APPENZELL: Maximal 45000 Franken Rente

Eine Grossrätin monierte an der Session vom Montag, dass kürzlich niemand gegenüber unserer Zeitung Auskunft zu den Ruhegehältern von Standeskommissionsmitgliedern gab. Der Säckelmeister schafft nun Klarheit.

Roger Fuchs
Drucken
Teilen
Säckelmeister Thomas Rechsteiner spricht von einem auf Innerrhoden zugeschnittenen Ruhegehaltsmodell. (Bild: RF)

Säckelmeister Thomas Rechsteiner spricht von einem auf Innerrhoden zugeschnittenen Ruhegehaltsmodell. (Bild: RF)

Roger Fuchs

roger.fuchs

@appenzellerzeitung.ch

«Das Ruhegehalt von einstigen Standeskommissionsmitgliedern ist klar geregelt», sagt Säckelmeister Thomas Rechsteiner. Und man habe nichts zu verbergen. An der Parlamentssession vom Montag kritisierte Gross­rätin Rosalie Manser-Brülisauer, dass sie kürzlich in einem Zeitungsartikel lesen musste, Innerrhoden wolle sich nicht zu dieser Thematik äussern. «Austretenden Mitgliedern der Standeskommission wird eine jährliche Austrittsentschädigung von höchstens der Hälfte der zuletzt bezogenen Entschädigung als Mitglied der Standeskommission ausgerichtet», zitiert Rechsteiner aus der Gesetzgebung. Das macht maximal 45000 Franken Ruhegehalt aus. Der Jahreslohn für das Halbamt eines Standeskommissionsmitglieds liegt bei 90000 Franken.

«Es handelt sich um ein sehr bescheidenes Ruhegehalt», bilanziert Thomas Rechsteiner. Ausserdem hält er fest, dass aus der Standeskommission ausgetretene Mitglieder dieses Geld nicht einfach automatisch bekommen. Es sei dazu ein entsprechender Antrag zu stellen. Und das Ruhegehalt ist an weitere Bedingungen geknüpft: Der Anspruch entsteht frühestens nach acht vollen Amtsjahren und dauert maximal so viele Jahre, wie jemand der Regierung angehört hatte, längstens bis zum Erreichen des AHV-Alters. Überdies muss jemand im Rücktrittsjahr mindestens das 50. Altersjahr erreichen, um überhaupt in den Genuss des Ruhegehalts zu kommen.

Zu guter Letzt ist das Ruhegehalt noch vom Brutto-Erwerbseinkommen nach der Demission abhängig. Sofern dieses zusammen mit der zuvor erwähnten Austrittsentschädigung das Eineinhalbfache der Entschädigung eines Mitgliedes der Standeskommission (135 000 Franken) übersteigt, wird die Austrittsentschädigung um den übersteigenden Beitrag gekürzt.

Diese differenzierte Austarierung zeigt gemäss Thomas Rechsteiner, dass es sich hier um ein explizit auf Innerrhoder Verhältnisse zugeschnittenes Ruhegehaltsmodell handelt.