Petition überreicht
Einst Löschwasserbecken und Schwimmbad: Über 600 Personen wollen historischen Weiher in Heiden retten

Der Weiher Hasenbühl in Heiden ist über 100-jährig. Während er früher als Schwimmbad diente, fristet er derzeit ein tristes Dasein. Eine Petition verlangt nun, dass er zu neuem Leben erweckt wird. Mitglieder der Heidler Lokalgruppe von Pro Natura überreichten am Freitag über 600 Unterschriften.

David Scarano
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Gemeindepräsident Gallus Pfister mit vier Mitgliedern der Heidler Lokalgruppe von Pro Natura: Peter Wüthrich, Lisa Wüthrich-Früh, Ueli Rohner und Doris Gehrig.

Gemeindepräsident Gallus Pfister mit vier Mitgliedern der Heidler Lokalgruppe von Pro Natura: Peter Wüthrich, Lisa Wüthrich-Früh, Ueli Rohner und Doris Gehrig.

Bild: dsc

Vier Mitglieder der kürzlich gegründeten Heidler Pro-Natura-Lokalgruppe machten sich am Freitagvormittag mit einer Kartonbox Richtung Rathaus auf. Darin befanden sich Unterschriftenbögen, die von insgesamt 609 Personen unterzeichnet wurden. Überreicht wurde die Petition schliesslich Gemeindepräsident Gallus Pfister, der sich wie die vier Pro-Natura-Mitglieder erfreut über die stattliche Anzahl an Unterschriften zeigte.

Die Petition verlangt, dass der historische Weiher Hasenbühl zu neuem Leben erweckt werden soll. Derzeit macht er wenig Freude: Die Heidler Lokalgruppe hält fest:

«Seit einigen Jahren erscheint der Weiher in einem erbärmlichen Zustand.»

Wegen des Wasserverlustes ist das Bassin beispielsweise nur etwa hälftig gefüllt. Zudem tummeln sich darin von Unbekannten ausgesetzte, gefrässige Goldfische, die kaum noch andere Wasserlebewesen überleben lassen, sagt Ueli Rohner.

Ein tristes Bild: der Weiher Hasenbühl.

Ein tristes Bild: der Weiher Hasenbühl.

Bild: PD

Das desolat erscheinende Bassin ist in der Gemeinde schon seit längerem ein Thema. Laut Gallus Pfister gab es für den Gemeinderat bislang drei Lösungsvarianten: Ersetzen, Aufwerten oder Aufheben. Von Lösung 1, also die geplante Verlegung des Gewässers auf die andere Seite der Hasenbühlstrasse hat sich der Gemeinderat aber verabschieden müssen. Wie der Gemeindepräsident sagt, lasse sich das Projekt auf der vorgesehenen Parzelle nicht realisieren.

1918 gebaut, bis 1948 als Schwimmbad genutzt

Der Weiher Hasenbühl ist über 100-jährig. Gemäss einem Bericht von Lokalhistoriker Peter Eggenberger wurde er 1918 zur Verbesserung der Badesituation erstellt. Das Bassin diente als Löschwasserreserve bei Brandfällen und bis 1948 als Schwimmbad.

Auf diese kulturhistorische Bedeutung sowie auf den Wunsch vieler Heidlerinnen und Heidler nach einem naturnahen Begegnungsort führt Lisa Wüthrich-Früh von Pro Natura den grossen Zuspruch für die Petition zurück. «Wir haben Unterstützer aus allen Gesellschaftsschichten», sagt sie. Die über 600 Unterschriften seien innerhalb nur eines Monats zusammengekommen.

Gallus Pfister versprach bei der Entgegennahme der Unterschriften, dass sich der Gemeinderat bis Ende Monat mit der Bittschrift auseinandersetzen werde. Die Bevölkerung werde zur Mitwirkung eingeladen.

Die Pro-Natura-Lokalgruppe Heiden-Natur führt am Samstag, 11. September, eine Baumbesichtigung unter dem Titel «Unsere alten Bäume – neu sehen» durch. Treffpunkt ist um 14 Uhr beim Dunant-Park. Geleitet wird der Anlass von Walter Wipfli. Er ist ein Experte in der visuellen Beurteilung von Bäumen.

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