APPENZELL: Schulpräsident macht Lohn publik

Der Schulrat reagiert auf Druck von aussen und legt seine Entschädigungen auf den Tisch. Gleichzeitig bewilligen die Bürger an der Schulgemeinde einen Kredit zur Sanierung des Realschulhauses.

Roger Fuchs
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Schulpräsident Daniel Brülisauer setzt Spekulationen bezüglich der Entschädigungen ein Ende. (Bild: Roger Fuchs)

Schulpräsident Daniel Brülisauer setzt Spekulationen bezüglich der Entschädigungen ein Ende. (Bild: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

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@appenzellerzeitung.ch

Die Entschädigungen des Schulrats von Appenzell hätten sich in eine Richtung entwickelt, die jedem Ehrenamt spotten würden, sagte im vergangenen November Sepp Breitenmoser an der Hauptversammlung des Innerrhoder Gewerbeverbandes. Seither wurde spekuliert. Am Freitag hat der Schulrat an der Schulbürgerversammlung die Karten offengelegt. «Das Pensum des Schulpräsidenten ist gemäss Pflichtenheft mit 50 Prozent definiert», so der amtierende Präsident Daniel Brülisauer. Entschädigt werde er dafür mit einem Bruttolohn von 55 750 Franken. Baupräsident Beat Bigler bekommt brutto 24 000 Franken und Schulkassier Lukas Enzler 18 000 Franken. Diese drei Herren aus dem Schulrat bilden die Bürokommission.

Nicht eingerechnet in diese Löhne sind die Sitzungsgelder. Dass diese nochmals einiges ausmachen, zeigt sich an der Tatsache, dass die Gesamtentschädigung der Bürokommission rund 125 000 Franken beträgt. Vor zwanzig Jahren seien es 65000 Franken gewesen, ist vom Schulpräsidenten zu erfahren. Dies entspreche einer Zunahme von 92 Prozent oder 4,6 Prozent pro Jahr. Auch wenn er im vergangenen Jahr über seine Tätigkeit nicht explizit Buch geführt habe, könne er mit Sicherheit sagen, dass die definierten 50 Prozent nicht gegen unten korrigiert ­werden müssten, so Daniel Brülisauer.

Die Totalentschädigung der übrigen Schulratsmitglieder zeigt im gleichen Zeitraum eine Zunahme von 25 750 Franken auf 46 070 Franken, das ist ein Anstieg von 79 Prozent respektive vier Prozent pro Jahr. Reaktionen seitens der Schulbürgerinnen und -bürger auf diese Ausführungen blieben an der Schulgemeindeversammlung aus.

Realschule Gringel kann saniert werden

Nach Abschluss des halbstündigen Einführungsmonologs, in dem Brülisauer auch das Hallenbad, die Sanierungspläne bei Schulbauten und den Lehrplan 21 aufgegriffen hat, wurde schliesslich die offizielle Traktandenliste angepackt. Mit wenigen Gegenstimmen hiessen die Stimmenden den Baukredit in der Höhe von 9,88 Millionen Franken zur Sanierung des Realschulhauses Gringel gut. Sämtliche Schulratsmitglieder wie auch der Präsident wurden wiedergewählt. Einen Wechsel zu vermelden gibt es bei den Revisoren: Sibylle Züger-Hafner trat wegen Wohnortwechsels aus dem Revisorenteam zurück. Als potenzielle Nachfolger riefen die Anwesenden die Namen Thomas Fuchs und Andreas Mazenauer, wobei Fuchs im ersten Wahlgang obsiegte. Er war an diesem Abend persönlich jedoch nicht anwesend.

Die Jahresrechnung 2016 schloss bei Ausgaben von 14,6 Millionen Franken mit einem Gewinn von 8200 Franken. Diese wurden dem Eigenkapital zugewiesen, welches somit per Ende letzten Jahres knapp 3,1 Millionen Franken betrug. Die Rechnung wie auch der für das kommende Jahr gleich bleibende Steuersatz von 51 Prozent passierten die Hürde der Abstimmung problemlos. Das Budget 2017, über das ­­ die Schulgemeinde nicht sepa-­ rat zu befinden hat, geht von einem Defizit in der Höhe von 118 000 Franken aus.

Im Weiteren legte Schulpräsident Daniel Brülisauer ausgehend von einem im letzten Jahr eingereichten Antrag die Überlegungen des Schulrates betreffend Schülertransporte dar.