APPENZELL: «Moritz» soll wieder glänzen

Im Innenraum der Dorfkirche St. Mauritius besteht Handlungsbedarf. Die Kirchbürger bewilligen folglich einen Rahmenkredit von 3,2 Millionen Franken. Im Kirchenrat gibt es einen Wechsel.

Roger Fuchs
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Die Innerrhoder schauen einem Jahr ohne ihre Dorfkirche in Appenzell entgegen. «Um den Erhalt der Kirche für die Zukunft zu gewährleisten, kann eine Restaurierung kein weiteres Jahr hinausgeschoben werden», sagte Kirchenratspräsidentin Damiana Vicini an der diesjährigen Kirchhöri. Daraufhin bewilligten die Bürgerinnen und Bürger einen Rahmenkredit von 3,2 Millionen Franken zur konservierenden Restaurierung. Diese soll nach der Landsgemeinde 2018 starten und auf Ostern 2019 hin fertig sein. Der «Moritz» wird in dieser Zeit geschlossen bleiben.

Die notwendigen Tätigkeiten gehen von Flickarbeiten bei Altären, Wandbildern und Figuren bis hin zu Erneuerungen bei der Beschallung, beim Licht und der Heizungssteuerung. Grosse Unbekannte ist das Deckengewölbe. Die Bearbeitungstiefen an Verputz und Stuck werden erst bei Sondieröffnungen vollständig erfasst werden können. Folglich sind entsprechende Reserven im Kredit eingerechnet, wie Damiana Vicini festhielt. Zurückhaltend restauriert werden soll auch die Krypta.

Die letztjährige Rechnung schliesst bei Ausgaben von 3,2 Millionen Franken mit einem Gewinn von 28 000 Franken. Für 2017 wird ein Verlust von knapp 49 000 Franken veranschlagt. Rechnung und Budget wurden ebenso gutgeheissen wie der vom Kirchenrat beantragte gleichbleibende Steuerfuss. In den kommenden Jahren ist eine Erhöhung jedoch nicht ausgeschlossen. «Die Renovierungsarbeiten bei der Kirche St. Mauritius belasten die Rechnung ab 2018», sagte Vicini. Einnahmen auf Vorrat wolle man aber nicht machen. Für Kirchenpfleger Marco Döring war es das letzte Mal, dass er die Details zur Rechnung erläuterte. Der im 2013 Gewählte hatte auf die diesjährige Kirchhöri hin seinen Rücktritt eingereicht. Die Nachfolgerin heisst Astrid Fässler. Sie ist 46 Jahre alt und Fachfrau Finanz- und Rechnungswesen. Ihre Wahl erfolgte klar und deutlich.

Im Jahresrückblick informierte die Präsidentin unter anderem über personelle Abgänge und Neuanstellungen. Und sie warb für ein Ja an der Landsgemeinde betreffend der «Initiative zur freiwilligen Einführung des Ausländerstimmrechtes für Kirchgemeinden». Eingereicht haben diese die Pfarrherren Lukas Hidber und Andreas Schenk.

Roger Fuchs

roger.fuchs

@appenzellerzeitung.ch