Appenzeller U17 peilt Titel an

Die U17-Handballer des TV Appenzell spielen eine starke Saison. In der Qualifikationsrunde im vergangenen Herbst blieben sie ungeschlagen, in der Finalrunde belegen sie Platz zwei.

Roman Hertler
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Alfred Manser trainiert die erfolgreichen U17-Junioren des TV Appenzell. (Bild: pd)

Alfred Manser trainiert die erfolgreichen U17-Junioren des TV Appenzell. (Bild: pd)

HANDBALL. Ein wahrer Krimi spielte sich am Samstag im zürcherischen Stammheim ab. Die U17-Junioren des TV Appenzell traten auswärts gegen den HC Stammheim an. Trotz Überlegenheit auf dem Papier gelang es den Innerrhodern unter Trainer Alfred Manser nur mit Mühe, das Spiel mit 29:26 für sich zu entscheiden.

Einen 3:8-Rückstand verkleinerten sie bis zur Pause auf 12:13. Nach dem Seitenwechsel fand der TVA immer besser ins Spiel, doch geriet die Verteidigung jeweils stark unter Druck, wenn Stammheim mit zwei Kreisspielern angriff. Eine Viertelstunde vor Abpfiff stand es 19:15 für Appenzell, nicht zuletzt, weil der Appenzeller Torwart viele Bälle hielt. Nach einem Timeout stellten die Gegner ihre Verteidigung um, der Appenzeller Angriff kam ins Stocken. Viele schwache Abschlüsse aus teilweise unmöglichen Positionen landeten in den Händen des Stammheimer Goalies. Fünf Minuten vor Schluss glich Stammheim zum 25:25 aus. Doch die Appenzeller Junioren bewiesen in der Schlussphase Kampfmoral und Teamgeist. Nach dem Stammheimer Führungstreffer gelang es dem TVA, die Partie zu drehen und mit 29:26 zu siegen.

Ungeschlagen in die Finalrunde

«Man merkt halt schon, dass wir Appenzeller sind», sagt Trainer Alfred Manser. Er spricht damit den durchschnittlich kleineren Körperbau seiner Spieler an. «Das verschafft uns manchmal Nachteile, die wir aber mit starkem Willen und technischem Können mehr als wettmachen.»

Wie stark die U17-Handballer aus Appenzell sind, zeigt sich anhand der Tabelle. Die Spiele im Herbst in der Quali-Runde gewannen die Innerrhoder allesamt und teilweise mit grossem Vorsprung. Den HC Buchs-Vaduz besiegten sie auswärts mit 51:18. Auch die Finalrunde, die im Januar startete, läuft wunschgemäss. Nur beim erstplazierten TSV Fortitudo Gossau mussten sie sich geschlagen geben. Dass die Appenzeller die beiden letzten Meisterschaftsspiele gegen Flawil und Fides für sich entscheiden und den zweiten Tabellenplatz behaupten können, ist mit Blick auf die Statistiken sehr wahrscheinlich.

Die häufig hohen Siege der U17-Junioren bereiten dem Trainer nicht nur Freude. «Wenn man zu oft zu hoch gewinnt, wissen die Jungs irgendwann nicht mehr, was <beissen> heisst», sagt Alfred Manser. Dass die Mannschaft aber über einen ausgeprägten Kampfgeist verfügt, hat sie vergangenen Samstag gegen Stammheim bewiesen.

Meister oder Cupsieger

Das Junioren-Team, in dem auch sein Sohn mitspielt, trainiert Manser seit der U11-Stufe. «Wenn man mit einer Mannschaft etwas erreichen möchte, reichen zwei Jahre nicht aus», sagt der Coach. In der Saison 2012/13 qualifizierte sich das damalige U15-Team für die Interregio-Klasse und hätte in dieser Saison national spielen können. Aus personeller Knappheit musste die Equipe in ein U17-Team umgewandelt werden.

Im Training setzt Alfred Manser den Schwerpunkt auf eine saubere Wurftechnik, das Zusammenspiel als Mannschaft und die Verteidigung. «Verteidigen ist eine Willenssache», so der Appenzeller. «Da können wir noch besser werden. Denn gegen starke Gegner gewinnt man mit dem Goalie und der Verteidigung.»

Manser spricht aus Erfahrung. 1977 trat der heute 49-Jährige selbst als Handballer in die Juniorenabteilung des TV Appenzell ein. Mitte der 1980er-Jahre sammelte Manser Nati-A-Erfahrungen beim TSV St. Otmar, mit dem er 1985 Schweizer Meister wurde. Später wechselte er zurück zum TVA. Er war dabei, als sie in die 1. Liga aufstiegen. Gerne erinnert er sich an diese Zeiten zurück. «Damals hatten wir bis zu 600 Zuschauer an unseren Heimspielen. Das Vereinsleben war insgesamt ausgeprägter», erzählt Manser.

Heute sei es schwieriger geworden. Der TVA kämpft wie alle Vereine mit Nachwuchsproblemen. «Uns fehlen in zwei Teams je etwa sechs Spieler», sagt Manser. Es ist wohl auch die letzte Saison, die das U17-Team des TVA in dieser Konstellation spielen wird. Einige Spieler haben ihren Rücktritt gegeben, andere planen einen Team-Wechsel. Auch Alfred Manser wird seinen Trainer-Job vorläufig an den Nagel hängen. Das verschafft ihm wieder mehr Zeit für die Familie ausserhalb des Handballs.

Doch noch ist die Saison nicht vorbei. Das Ziel ist klar: «Wir wollen Regiomeister oder Cupsieger werden.» Letzteres könnte bereits am Samstag Realität sein.

Der U17-Regiocup-Final zwischen dem HC Flawil und dem TV Appenzell wird am Samstag, 22. März, um 14 Uhr in der Steig-Halle in Wittenbach ausgetragen.