Appenzeller Bahnen sind im Fahrplan

Die Appenzeller Bahnen präsentieren an der gestrigen 138. Generalversammlung eine positive Rechnung – und verkünden die Schliessung der Hälfte ihrer Bahnübergänge.

Markus Fässler
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Die AB will die Hälfte ihrer 330 Bahnübergänge schliessen. (Bild: Urs Bucher)

Die AB will die Hälfte ihrer 330 Bahnübergänge schliessen. (Bild: Urs Bucher)

St. Gallen. Die Voraussetzungen waren mit der Lokremise in St. Gallen als Durchführungsort wie geschaffen für eine Generalversammlung eines Bahnunternehmens wie den Appenzeller Bahnen. «Als Sinnbild des Eisenbahnverkehrs» bezeichnete Verwaltungsratspräsident Jörg Schoch die Lokalität, in der sich rekordverdächtige 359 Aktionärinnen und Aktionäre versammelten. Sie vertraten 12 654 536 Stimmen.

Bahnübergänge: Hälfte schliesst

Sie bekamen von Jörg Schoch und Direktor Hansjürg Düsel nicht nur Erfreuliches aus Sicht der Appenzeller Bahnen (AB) zu hören. Zum Thema wurden unter anderem die Bahnübergänge. Das Bundesamt für Verkehr hat dem Unternehmen auferlegt, bis Ende 2014 alle 330 Bahnübergänge im AB-Netz sanieren zu müssen. «Müssen, nicht wollen», betonte Jörg Schoch explizit. Infolge des knappen Zeitplans wurde 2010 eine Task Force eingesetzt. 24 Bahnübergänge wurden bereits den Anforderungen angepasst, weitere 30 folgen dieses Jahr. «Das reicht jedoch noch nicht. Wir haben entschieden, die Hälfte der Bahnübergänge zu sanieren, die andere Hälfte wird geschlossen», sagte Hansjürg Düsel.

Positiveres gab es hingegen bei der geplanten Durchmesserlinie Appenzell–St. Gallen–Trogen zu berichten. Zum einen konnten sich die AB mit dem Quartierverein Riethüsli einigen, da die neue Verkehrsführung auf der Riethüsli- anstelle der Teufenerstrasse auf viel Unterstützung stiess. Und zum anderen hat man sich den finanziellen Anteil des Bundes in Höhe von 21 Mio. Franken gesichert. Die gesamten Kosten der Durchmesserlinie belaufen sich auf 90 Mio. Franken, der Bund beteiligt sich daran mit deren 41. Die Inbetriebnahme ist auf 2016 geplant.

Ausserordentliches Ergebnis

Trotz schwierigen Vorzeichen für das abgelaufene Geschäftsjahr infolge einer Beitragskürzung aus öffentlicher Hand von 200 000 Franken, schliessen die Appenzeller Bahnen positiv ab. Der Betriebserfolg beläuft sich auf rund 715 000 Franken, der Jahresgewinn auf 3,17 Mio. Franken. Dieses ausserordentliche Ergebnis kam jedoch nur zustande, da 2 Mio. Franken aus nicht benötigten Rückstellungen für den 2010 vollzogenen Pensionskassenwechsel aufgelöst wurden.

Rechsteiner folgt auf Moser

Neu in den Verwaltungsrat der Appenzeller Bahnen wurde der Innerrhoder Säckelmeister Thomas Rechsteiner gewählt. Er löst den nach vier Jahren zurückgetreten Sepp Moser ab.

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