APPENZELL: Zu wenig Patienten im 2016

Die Fallzahlen am Spital Appenzell blieben letztes Jahr unter den Erwartungen. Heuer sieht es gemäss Frau Statthalter wieder besser aus. Und so wird voller Zuversicht die Planung eines neuen Spitals vorangetrieben.

Roger Fuchs
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Das «Ambulante Versorgungszentrum Plus» anstelle des heutigen Spitals soll in etwa 37 Millionen Franken kosten. (Bild: Roger Fuchs)

Das «Ambulante Versorgungszentrum Plus» anstelle des heutigen Spitals soll in etwa 37 Millionen Franken kosten. (Bild: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch

Mindestens 1100 Fälle im stationären Bereich werden am Spital Appenzell pro Jahr angestrebt. Im laufenden Jahr liegt man gemäss Frau Statthalter Antonia Fässler besser auf Kurs als im letzten Jahr, wo die stationären Fallzahlen mit 934 unter den Erwartungen blieben. Folglich wurde das angestrebte ausgeglichene Finanzergebnis nicht erreicht. Die Erfolgsrechnung 2016 schloss statt mit dem budgetierten Gewinn von 24000 Franken mit einem Verlust von rund 930000 Franken.

Vorlage an Landsgemeinde 2018

Trotz dieses letztjährigen Ergebnisses wird die Planung für ein neues Spital vorangetrieben. «Appenzell braucht ein solches», sagt Antonia Fässler. Und auf die Frage, ob sich das für 1100 Fälle pro Jahr wirklich lohne, ergänzt sie: «Wir haben auch eine Existenzberechtigung, und es darf nicht alles zentralisiert werden.» Die geplante neue Spitalinfrastruktur sei als Investition in die Zukunft gedacht. Ein Spital sei nicht nur aus Gesundheitsüberlegungen wichtig, sondern auch die volkswirtschaftlichen und staatspolitischen Aspekte dürften nicht ausser Acht gelassen werden. Des weiteren weist die Gesundheitsdirektorin darauf hin, dass in Appenzell bei den Planungen nicht von «Spital» die Rede sei, sondern von «Ambulantem Versorgungszentrum Plus». Damit trage man dem Umstand Rechnung, dass der ambulante Bereich klar und deutlich zunehme. Gleichzeitig wolle man als Ergänzung dazu eine Kleinstation führen. Alles in allem gelte es, sich beim Vorhaben auf die Bedürfnisse auszurichten, sagt Antonia Fässler. «Was wir am Schluss anbieten, wollen wir in guter Qualität tun.»

Gestützt auf eine Machbarkeitsstudie rechnet man für die neue Infrastruktur des Versorgungszentrums mit Kosten von rund 37 Millionen Franken. Wie gut diese Zielgrösse eingehalten werden kann, werden die Er­gebnisse des Architekturwettbewerbs zeigen. Diese sollen noch vor den Sommerferien vorliegen. «Anschliessend wird auf die Landsgemeinde 2018 hin die Abstimmungsvorlage für einen Rahmenkredit vorbereitet», so Fässler zum aktuellen Stand der Dinge. Letztlich hoffen sie und der Spitalrat auch, dass eine attraktive Infrastruktur dazu beiträgt, weitere Belegärzte zu gewinnen und die Patientenzahlen nachhaltig zu steigern, wie aus dem dieser Ta­ge publizierten Geschäftsbericht 2016 hervorgeht. Auch die Rückkehr zur 24-Stunden-Notfallstation per Anfang 2017 soll hierzu ihren Beitrag leisten.

Gute Auslastung im «Alpsteeblick»

Als Höhepunkt des vergangenen Jahres erwähnen Antonia Fässler und Spitaldirektor Markus Bittmann die Eröffnung des neuen Alters- und Pflegezentrums «Alp-steeblick». Die Auslastung konnte seither massiv gesteigert werden und so lag im Dezember die Bettenbelegung bei 95 Prozent. 60 Eintritte standen 53 Austritten gegenüber. Beim Bürgerheim lag die durchschnittliche Belegung bei 98,3 Prozent. Es gab zwölf Eintritte und elf Austritte.

Nun also steuert Appenzell auf eine interessante und bestimmt auch emotionale Neubau-Debatte zu. Ob die Idee des Versorgungszentrums als dermassen trendig betrachtet wird, wie der ärztliche Leiter Max Fischer schreibt, werden spätestens die Voten im Grossen Rat zeigen.