Schwingen
Appenzeller bleiben auf dem Weissenstein chancenlos

Mit dem Weissenstein Schwinget wurde am vergangenen Samstag bereits das dritte Bergkranzfest durchgeführt. Das Schwingfest war einerseits geprägt von einer ganztägigen Nebelsuppe, einem Ostschweizer Sensationssieger, dem Comeback von Armon Orlik sowie leider aus Sicht der Appenzeller auch von ausbleibenden Kranzchancen.

Thomas Mock
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Andrin Poltera (rechts) ringte Rigi-Schlussgangteilnehmer Mike Müllestein zwar einen Gestellten ab, für ein Kranzgewinn auf dem Weissenstein reichte dies aber nicht.

Andrin Poltera (rechts) ringte Rigi-Schlussgangteilnehmer Mike Müllestein zwar einen Gestellten ab, für ein Kranzgewinn auf dem Weissenstein reichte dies aber nicht.

Bild: Lorenz Reifler

Ein äusserst starkes Teilnehmerfeld liess bereits vor dem Anschwingen den Schluss zu, dass die Appenzeller über sich hinauswachsen müssen, wenn sie auf dem Solothurner Hausberg im Kampf um die wenigen Kränze im Rennen bleiben wollen. Sowohl Thomas Kuster als auch Andrin Poltera starteten Erfolg versprechend mit einem Sieg in den Wettkampf, mussten aber noch vor der Mittagspause je zwei Niederlagen in Kauf nehmen.

Bei einem nur 90-köpfigen Teilnehmerfeld wird es allerdings auch bei einer Aufholjagd nicht wirklich angenehmer. Dies mussten beide Schwinger anerkennen, wobei sie bereits nach dem fünften Gang keine Möglichkeit mehr zum Kranzgewinn hatten. Poltera zeigte aber insbesondere gegen den Rigi-Schlussgangteilnehmer Mike Müllestein eine wirklich gute Leistung. Der letztendlich gestellte Gang warf ihn aber trotz ansprechendem Ergebnis aus den Kranzrängen.

Für vier war nach dem vierten Gang bereits Schluss

Für Urs Giger waren die möglichen Ambitionen nach der Niederlage im vierten Gang gegen den Zuger Eidgenossen Marcel Bieri schon zu Ende, wobei ihm immerhin sechs Gänge gegönnt waren. Für Reto Koch, Erich Dörig wie auch Patrick Schmid war das Fest bereits nach vier Gängen zu Ende. Dieses Abschneiden dürfte insbesondere für Koch ärgerlich sein, befand er sich mit zwei Saisonkränzen eigentlich in einer sehr guten Verfassung.

Überraschungssieg für Ott – Ehrenplatz für Orlik

Für die rund 20 angetretenen Eidgenossen war schon zu Beginn klar, dass nicht alle kranzgeschmückt nach Hause kehren werden. Mit dem 21-jährigen Toggenburger Damian Ott hat aber wohl kaum jemand gerechnet. Mit seiner offensiven Art rang er zuerst dem Schwyzer Eidgenossen Mike Müllestein eine Punkteteilung ab, ehe er im Nachmittagsprogramm der Reihe nach die Eidgenossen Joel Strebel, Sven Schurtenberger und im von ihm dominierten Schlussgang auch noch Andreas Döbeli auf die gültige Seite drehen konnte. Bemerkenswert war hierbei Otts Bodenarbeit, bei welcher sich die Gegner gleich reihenweise die Zähne ausbissen. Für Ott bedeutete diese Leistung den ersten Kranzfestsieg, den ersten gewonnenen Bergkranz bei seinem insgesamt sechsten Kranzerfolg. Die Ostschweizer zeigten aber auch sonst einen beherzten Wettkampf. Armon Orlik, der nach 23-monatiger Pause in die Sägemehlringe zurückkehrte, sicherte sich hinter Ott den Ehrenplatz. Mit sechs von insgesamt 14 abgegebenen Kränzen wiesen die Ostschweizer auch das stärkste Teamergebnis auf. (tmo)