Appenzeller Kultursommer
Brücken bauen wie Leonardo Da Vinci: Kinder werden im Zeughaus Teufen zu Baumeistern

Im Rahmen des Appenzeller Kultursommers bieten verschiedene Ausserrhoder Museen ein Programm für Familien. Spielerisch werden die Themen der Museen vermittelt. Ein Augenschein am Sonntagnachmittag im Zeughaus Teufen zeigt, zum Bau einer Brücke braucht es keine Nägel.

Mea McGhee
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Für den Bau der Da-Vinci-Brücke braucht es möglichst viele Hände.

Für den Bau der Da-Vinci-Brücke braucht es möglichst viele Hände.

Bild: Nevin McGhee

Zahlreiche dünne Holzlatten für den Bau einer Da-Vinci-Brücke liegen im Zeughaus Teufen bereit. Vorerst bleiben sie an diesem Sonntagnachmittag aber unberührt, auch wenn es dem Anschein nach perfektes Wetter für einen Museumsbesuch ist. Draussen entlädt sich ein Gewitter, drinnen wartet Helen Prates de Matos auf Besucherinnen und Besucher.

Für kleine und grosse Entdecker gibt es dieses Jahr den ­Appenzeller Kultursommer Familie. Verschiedene Ausserrhoder Museen laden Familien zu speziellen Programmen ein. So auch das Zeughaus in Teufen. «Gemeinsam eine Brücke bauen», heisst das Angebot. Während dreier Stunden können sich Kinder von sechs bis zehn Jahren als Konstrukteure versuchen.

Eine Brücke ohne Nägel

Als Vorbild dienen aber nicht die bekannten Appenzeller Holzbaumeister aus der Grubenmanndynastie, sondern Leonardo da Vinci. Das Gewitter hat sich verzogen, Stimmen im Treppenhaus künden Gäste an. Die vierköpfige Familie Fritsche aus Herisau möchte sich als Brückenbauer versuchen. «Wir bauen eine Holzbrücke ohne einen Nagel», erklärt Helen Prates de Matos. Es ist der Mitarbeiterin des Museums im Zeughaus Teufen ein Anliegen, dass den Besuchern die Inhalte auf verschiedene Weise vermittelt werden. Im Raum unter dem Dachgebälk liegen Kapplaklötze bereit, aus denen weitere Bauwerke entstehen können.

Auch mit Kapplaklötzen kann eine Brücke gebaut werden.

Auch mit Kapplaklötzen kann eine Brücke gebaut werden.

Bild: Mea McGhee

Für die Da-Vinci-Brücke brauche es möglichst viele Hände, welche die Konstruktion während des Fortschreitens des Baus in kritischen Phasen stützen können. Das Projekt Brückenbau eigne sich daher für Schulklassen oder Gruppen, so Helen Prates de Matos. Der Vater studiert den Bauplan der Brücke und erklärt seinen Töchtern Marina (6 Jahre) und Julia (4 Jahre), wie sie die ersten Holzlatten auslegen sollen. «Hier oben durch, dort unten, wie beim Weben», gibt die Mitarbeiterin des Museums einen Tipp.

Die Mädchen gehen unter der Brücke durch

Der Brückenbogen wölbt sich immer höher «Wer läuft am Schluss über die Brücke?», fragt die Mutter. «Die Leichteste», sind sich alle einig. Die Latten richtig zu verweben ist ganz schön knifflig. Und je mehr Latten verbaut sind, desto höher und weiter wölbt sich der Bogen. Acht Querlatten zählt das imposante Bauwerk am Ende. Die beiden Mädchen können unter dem Brückenbogen durchschreiten, ohne die Köpfe einziehen zu müssen. Das gut drei Meter lange Holzkonstrukt ist erstaunlich stabil. Der Versuch, weitere Holzlatten einzubauen, bringt die Brücke aber ins Wanken ­– und letztlich zum Einsturz.

Am Sonntag, 8. August, haben Familien erneut die Möglichkeit, sich im Zeughaus Teufen als Brückenbauer zu versuchen.

Weitere Informationen unter www.museen-im-appenzellerland.ch/veranstaltungen/kultursommer

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