Es gibt mehr als nur Netflix: Appenzeller Museen während der Coronakrise vom Sofa aus erleben

Zahlreiche Museen haben nebst den Ausstellungen vor Ort auch ein vielfältiges virtuelles Angebot.

Stephanie Häberli
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Das Appenzeller Brauchtumsmuseum Urnäsch hat auf der Webseite einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellung aufgeschaltet.

Das Appenzeller Brauchtumsmuseum Urnäsch hat auf der Webseite einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellung aufgeschaltet.

Bild: PD

Die Museen im Appenzellerland sind seit bald zwei Wochen geschlossen. Doch für Museumsliebhaber gibt es auch von zu Hause aus einiges zu entdecken. Nicht wenige haben ein attraktives Online-Angebot. Im Folgenden findet sich eine Auswahl an Webseiten, die zum Verweilen einladen.

Ausstellungen in digitaler Form

Das Museum Appenzeller Bahnen in Wasserauen stellt im Internet sechs virtuelle Ausstellungen zur Verfügung. «Diese werden jeweils nach Ende der Saison ins Internet gestellt», sagt Willi Müller, Präsident des Museumvereins der Appenzeller Bahnen. Ein vernünftiger Ausbau aufgrund der momentanen Situation stellt sich laut Müller jedoch als schwierig heraus.

Das Museum «Jahrhundert der Zellweger» bietet im Internet ein beinahe gleich grosses Angebot an, als vor Ort. Das Kooperationsprojekt der Gemeinde Trogen und der Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden besteht zum einen aus der gleichnamigen Webseite und zum anderen aus Angeboten in Trogen. Ein Besuch vor Ort ist aber nicht zwingend von Nöten. Die Webseite ist so konzipiert, dass man alleine durch die Inhalte im Internet einen Einblick in die Geschichte der Textilhandelsfamilie Zellweger erhält. Heidi Eisenhut, Leiterin der Kantonsbibliothek sagt:

«Das Appenzellerland liegt in einer Peripherie und sollte auch zu entdecken sein, ohne dass man gleich dorthin reisen muss.»

Das Angebot ist vielseitig: «Auf der Webseite befinden sich vier Hörrundgänge. Diese kann man auf dem Computer oder dem Smartphone anhören. Der Stammbaum der Familie kann als Unterstützung dienen, um den Überblick zu behalten», so Eisenhut. Weiter können die Menschen und die Häuser studiert werden. Auch ein Kurzfilm auf YouTube zum Thema sei Teil des Programms. Zudem stünden für eine vertiefende Lektüre Bücher, Aufsätze und Manuskripte zur Verfügung. Ein digitaler Ausbau ist laut Eisenhut in nächster Zeit nicht ausgeschlossen: «Auf der Seite fehlen noch die PDF- Texte der Hörrundgänge für jene Personen, die lieber lesen als zuhören. Weiter haben wir mittlerweile neue Erkenntnisse zu den Personen der Zellwegerfamilie. Auch hier wäre ein virtueller Ausbau an der Zeit.» Ein Zusammenhang zwischen der Erweiterung der Webseite und der Coronakrise bestehe allerdings nicht.

Ausbau des Angebots wegen Coronakrise

Isabelle Chappuis, der Museumskoordinatorin von Appenzell Ausserrhoden, liegt es am Herzen, das Online-Angebot in dieser aussergewöhnlichen Situation zu vergrössern:

«Ich habe, ein Quiz, das wir auf einer Tourismusmesse angeboten haben, digitalisiert.»

Das Quiz stehe seit kurzem auf der Webseite «Museen im Appenzellerland» zur Verfügung. Zudem sei sie dabei, eine Facebook-Seite unter dem Motto «Museen geschlossen aber nicht untätig» zu eröffnen. Damit wolle sie zeigen, dass hinter den Museumskulissen auch weitergearbeitet wird, wenn kein Publikum empfangen werden kann.

Weiter stellen auch das Appenzeller Brauchtumsmuseum in Urnäsch, das Zeughaus Teufen und das Museum Heiden auf ihrer Webseite jeweils einen virtuellen Rundgang zur Verfügung. Diese ermöglichen den Besuchern, sich von zu Hause aus durch die Ausstellungen zu klicken. Alle drei Webseiten bieten auch ein Archiv. In diesen geben Fotos einen Einblick in das Museumsgeschehen. Teils stehen auch Downloads mit Informationen zu vergangenen Ausstellungen zur Verfügung.