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Hundehaltungs-Kontrollen aus dem Ruder gelaufen: Appenzeller Kantonstierarzt wegen Amtsmissbrauch und Körperverletzung angezeigt

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden setzt einen ausserordentlichen Staatsanwalt ein. Grund dafür sind Strafanzeigen gegen den Leiter des Veterinäramtes. Es geht um Amtsmissbrauch, Tätlichkeiten und Sachbeschädigungen.
Jesko Calderara
Unter anderem haben zwei Hundehalterinnen Anzeige erstattet gegen den Kantonstierarzt. (TAGBLATT/Benjamin Manser)

Unter anderem haben zwei Hundehalterinnen Anzeige erstattet gegen den Kantonstierarzt. (TAGBLATT/Benjamin Manser)

Nach dem Fall Hefenhofen steht erneut ein Leiter eines Veterinäramtes in der Kritik. Gegen den Appenzeller Kantonstierarzt Sascha Quaile und die Kantonspolizei sind mehrere Strafanzeigen eingereicht worden. Grund dafür sind Kontrollen des Veterinäramtes. Weil sich die Tierhalter und ein Tierarzt diesen entziehen wollten, wurden sie ebenfalls angezeigt. Dies gab der Kanton am Montag in einer Medienmitteilung bekannt.

Sascha Quaile leitet das Veterinäramt der beiden Appenzeller Kantone.

Sascha Quaile leitet das Veterinäramt der beiden Appenzeller Kantone.

Damit nicht dieselbe Staatsanwaltschaft die gegenseitigen Strafanzeigen untersuchen muss, wird mit Andreas Eigenmann ein Externer die Untersuchungen gegen die Angestellten der kantonalen Verwaltung übernehmen. Eigenmann arbeitet bei der Staatsanwaltschaft St.Gallen. Regierungsrat Paul Signer, Vorsteher des Departements Inneres und Sicherheit, hat dieser Lösung zugestimmt.

Unangemeldete Kontrollen führten zu Rangeleien

Was dem Kantonstierarzt genau vorgeworfen wird, zeigt ein Schreiben des Leitenden Ausserrhoder Staatsanwaltes Bruno Werlen, welches dieser Zeitung vorliegt. Demnach soll die Inspektion der tierärztlichen Praxisapotheke einer Kleintierklinik aus dem Ruder gelaufen sein. Der involvierte Tierarzt beschuldigt Quaile der einfachen Körperverletzung sowie des Hausfriedensbruchs. Gemäss eines Arztberichts soll der Tierarzt nach dem Vorfall mehrere Hämatome aufgewiesen haben.

Gegen den Kantonstierarzt Anzeige erstattet hat auch eine Hundehalterin aus Herisau. Dort soll es im November des vergangenen Jahres bei einer unangemeldeten Kontrolle zu einer Auseinandersetzung beziehungsweise Rangelei gekommen sein. Die Vorwürfe gegen Quaile: Amtsmissbrauch, Tätlichkeiten und Sachbeschädigungen.

Hundezüchterin startete Petition

Bereits 2017 hatte eine Hundehalterin aus Wolfhalden Quailes Amtsführung in der «Ostschweiz am Sonntag» scharf kritisiert. Weil sie mit der Art und Weise seiner Kontrolltätigkeit nicht einverstanden war, bezichtigte die Frau auf Plakaten, die sie bei ihrer Liegenschaft aufhängte, Quaile des Amtsmissbrauchs. Zudem hat die Hundezüchterin eine Petition gestartet. Deren Ziel ist die Amtsenthebung des Kantonstierarztes, der für beide Appenzeller Kantone zuständig ist. Ihr Anwalt hat abgesehen davon bei der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige eingereicht.

Der letzte Vorfall bei der Hundehalterin ereignete sich im Januar. Weil ihnen der Zutritt verwehrt wurde, sollen Quaile sowie die ihn begleitenden Polizisten über einen Zaun geklettert sein, um so auf das Grundstück zu gelangen. In zwei der erwähnten Fälle laufen Untersuchungen wegen Widerhandlungen gegen die Tierschutz- und Tierseuchengesetzgebung.

Hofräumung sorgte für Schlagzeilen

Unter den Vorkommnissen, welche Gegenstand der Strafanzeigen sind, ist auch die Räumung eines Bauernhofs in Wolfhalden am 1. September 2017. Damals liess das Veterinäramt 52 Schafe, acht Ziegen und gegen 200 Hühner abtransportieren. Mit der Räumung sollte ein Tierhalteverbot durchgesetzt werden, nachdem der Tierhalter dies mit juristischen Mitteln jahrelang hatte verhindern können.

In der Folge erhob der Anwalt des Landwirts schwere Vorwürfe gegen Quaile. Dieser sei für massive Rechtsverletzungen bei der Durchsetzung des Tierhalteverbots verantwortlich. Auch habe Quaile Protokolle nachträglich abgeändert. Der Appenzeller Kantonstierarzt wehrte sich gegen diese Anschuldigungen. Über Jahre hinweg seien bei Kontrollen auf dem Hof Missstände festgestellt worden.

Aufgrund des laufenden Verfahrens will sich Quaile zu den neusten Vorwürfen nicht äussern.

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