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APPENZELL: «Schauen wir doch für uns»

Der geplante Spitalneubau in Appenzell löst an einem Infoanlass zahlreiche Fragen aus. Vereinzelt dringt Skepsis am Projekt durch. Für die Standeskommission hingegen ist das Risiko tragbar.
Roger Fuchs
Frau Statthalter Antonia Fässler und Bauherr Ruedi Ulmann wollen das Innerrhoder Volk vom Neubau eines Spitals überzeugen. (Bild: Roger Fuchs)

Frau Statthalter Antonia Fässler und Bauherr Ruedi Ulmann wollen das Innerrhoder Volk vom Neubau eines Spitals überzeugen. (Bild: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch

Ob Spitalgrösse, Spitaldichte, Krankenkassenprämien oder Notfalldienst — die Innerrhoder Bevölkerung beschäftigt vieles beim Gedanken an das geplante Ambulante Versorgungszentrum Plus (AVZ+) anstelle des heutigen Spitals. In der vollen Aula des Gringel stellte sich die Standeskommission am Dienstag zum ersten Mal den Fragen der Öffentlichkeit. An der Landsgemeinde soll dann über den 41-Millionen-Franken-Kredit abgestimmt werden, vorbehältlich dem Grossratsentscheid in der zweiten Lesung am 5. Februar.

Einer der kritischen Votanten fokussierte auf die Spitaldichte in der Ostschweiz. Frau Statthalter Antonia Fässler bestätigte diesen Eindruck, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass die Kliniken nicht nur unterschiedlich gross seien, sondern auch verschiedene Angebote hätten. Der Vorwurf, jeder Kanton würde nur für sich schauen, möge stimmen, doch solange Innerrhoden dermassen tiefe Kostenstrukturen aufweise, habe sie nicht den Eindruck einer Überversorgung. «Wir haben schweizweit die tiefsten Gesundheitskosten und Krankenkassenprämien», so Fässler. Durch den Neubau sei kein grosser Prämieneffekt nach oben zu erwarten. «Deshalb können und dürfen wir uns dieses Projekt leisten.» Ein anderer Kritiker sieht die Standeskommission in einer Sackgasse. Politiker, die sich für eine Spitalschliessung einsetzen würden, begingen politischen Selbstmord. Es sei Aufgabe der Stimmbürger, die Standeskommission aus dieser Sackgasse zu holen und ein Spital zu verhindern, das man gar nicht brauche. Auch sei es doch ein Alarmzeichen, wenn der Gewerbepräsident Albert Manser in seiner Neujahrsbotschaft auffordern müsse, die Leute ins eigene Spital zu schicken. Das liess Manser so nicht stehen: «Es ist nicht mehr als legitim, sich für einen Betrieb einzusetzen.» Rhetorisch fragte er in den Raum, ob denn die Innerrhoder Schuld daran seien, wenn es in anderen Kantonen Überkapazitäten gebe? «Schauen wir doch für uns. Für uns kann die Rechnung aufgehen», so Albert Manser.

Die Bettenstation wird hinterfragt

Zur Sprache kam auch ein Punkt, der bereits in der ersten Lesung des Grossen Rates für Diskussionen sorgte: Neubau mit oder ohne Bettenstation? Ohne solche würden schwergewichtig die Praxen zurückbleiben, sagte Frau Statthalter Antonia Fässler. Das Leistungspaket würde deutlich kleiner. Bauherr Ruedi Ulmann unterstütze die Aussage mit dem Hinweis, dass auch ambulante Eingriffe wegfielen, wenn Ärzte nicht die Sicherheit hätten, dass sie bei Komplikationen Patientinnen oder Patienten eine Nacht vor Ort behalten könnten.

Was das heutige Hauptgebäude des Spitals betrifft, so verweist Ulmann bei einer entsprechenden Frage auf die Absicht, dieses umzubauen und der Kantonspolizei sowie Staatsanwaltschaft zur Verfügung zu stellen. Im Kontext der entsprechenden Raumplanung soll dann erneut die Frage nach einer Tiefgarage auf dem Gelände geprüft werden.

Dass ein Notfalldienst nicht rentieren kann, war von Antonia Fässler zu hören. Dennoch sei ein solcher für ein Spital wichtig. Schliesslich sorgt man sich im Plenum auch um das künftige ärztliche Know-how. Um dieses zu garantieren, würden dort Kooperationen gesucht, wo man sie brauche, antwortete Antonia Fässler. Entsprechende Verträge, die beidseits kündbar seien, bestünden mit dem Kantonsspital St. Gallen. Fusionen mit grösseren Partnern wie dem Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden habe man geprüft. Die Lehre daraus sei aber, dass dies die eigene Freiheit massiv einschränke.

Auch medizinspezifische Fragen kamen aufs Tapet. In der Folge war vom ärztlichen Leiter Joseph Osterwalder zu erfahren, dass ein Schockraum — Behandlungsplatz für Schwerverletzte und Schwerkranke — geplant ist, jedoch multifunktional nutzbar wäre. Man werde aber kein CT oder Röntgen darin haben und von daher hielten sich die Kosten in Grenzen. «Doch ein Spital braucht einen Ort, um Notfälle zu behandeln.»

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