APPENZELL: Mit «Backnasli» auch ins neue Bad

Im geplanten neuen Hallenbad werden Erwachsene mehr Eintritt zahlen als bisher. Für Kinder bleibt es beim Fünfliber. Auch Fragen zu Kombiabo und Zeitbeschränkung beschäftigen an einem Infoanlass.

Roger Fuchs
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Bauherr Stefan Sutter informiert. Damit die Hallenbadvorlage durchkommt, braucht es vor allem eines: viele erhobene Hände. (Bild: Roger Fuchs)

Bauherr Stefan Sutter informiert. Damit die Hallenbadvorlage durchkommt, braucht es vor allem eines: viele erhobene Hände. (Bild: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

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@appenzellerzeitung.ch

«Dann sehen wir uns hoffentlich an der Landsgemeinde wieder mit erhobener Hand bei der einen oder anderen Variante.» Mit diesen Worten verabschiedete sich Bauherr Stefan Sutter am Mittwochabend von den gut achtzig Anwesenden, die sich aus erster Hand über die Landsgemeindevorlage zum geplanten neuen Hallenbad in Appenzell informieren liessen. Nachdem Sutter noch einmal den politischen Weg und das Raumprogramm der zur Abstimmung stehenden Hallenbadvarianten skizziert hatte, interessierten insbesondere die an­gestellten Berechnungen. Der Rahmenkredit für das Hallenbad mit Basisangebot (Variante A) liegt bei 16,3 Millionen Franken, jener für das Hallenbad mit Basisangebot inklusive Saunabereich (Variante B) bei 20 Millionen. In beiden Fällen kommt eine Bauherrenreserve von je einer Million Franken dazu.

Betriebsdefizit wird aufgeteilt

«Investitionskosten und Abschreibungen sollen vom Kanton getragen werden», so Sutter. Für das Betriebsdefizit gebe es einen Kostenteiler: 45 Prozent der Kanton, 55 Prozent die Schulgemeinden des Inneren Landes. Den Einbezug der Schulgemeinden begründete Sutter mit der Tat­sache, dass diese zu den Hauptnutzerinnen gehören werden. Ausserdem würden die Einwohner von Oberegg vom neuen Hallenbad kaum in gleicher Weise profitieren. Folglich sei es gerecht, wenn die Einwohner des Inneren Landes etwas mehr dazu beitragen würden.

Wie Säckelmeister Thomas Rechsteiner ausführte, wird mit einem jährlichen Betriebsdefizit von knapp 388 000 Franken beim günstigeren Bad A und von gut 372 000 Franken beim teureren Bad B gerechnet. Je attraktiver das Bad, desto eher soll dieses Kundschaft anziehen. Rechnet man allerdings die Abschreibungen mit ein, so sind die Gesamtkosten bei der teureren Variante um 58 000 Franken höher. Die Abschreibungen wurden auf 25 Jahre hinaus gerechnet. Was die Eintrittspreise betrifft, so sollen die ­Kinder weiterhin mit einem «Backnasli» (Fünffrankenstück) ins Bad gelangen. Bei den Erwachsenen ist eine Steigerung um 25 Prozent auf zehn Franken vorgesehen. Der Einzeleintritt in die Sauna würde 24 Franken kosten. «Während man damit auch zum Schwimmbereich zugelassen wird, wäre beim Schwimmeintritt die Sauna nicht automatisch dabei», klärte Rechsteiner nach einer Publikumsfrage. Der Eintritt würde weiterhin zeitlich unlimitiert den ganzen Tag lang gelten. Einer der Anwesenden wollte des Weiteren wissen, wie es mit den Stellenprozenten aussieht. Diesbezüglich kam man aufgrund von detaillierten Stundenberechnungen bei Variante A auf 3,97 Vollzeitstellen, bei Variante B auf 4,71 Vollzeitstellen. Für den künftigen ­Betrieb des Hallenbades soll es einen Leistungsauftrag an den Bezirk Appenzell geben.

Dass der benachbarte Kindergarten nicht anzutasten sei, müsse im Wettbewerbsperimeter definiert werden, konnte Bauherr Stefan Sutter einem weiteren Votanten antworten.

Weiteres Vorgehen bei einem Ja

Stimmt die Landsgemeinde einer der beiden Varianten zu, wird für das entsprechende Hallenbad ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Das Wettbewerbsverfahren dauert voraussichtlich acht Monate. «Gut Ding will Weile haben», so Sutter, nachdem jemand dies als lange Zeitspanne bezeichnete. Zu den weiteren Schritten gehören schliesslich das Quartierplanverfahren und die Ein­holung einer Baubewilligung. Ist alles rechtskräftig, wird die rund zweijährige Bauphase starten. «Bei einem optimalen Verlauf kann das neue Hallenbad im Herbst 2021 eröffnet werden», sagte Stefan Sutter, der an der diesjährigen Landsgemeinde zurücktreten und den weiteren ­Verlauf dieses Geschäfts einem Nachfolger anvertrauen wird.

Morgen, 8 bis 11 Uhr, besteht noch einmal Gelegenheit, das alte Hallenbad zu besichtigen. Zu jeder halben Stunde gibt es eine Führung. Am 5. April, 19.30 Uhr, wird dieses Lands­gemeindegeschäft zudem im Vereinssaal Oberegg vorgestellt.