APPENZELL: «Platz ist so nicht mehr zu retten»

Der neugestaltete Landsgemeindeplatz schürt Emotionen. Als Reaktion auf eine Glosse von vorgestern lassen einige ihren Gedanken im Internet freien Lauf. Ein Fasnachtsgag ist geboren.

Roger Fuchs
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Ketten für den Landsgemeindeplatz sind bestellt – eine Ankündigung, die für Emotionen und Phantasien sorgt, wie auch diese Bildmontage verdeutlicht. (Bild: Bildmontage: SBU)

Ketten für den Landsgemeindeplatz sind bestellt – eine Ankündigung, die für Emotionen und Phantasien sorgt, wie auch diese Bildmontage verdeutlicht. (Bild: Bildmontage: SBU)

Ein kleiner Satz mit grosser Wirkung: Die Ankündigung im Inner­rhoder Grossrat, dass für den Lands­gemeindeplatz Ketten bestellt worden sind, führt zu Kopfschütteln. Die dazu von der Appen­zeller Zeitung vorgestern publizierte Glosse und die anschliessende Teilung des Beitrags in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Appezöll, wenn…» hat einige Nutzerinnen und Nutzer zu ernsthaften wie auch spöttischen Ergänzungen animiert.

«So wird der Volkswille durch­gesetzt», schreibt Franziska ­Rohner und ergänzt mit einem weinenden Smiley. Dass der Autor etwas ganz falsch verstanden habe, meint Herbert Räss. «Die Ketten sind bestellt worden, um die zwei Herren während der Fasnacht an die Linde zu binden», hält er fest und bezieht sich damit auf den in der Glosse erwähnten Bauherrn sowie den Landes­fähnrich. Richtig fest in die Tasten gegriffen und dabei öffentlich sein dichterisches Talent bewiesen hat Albin Streule: Der Platz ist so nicht mehr zu retten, nicht mit Pfosten, nicht mit Ketten. / Auch Bänkli kommen nicht in Frage, die muss man ­putzen alle 14 Tage. / Nur eine ­Lösung, scheint es mir, würde fruchten jetzt und hier. / Und diese Lösung, jetzt kannst Du raten, kennt der Onkel Donald aus den Staaten. / Die Lösung ist, und zwar auf Dauer, eine lange, dicke, Mauer. / Denken wir doch einmal weltlich, bauen wir sie unentgeltlich. / Denn für alle Pessimisten, zahlen sollen die Touristen!

Ursula Rothen wiederum kommentiert: «Die Parkplätz sind eh nüt Schöns uf dem Platz, vorher viel besser gsi…» Und der Beitrag von Marko Berger lautet: «Die ‹Pfosten› auf dem Landsgemeinde­platz… Isch no passend, wenn me ahluegt, was gmacht hend…» Auch den ehemaligen Hauptmann von Appenzell, Erich Fässler, beschäftigen die Ketten, wie seine heutige «Brosmete» auf Seite 39 beweist. Überdies findet sich die Neugestaltung im Appenzeller Fasnachtsführer: «Verwirrung auf dem Landsgemeindeplatz» heisst das Motto beim Restaurant Engel.

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch