Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Appenzeller Bahnen tanzen mit Tango in die Zukunft

Die Appenzeller Bahnen modernisieren für 300 Millionen Franken die Infrastruktur. Ein grosser Anteil davon setzt sie für neue Fahrzeuge ein. Gestern konnte der neue «Tango» besichtigt werden.
Patrik Kobler
Modernisierer der Appenzeller Bahnen: Verwaltungsratspräsident Fredy Brunner (l.) und Direktor Thomas Baumgartner.

Modernisierer der Appenzeller Bahnen: Verwaltungsratspräsident Fredy Brunner (l.) und Direktor Thomas Baumgartner.

Das Interesse an der Medienkonferenz der Appenzeller Bahnen in Speicher war gestern morgen unerwartet gross. Es nahmen viel mehr Journalisten teil als für Appenzeller Verhältnisse üblich. Der Grund dafür: Die Journalisten wollten im neuen Zug («Tango») einen Augenschein nehmen.

Ausserdem informierten Verwaltungsratspräsident Fredy Brunner und Direktor Thomas Baumgartner über den aktuellen Stand der Modernisierung der Appenzeller Bahnen. Gut 300 Millionen Franken investiert das Unternehmen in verschiedene Projekte.

Strecke St. Gallen-Teufen ab 3. April unterbrochen

Eines der Projekte ist der 700 Meter lange Ruckhalde-Tunnel. Die Arbeiten befinden sich auf Kurs. Der Rohbau ist bereits abgeschlossen. Jetzt werden die Fahrleitungen montiert, anschliessend werden die Schienen verlegt. Bis im August sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Offizielle Eröffnung ist am 5. und 6. Oktober. Am 7. Oktober wird er in Betrieb genommen.

Dank des Tunnels kann die Zahnradstrecke aufgehoben werden. Die letzte Fahrt via Ruckhalde erfolgt am Ostermontag, 2. April. Abfahrt ist um 21.40 Uhr in St. Gallen. Vom 3. April bis am 6. Oktober ist die Bahnstrecke zwischen St. Gallen und Teufen gesperrt. In dieser Zeit werden eine Brücke, zwei Kreuzungsstellen und drei Haltestellen gebaut. Anstelle von Zügen verkehren Postautos.

Mit Inbetriebnahme der Neubaustrecke in diesem Herbst wird die Modernisierung jedoch nicht abgeschlossen sein. Die Bauarbeiten für die Ortsdurchfahrt Teufen werden voraussichtlich Ende 2021 abgeschlossen sein. Der Zug wird dann wie ein Tram auf der Strasse verkehren. Weiter investieren die Appenzeller Bahnen für den Unterhalt in ein neues Servicezentrum in Appenzell. Die Werkstätten in Herisau und Gais werden aufgehoben. Die Werkstatt in Speicher bleibt für kleinere Unterhaltsarbeiten bestehen.

Appenzeller Bahnen erhalten 15 neue Fahrzeuge

Modernisiert werden auch die Fahrzeuge: Insgesamt 16 neue Züge haben die Appenzeller Bahnen bei der Firma Stadler Rail bestellt; elf für die Linie St. Gallen–Appenzell, fünf für die Strecke Gossau–Appenzell–Wasserrauen. Vergangene Woche ist der erste «Tango» der Trogenerbahn ausgeliefert worden; der erste neue Zug für die Strecke Gossau-Wasserauen wird heute Dienstag in Gossau übergeben. Die restlichen Fahrzeuge werden danach etwa im Drei-Wochen-Rhythmus geliefert. Der «Tango» steht zur Zeit im Depot Speicher und wird ausführlichen Testfahrten unterzogen, bevor er fahrplanmässig eingesetzt wird. Die alten Fahrzeuge werden in den kommenden Wochen sukzessive durch den Tango ersetzt. Sie gelangen künftig in Neuenburg zum Einsatz.

Thomas Baumgartner betonte an der Medienkonferenz, dass es sich bei den neuen Zügen immer noch um eine Eisenbahn und nicht um ein Tram handelt. Der erste Eindruck ist positiv. Sobald die Perronhöhen angepasst sind, erfolgt der Einstieg ebenerdig, es gibt Platz für Velos und Kinderwägen, die Materialien der Sitze sind angenehm, es gibt Bildschirme, auf welchen die Reisende über den Streckenverlauf sowie aktuelle Neuigkeiten informiert werden. Neben gut 130 Sitzplätzen in der 2. Klasse gibt es auch ein Erstklassabteil mit zwölf Sitzplätzen.

Ziel der Modernisierung ist nebst einer Effizienzsteigerung und mehr Sicherheit gemäss Fredy Brunner, «dass die Leute auf die Bahn umsteigen.» An der Medienorientierung wurde aber moniert, dass die Schliessung der Billettschalter dem angestrebten höheren Kundennutzen zuwiderlaufe. Wie der Verwaltungsratspräsident ausführte, lohnt es sich nicht mehr, eine eigene Verkaufsinfrastruktur aufrechtzuerhalten. Immer mehr werde digital erledigt; die Ticket-App erziele hohe Wachstumsraten. Dank Kooperationen – etwa mit den Mercato-Shops – könne weiterhin eine minimale Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.