kilometer lange Reise. Weil sie alles Arbeitsmaterial von zu Hause mitnehmen musste, fuhr sie mit dem Auto in zwei Tagesetappen nach Zakopane. Das Städtchen mit dem eigenwilligen Baustil gefiel ihr. Überrascht war sie vom Touristenstrom, der sie an die Olma erinnert hat. Auch das Atelier sei superschön gewesen. Das nahe Gebirge, die Hohe Tatra, ist ähnlich hoch wie der Alpstein. Komplett anders als daheim präsentierte sich dagegen das Klima. Während die Schweiz unter der langen Hitzeperiode stöhnte, regnete es in Polen im Juli und August sehr viel. Trotz des schlechten Wetters besuchte sie mit 25 Studenten ein Seminar in Bergmalerei. «Wir logierten in der alten Berghütte Morskie Oko auf 1470 Metern. Die Einrichtung war sehr einfach. Am zweiten Tag schneite es und wir mussten improvisieren. Trotz allem war es aber eine tolle Woche.»

Der Kontakt mit den Einheimischen gestaltete sich nicht einfach, erinnert sich Gret Zellweger. «Kaum jemand sprach Englisch.» Mit der Zeit ergaben sich aber doch einige Kontakte mit einheimischen Kunstschaffenden. An der A. Kenar Art School durfte sie das Appenzellerland und seine Kultur sowie ihre eigenen Werke vorstellen. Eine grosse Hilfe sei ihr die Schwägerin des Schweizer Künstlers Roman Signer gewesen, die in Zakopane lebt. «Sie spricht deutsch und konnte mir viele wertvolle Tipps geben.» Während ihres Aufenthalts habe sie einige Ausflüge und Bergtouren. So standen die Stadt Krakau und verschiedene Museen auf dem Programm. Grossen Eindruck hat ihr der Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz gemacht. «So etwas ist einfach unglaublich.»

Die Ausserrhodische Kulturstiftung wolle noch eine Ausstellung mit ihren Werken organisieren, Ort und Termin stehen noch nicht fest, sagt Gret Zellweger. Am 15. Februar will sie in der Stuhlfabrik in Herisau Bilder von ihrem Aufenthalt zeigen.

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