Prächtige Kulisse für Bless und Co.am Appenzeller Kantonalschwingfest

Auf vier Sägemehlringen kämpfen am Sonntag in Stein die Schwinger um den Kranz am Appenzeller Kantonalen. Schulkinder verkaufen ihre selbstgemachte Schwingerzeitung, und ein Sponsor lässt die Öffentlichkeit in Schwingerhosen posieren.

Lukas Pfiffner
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Eine schmucke Arena und eine schöne Kulisse bilden am Sonntag den Rahmen für das Appenzeller Kantonalschwingfest in Stein. (Bilder: Lukas Pfiffner)

Eine schmucke Arena und eine schöne Kulisse bilden am Sonntag den Rahmen für das Appenzeller Kantonalschwingfest in Stein. (Bilder: Lukas Pfiffner)

Das Mehrzweckgebäude in Stein macht seinem Namen alle Ehre. Zwischen einem Klavier und einer Deponie von Barren machen einige Schwinger Mittagspause. In der Sporthalle wird den Bankettgästen Hackbraten mit «kräftigem Jus» serviert. Schliesslich ist Schwingen eine äusserst athletische Sportart.

Alex geniesst viel Aufmerksamkeit

In einem weiteren Raum sind die Gaben ausgestellt, nebst Treicheln, Bohrmaschinen, Lebensmitteln und Gutscheinen nebst anderem auch Alpinskis. Einen separaten Platz im Freien beansprucht ein bald Zweijähriger, nämlich der Stier Alex. Ihm und den anderen Lebendpreisen kommt einige Aufmerksamkeit zu.

Mini-Sägemehlring für Gross und Klein

Daneben tönt es: «Hebe, hebe! Jawohl, jetzt chasch zieh! Nei, mer müend nomol, de Chopf isch zum Bild use...» Die Szene spielt nicht etwa in der Schwingarena, sondern im Zeltdörfchen der Sponsoren. Dort können sich in einem Mini-Sägemehlring Gross und Klein in Schwingerkleidern fotografieren lassen. Flyer mit dem Titel «Gott legt dich nicht auf den Rücken» werden verteilt und werben für christliche Schriften. Ein Aussteller wirbt für Storen unter anderem mit dem Slogan: «Schützt vor Wetter, Sonne und Zuschauern.» Letztere kommen reichlich auf den Platz hinter dem Mehrzweckgebäude, der für das Appenzeller Kantonalschwingfest in ein schmuckes Kleinstadion verwandelt worden ist.

Der Speaker sitzt im Kindergarten

Der Kantonale Nachwuchsschwingertag vom Samstag ist gegen Schluss von starken Niederschlägen begleitet worden, der Sonntag bleibt bis kurz vor dem Schlussgang trocken. Als am Mittag der vierte Gang ansteht, liegt der Gaiser Raphael Zwyssig in Führung. Das Personalbüro, das Einteilungsbüro und die Sanität sind im Kindergarten untergebracht; der Speaker hat dort zuoberst an einem Fenster eine hervorragende Sicht auf die Sägemehlringe.

Der Einheimische wird an die Arbeit gerufen

Der Einheimische Michael Bless stimmt sich mit Musik auf den nächsten Gang ein.

Der Einheimische Michael Bless stimmt sich mit Musik auf den nächsten Gang ein.

Über Lautsprecher wird «Bless, Michael» an die Arbeit befohlen. Genau in dem Moment, als der aus Stein stammende Athlet den nächsten Kampf aufnimmt, beginnen das Alphorntrio aus Egnach sowie die Fahnenschwinger Franz und Franz ihre Vorführungen im Rund. Ein paar Asiaten werden am Eingang über die Grundidee des Schwingens informiert. Und einer der Getränkeverkäufer erklärt einem deutschen Paar auf der Tribüne, dass «Kafi Lutz» ein Kaffee mit Schnaps sei.

«Letzte Chance» für Käufer und Schwinger

Alphornklänge begleiten Schwinger und Zuschauer durch den Nachmittag.

Alphornklänge begleiten Schwinger und Zuschauer durch den Nachmittag.

Steiner Primarschüler der 2. und der 5. Klasse verkaufen ihre «Schwingerzeitung» für zwei Franken. 600 Exemplare seien gedruckt worden, erzählen sie. Schwingfeste seien friedliche Feste, ist auf Seite drei zu lesen. Flaschenwürfe oder das Auspfeifen von Kampfrichtern und Schwingern seien an einer solchen Veranstaltung verpönt. Ebenso das Essen von Kaviar und das Abreisen vor dem Schlussgang. Die Kinder rufen:«Wir verkaufen nur noch heute. Letzte Chance!» Gleiches gilt bald einmal für den einen oder anderen Schwinger. Der sportliche Teil des Festes kommt seinem Höhepunkt entgegen. Im Zelt mit der Festwirtschaft sitzen nur noch wenige Personen.

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