Rechtsstreit beendet
«Wir wollten verhindern, dass sich die Streitereien in die Länge ziehen»: Die mangelhaften Tennisplätze bei der Sportanlage Schaies werden ersetzt

Die drei Tennisplätze bei der Sportanlage Schaies in Appenzell sorgten in den vergangenen eineinhalb Jahren aufgrund von Baumängeln immer wieder für Ärger. Nun werden sie ersetzt. Die Arbeiten schreiten gut voran, sodass der Spielbetrieb voraussichtlich Ende nächster Woche wiederaufgenommen werden kann.

Claudio Weder
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Die Tennisplätze bei der Sportanlage Schaies waren aufgrund von Baumängeln lange Zeit unbespielbar. Das soll sich nun ändern.

Die Tennisplätze bei der Sportanlage Schaies waren aufgrund von Baumängeln lange Zeit unbespielbar. Das soll sich nun ändern.

Bild: Lilli Schreiber (Appenzell, 8. Juni 2021)

Bei der Sportanlage Schaies in Appenzell sind die Bagger aufgefahren. Die drei Tennisplätze, die in der Vergangenheit aufgrund von baulichen Mängeln für Ärger sorgten, werden derzeit neu gebaut. Wenn die Wetterverhältnisse stimmen, kann der Spielbetrieb demnächst wiederaufgenommen werden. Dies teilen die Bezirke des inneren Landesteils in einem gemeinsamen Communiqué mit.

Mit dem Neubau der Tennisplätze geht eine zweijährige Auseinandersetzung zu Ende, welche vor einem Jahr in einen Rechtsstreit mündete. Kurz nach der Eröffnung der Schaies-Anlage im August 2019 kamen gravierende Baumängel auf den Tennisplätzen zum Vorschein, welche den Spielbetrieb verunmöglichten. Beanstandet wurden unter anderem das Ballabsprungverhalten, die Unebenheit der Plätze, Materialausbrüche, die Linierung sowie Hohlstellen unter dem Belag.

Nach einer ersten Sanierung durch die verantwortliche Baufirma lag jedoch immer noch ein «Flickenteppich» vor. Wie die Verantwortlichen der Sportanlage Schaies letztes Jahr gegenüber dieser Zeitung sagten, sei gar «verschlimmbessert» worden.

Ein «Flickenteppich»: Über längere Zeit deuteten farbige Markierungen auf den Plätzen auf Baumängel hin.

Ein «Flickenteppich»: Über längere Zeit deuteten farbige Markierungen auf den Plätzen auf Baumängel hin.

Bild: Claudio Weder (Appenzell, 11. September 2020)

Arbeiten laufen seit Ende Mai

Weil die Baufirma in der Folge auf ihrem Recht auf Nachbesserung beharrte, kam es zu einem Gerichtsverfahren. Im Rahmen dessen wurde ein Gutachten über den Zustand des bestehenden Tennisplatzes eingeholt. Schliesslich haben die Parteien am 21. Mai 2021 einen Vergleich abgeschlossen, der die Auseinandersetzung beendete.

Bruno Huber, Präsident des Lenkungsausschuss Schaies.

Bruno Huber, Präsident des Lenkungsausschuss Schaies.

Bild: PD

Bruno Huber, Präsident des Lenkungsausschusses, sagt:

«Ich bin froh, dass es nun rasch vorwärts geht.»

Nur vier Tage später habe die Bauherrschaft den Auftrag zum Neubau der Tennisplätze an ein anderes Bauunternehmen vergeben. Die Arbeiten laufen seit 28. Mai. Klappt alles nach Plan, rechnet Huber damit, dass die Plätze Ende nächster Woche wieder bespielt werden können.

Jahrelanges Verfahren konnte verhindert werden

Die Vergleichsvereinbarung zwischen den Bezirken als Bauherrschaft und dem Bauunternehmen konnte aussergerichtlich erzielt werden. Über Details kann Huber keine Auskunft geben: «Es ist in solchen Verträgen üblich, dass Stillschweigen über die Details vereinbart wird.»

Die Bezirke hätten damit ein jahrelanges Gerichtsverfahren sowie weitere Jahre, in denen die Tennisplätze brachgelegen wären, vermieden. «Alleine die Beweisaufnahme beim Gericht dauerte vom letzten September bis Ende Mai», sagt Huber. Aus diesem Grund habe der Lenkungsausschuss zwischen der schnellstmöglichen Instandstellung der Tennisplätze und der langwierigen Fortführung der gerichtlichen Auseinandersetzung abgewogen. Huber sagt:

«Wir wollten verhindern, dass sich die Streitereien weiter in die Länge ziehen.»

Finanzieller Schaden bis zu 90'000 Franken

Es gehe dem Lenkungsausschuss in erster Linie darum, dem Tennisclub Appenzell die Plätze zur Verfügung zu stellen. Denn dieser stand während der letzten eineinhalb Jahre ohne Aussenplätze da. Weiter zuzuwarten sei für den Lenkungsausschuss nicht in Frage gekommen. Der Tennisclub habe sich mit einem namhaften Betrag finanziell am Bau der Plätze beteiligt und somit einen berechtigten Anspruch auf die Nutzung.

Eines ist klar: Der Bau der mangelhaften Tennisplätze hat finanzielle Folgen. Gemäss Huber werden die Bezirke nach Abschluss aller Haftungsfragen gegenüber der Öffentlichkeit Rechenschaft darüber ablegen, welche finanziellen Konsequenzen wegen der schadhaft eingebauten Tennisplätze entstanden sind. Nach heutigem Stand wird der Nettobetrag des Schadens für die Bezirke zwischen 70'000 bis 90'000 Franken betragen. Diese Summe liegt innerhalb des Projektkredits, den die Stimmberechtigten aller Bezirke 2016 bewilligt hatten.