APPENZELL: Tourismus-Chef reagiert genervt

Die Innerrhoder Tourismusbranche setzt weiterhin auf Servicequalität. Guido Buob ist überzeugt, dass kein Gastlichkeitsproblem vorliegt.

Andy Lehmann
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Guido Buob: «Wir möchten das hohe Niveau halten.» (Bild: ALE)

Guido Buob: «Wir möchten das hohe Niveau halten.» (Bild: ALE)

Andy Lehmann

andreas.lehmann@appenzellerzeitung.ch

«Wenn wir Probleme haben, ist es der Währung oder dem Wetter geschuldet und nicht der Freundlichkeit», sagt Guido Buob, Geschäftsführer Appenzellerland Tourismus AI. Er nimmt dabei Bezug auf den gestrigen Artikel der Zeitung «20 Minuten». Diese titelte: «Die Innerrhoder sollen nach aussen freundlicher werden». Er sei bereits mehrfach auf den Artikel angesprochen worden, so Buob. 98 Prozent der Rückmeldungen von Touristen sind positiv und loben explizit die Gastfreundschaft. Es ärgert ihn deshalb, wenn man wegen zwei Prozent negativer Kritik in der Presse angeschwärzt wird.

Eine Frage des Unternehmertums

Angesprochen auf die Gastronomie sagt er: «Wir haben oft Saisonniers, die bei uns arbeiten. Wir sind stets dabei, die Leute zu schulen, um ihre Leistungen auch in Bezug auf den freundlichen Umgang zu verbessern. Mit der Aussage des unfreundlichen Personals werden alle abgestraft, die gute Leistungen bringen.» Der Tourismus-Chef bringt auch die Geschichte mit dem «Aescher» zu Wort. Im vergangenen Sommer musste dort für ein zusätzliches Gedeck bezahlt werden. Die Situation mit dem Wasserhaushalt sei problematisch. Dieses muss sparsam verwendet und unter Umständen für teures Geld auf den Berg geschafft werden. «Wenn ich zwei ‹Appenzeller Zeitungen› von heute kaufen möchte, muss ich auch beide bezahlen. Deshalb hat der Aufpreis mit dem Zusatzgedeck auch nichts mit Gastfreundschaft zu tun, sondern mit der betriebseignen Unternehmensphilosophie».

«Die Frage ist nicht wie wir freundlicher werden, sondern wie wir freundlich bleiben. Die Tourismusbranche befindet sich auf einem hohen Level. Ziel ist es, dieses Niveau zu halten oder zu verbessern», sagt Buob. Dass Schweizer Touristen ihre Ferien lieber in Österreich verbringen statt in der Schweiz, habe mit dem Preis und nicht mit der Qualität zu tun, ist Buob überzeugt und fügt an: «Der Preisunterschied zum Ausland ist gross, aber die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sind auch dementsprechend höher.»

Dass der gestrige Artikel für die Innerrhoder Tourismusbranche imageschädigend ist, glaubt Buob indes nicht. Allein schon die vielen positiven Kommentare auf «20 Minuten Online» zu Gunsten der Appenzeller Gastfreundschaft zeigen, dass man mit dem Artikel nicht einverstanden ist. Zum internen Problem würde es erst, wenn es hiesse, ­Appenzellerland Tourismus hätte gesagt, die Appenzeller seien «chnorzig» und unfreundlich.