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APPENZELL: Prächtiges Jubiläumskonzert

Beim 20-Jahr-Jubiläum des renommierten Swiss Piano Trios – vom Schweizer Pianisten Martin Lucas Staub 1998 gegründet – wurde das internationale Spitzenensemble in der Kunsthalle Ziegelhütte gefeiert.
Ferdinand Ortner
Das Swiss Piano Trio gastierte schon in mehr als vierzig Ländern. (Bild: PD)

Das Swiss Piano Trio gastierte schon in mehr als vierzig Ländern. (Bild: PD)

Ferdinand Ortner

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Das Schweizer Klaviertrio, das in zwei Jahrzehnten in aller Welt konzertierte, gestaltete den 20. Geburtstag in der Ziegelhütte als eindrucksvolles künstlerisches Event und bot dem Konzertpublikum einen exquisiten Hörgenuss.

Es war begeisternd, wie bravourös das Trio musizierte und die Zuhörerinnen und Zuhörer in seinen Bann zog. Der Pianist Martin Lucas Staub – Intendant der «Appenzeller Konzerte» – die Violinistin Angela Golubeva und der neue Cellist Joel Marosi präsentierten namhafte Werke des Norwegers Edvard Grieg (1843 – 1907), des Schweizers Frank Martin (1890 – 1974) und des Österreichers Franz Schubert (1897 –1928).

Es war eine gute Idee, diese Juwelen der Trio-Literatur, die ein Hauch nordeuropäischer Volksmelodien durchweht, im Konzertprogramm zu vereinen. Solch nuanciert ausgeprägte Kammermusik aus dem breiten Spektrum der Romantik verlangt von den Interpreten ein hohes Mass an Sensibilität, Ausdruckskraft und Spielkultur. Diese Qualitäten bewies das Swiss Piano Trio optimal. Während der Pianist als «Primus inter pares» wichtige Impulse und Akzente setzte, überzeugten auch die Streicher mit expressivem Spiel und rhythmischer Präzision.

Mit Grieg-Sonate Konzert eröffnet

Das Konzert eröffnete das Duo Angela Golubeva und Martin Lucas Staub mit der klassisch-romantischen Sonate für Violine und Klavier in c-Moll von Edvard Grieg. Das engagiert musizierende Künstler-Ehepaar liess die kontrastreichen elegischen Stimmungsbilder und grossen Gefühlswallungen nuancenreich aufleuchten. Angela Golubeva brillierte mit blühendem Geigenton und Feingefühl, und ihr Partner am Klavier bereicherte die subtile musikalische Aussage ideal. Der expressive Kopfsatz war beherrscht vom prägnanten Hauptthema, dramatischen Ausbrüchen und lyrischen Szenen. Auf die melancholische Melodik der «Romanza» folgte ein effektvolles rondoartiges Finale, welches das Duo mit Leidenschaft, Virtuosität und Klangsinn interpretierte.

Im rhythmisch-variablen und komplexen Trio über irische Volkslieder verarbeitete Frank Martin – Zeitgenosse Hindemiths – reichhaltiges irisches Liedgut in eigenständiger spätromantischer Tonsprache zu einem erregenden folkloristisch gefärbten Opus. Dabei schuf er «verrückte» rhythmische Wechselbeziehungen zwischen den vielfarbigen Melodien.

Besonders bemerkenswert waren die Kontrastrhythmen im «Adagio» und die Cello-Soli von Joel Marosi, der sich nahtlos in das Ensemblespiel einfügte und als neues Trio-Mitglied ein erfolgreiches Début feierte. Ein Highlight war auch die schwungvoll gespielte, rhythmisch diffizile Gigue.

Ein mitreissendes Schubert-Klaviertrio

Ein Stimmungsspektrum bis zu leidenschaftlicher Gebärde und erregtem Aufbrausen erlebten wir bei der mitreissenden Aufführung von Franz Schuberts viersätzigem Trio in Es-Dur, op. 100, einem der schönsten Klaviertrios überhaupt. Die melodischen und tänzerischen Motive des vielfarbigen «Allegro»-Kopfsatzes mit dem zarten lyrischen Seitenthema strahlten im Dialog in leuchtenden Farben. Einem schwedischen Volkslied nachempfunden erklang über dem Hauptthema des berührenden 2. Satzes mit dem charakteristischen Rhythmus und dem gedämpften Pathos eines Trauermarsches ein leidenschaftlicher Klagegesang des Cellos, exzellent variiert von Klavier und Violine. Nach dem schroff akzentuierten tänzerischen «Scherzo» prägte das rasante Rondo-Finale eine bunte orchestrale Palette an Melodik und Rhythmik. Stürmischer Beifall und ein gemütlicher Apéro mit den Gästen im Foyer der Ziegelhütte beschlossen den denkwürdigen Konzertabend.

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