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Appenzeller lassen Finnen hinter sich

Die Appenzeller agierten an den Olympischen Spielen erfolgreich. Mit Gold, zweimal Silber und Bronze klassieren sie sich im Medaillenspiegel vor Finnland oder Grossbritannien. Eine Übersicht mit Augenzwinkern.
Bruno Eisenhut
Zeigt man bei der geografischen Grenze ein bisschen Kulanz, hatten die Appenzeller viel zu jubeln. (Bild: AP Foto/Patrick Semansky)

Zeigt man bei der geografischen Grenze ein bisschen Kulanz, hatten die Appenzeller viel zu jubeln. (Bild: AP Foto/Patrick Semansky)

Geht es um die Resultatanalyse der Appenzellerinnen oder Appenzeller an den Olympischen Spielen, so darf «die Fünf auch einmal grade belassen» werden. Auch auf die weibliche Form darf für einmal bewusst verzichtet werden, da bei der jüngsten Olympia-Austragung ausnahmslos Männer mit Appenzeller Herkunft mit von der Partie waren.

Überstrahlt wird die Bilanz der Appenzeller selbstredend von Marc Bischofbergers Silbermedaille im Skicross. Der Oberegger schaffte mit seinem Husarenritt über die hügelige Skipiste den Eintrag in die Geschichtsbücher des äusseren Landesteils - und wahrscheinlich auch in diejenigen von ganz Appenzell Innerrhoden. Nach der Feier zu Ehren des Ständeratspräsidenten Ivo Bischofberger im Dezember 2015 sorgte ein anderer Bischofberger dafür, dass Oberegg schon wieder ein rauschendes Fest feiern konnte. Ob diesem Freudentaumel verzeihen die Obereggerinnen und Oberegger dem Einheimischen, dass er seinen Wohnsitz ins Rheintal verlegt hat.

Gar mit Gold wurde ein anderer Appenzeller ausgezeichnet. Zugegeben, Snowboarder Nevin Galmarini wohnt zwar seit vielen Jahren im Engadin,verbrachte aber seine Jugend bis zum 13. Lebensjahr in Herisau. Dem Vernehmen nach soll Galmarini während dieser Zeit das Sieger-Gen implementiert bekommen haben. Egal ob Engadin oder Herisau, wir freuen uns an Galmarinis Goldmedaille. Eine Empfangsfeier à la Oberegg dürfte es in Herisau aber dennoch nicht geben.

Ohne Medaille, aber mit der Gewissheit statistisch der beste Eishockeygoalie der Spiele gewesen zu sein, musste Jonas Hiller heimreisen. Der langjährige NHL-Goalie ist in Urnäsch aufgewachsen und im SC Herisau gross geworden. Die 1:5-Startklatsche gegen Kanada verfolgte Hiller noch als Ersatztorhüter, ehe für die Schweiz bis zum Ausscheiden im Viertelfinale zwischen den Pfosten stand. Sechsmal musste sich der gebürtige Urnäscher am Olympischen Eishockeyturnier bezwingen lassen. Hiller schloss das Turnier mit einer Fangquote von 95,6 Punkten ab.

Lettland und Südkorea zu Medaillen verholfen

Der Schweizer Bobverband leistete es sich, auf Beat Hefti, den (nachträglichen) Olympiasieger 2014 im 2er-Bob zu verzichten. Es grenzt an Mutmassungen, ob sich Hefti bei den Bobwettbewerben besser hätte ins Szene setzen können als dies die nominierten Schweizer taten. Insbesondere im 2er-Bob ist man aber verlockt zu sagen, dass er noch weiter hinten nicht hätte klassiert sein können. Der inzwischen zu Rico Peters gewechselte Erfolgsanschieber Alex Baumann aus Stein gehörte zwar zum diesjährigen Olympiateam von Peter dazu, er wurde jedoch weder im 2er- noch im 4er-Bob eingesetzt.

Wesentlich erfolgreicher als die Schweizer Bobfahrer waren die Bob-Mechaniker mit Appenzeller Wurzeln. Fabio Schiess, dessen Vater Hansueli ein Herisauer ist, schliff die Kufen der Südkoreaner derart gut, dass es den Gastgebern im 4er-Bob zu Silber reichte. Somit steht einer familieninternen Medaillenfeier nichts mehr im Wege. Vater Hansueli Schiess jubelte als Mechaniker des Lettischen Team schon beim 2er-Wettbewerb über die Bronzemedaille «seines» Teams.

Drückt man das eine oder andere Auge zu, resultieren für die Appenzeller vier Medaillen. Eine goldene im Snowboard, Silber im Skicross und im 4er-Bob und Bronze im 2er-Bob. Auf dem Medaillenspiegel finden sich die «Appenzeller» auf dem 17. Rang ein – unmittelbar hinter China. Weit weniger vorzuweisen hat unter anderem die Langlauf- und Eishockeynation Finnland, Grossbritannien oder – liebe Nachbarn, ihr werdet es verzeihen – Liechtenstein. Ab all dem Jubel, ein Wermutstropfen bleibt: Hätte der Schweizerische Bobverband auf die Routine statt auf die Jugend gesetzt und wären auch Appenzeller Frauen mit von der Partie gewesen, wäre das Appenzellerland im Medaillenspiegel vielleicht noch weiter vorne anzutreffen.

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