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APPENZELL: Standeskommission kämpft für Betten

Innerrhoden braucht ein Spital mit stationärer Abteilung, findet die Standeskommission. Zuhanden des Grossen Rats werden die Gründe aufgelistet.
Roger Fuchs
41 Millionen Franken soll das neue Spital Appenzell kosten. (Bild: APZ)

41 Millionen Franken soll das neue Spital Appenzell kosten. (Bild: APZ)

An der Grossratsdebatte im Dezember zeigte sich: Die Integration einer Bettenstation in ein neues Spital ist umstritten. Jetzt legt die Standeskommission in einer Ergänzungsbotschaft nochmals dar, weshalb das heutige Spital durch ein Ambulantes ­Versorgungszentrum Plus – das Plus steht für die Bettenstation – ersetzt werden soll. Ohne Bettenteil würde das Versorgungszentrum kaum kostendeckend und fachlich professionell betrieben werden können, heisst es. Eine solche Konstellation berge ein deutlich höheres unternehmerisches Risiko als bei einem Neubau mit Bettenstation. Auch ­würde gemäss Standeskommission ein AVZ ohne Plus einen grösseren Personalabbau zur Folge haben.

Aus einer Tabelle lässt sich herauslesen, dass im 2017 knapp 4000 Fälle am Spital behandelt wurden. Ein guter Viertel davon (1016 Fälle) waren stationär. Die Standeskommission gibt sich überzeugt, dass eine fehlende Bettenstation auch Auswirkungen auf die Menge der ambulanten Behandlungen hätte. Denn: Im Wissen darum, dass bei Komplikationen keine stationäre Nachbehandlung möglich wäre, würden einige schon von Beginn weg gar nicht erst kommen. Auch eine Abwanderung der Ärzteschaft wird befürchtet, weil sich für sie die Arbeitsattraktivität am Spital Appenzell verringerte. «Der Notfall müsste in seiner heutigen Form aufgegeben werden», ist in der Ergänzungsbotschaft weiter zu lesen. Auch das Bedürfnis vieler Patientinnen und Patienten, in vertrautem Umfeld genesen zu können, wird erwähnt. Ohne Bettenstation fiele dies weg. Alles in allem kommt die Standeskommission zum Schluss: Ohne Bettenstation wäre mit einem dramatischen Einbruch der Fallzahlen zu rechnen.

Auswirkungen auf die Krankenkassenprämien

Überdies ist die Standeskommission den Auswirkungen auf die Krankenkassenprämien nachgegangen. Viele Zusammenhänge sind dabei zu beachten. Insgesamt ist anzunehmen, so die Standeskommission, dass ein Spitalneubau oder ein Verzicht auf einen Spitalneubau in der ­vorgesehenen Grössenordnung wahrscheinlich einen geringen Einfluss auf die Prämienentwicklung haben wird. Faktoren wie beispielsweise der anhaltende Fortschritt in der Medizin, sowie die Altersstruktur und der Wohlstand der Bevölkerung schienen die Prämien stärker zu beeinflussen.

Durchaus ein Prämienanstieg zu erwarten wäre aber, wenn der Kanton dereinst einer benachbarten Prämienregion zu­gewiesen würde. Bislang gäbe es allerdings keine entsprechenden Anzeichen. Doch eine Schliessung des Spitals Appenzell und die damit wegfallende innerkantonale Spitalversorgung könnte eine Diskussion über eine Neuzuordnung befördern, schreibt die Innerrhoder Regierung.

Roger Fuchs

roger.fuchs

@appenzellerzeitung.ch

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