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APPENZELL: Keine Chance für Vaterschaftsurlaub

Die Betreuung von Neugeborenen bleibt im Kanton Appenzell Innerrhoden Sache der Frauen. Der Grosse Rat hat am Montag einem bezahlten Vaterschaftsurlaub von zehn Tagen eine Abfuhr erteilt. Der Mutterschaftsurlaub wird auf 16 Wochen ausgebaut.
Väter, die beim Kanton Appenzell Innerrhoden arbeiten, kommen nach wie vor nicht in den Genuss eines bezahlten Vaterschaftsurlaubs. (Bild: PETRA OROSZ (KEYSTONE))

Väter, die beim Kanton Appenzell Innerrhoden arbeiten, kommen nach wie vor nicht in den Genuss eines bezahlten Vaterschaftsurlaubs. (Bild: PETRA OROSZ (KEYSTONE))

APPENZELL. Die Personalverordnung der Kantonsangestellten des Kantons Appenzell Innerrhoden stammt aus dem Jahr 1998. Seit dem Erlass wurde sie mehrmals in Teilbereichen revidiert. Am Montag stand eine weitere Teilrevision zur Diskussion.

Grossrat Thomas Mainberger kritisierte die Vorlage und stellte den Antrag auf Nichteintreten. Die von der Standeskommission (Regierung) gesteckten Ziele seien mit der vorgelegten Personalverordnung nicht erreicht worden. "Sie hat bei den Kantonsangestellten für Unmut und Frust gesorgt", sagte Mainberger. Das Gesamtpaket überzeuge nicht und bringe nur bedingt Verbesserungen.

Mehr Ferien
Eine kostenneutrale Umsetzung reiche nicht. Dem Kanton gehe es gut. Man habe eine Verpflichtung gegenüber den Kantonsangestellten, hiess es weiter. Appenzell Innerrhoden müsse konkurrenzfähig bleiben − dies gehe aber nur mit der Möglichkeit zur Teilzeitarbeit. Auch gebe es beim Lohn keine Transparenz.

Die Bestimmungen in der Revision seien zeitgemäss, ausgewogen und vernünftig, sagte Säckelmeister Thomas Rechsteiner. Die Standeskommission sei die Anstellungsbehörde des Kantonspersonals und sie werde im Vollzug den Spielraum ausnützen. Der Grosse Rat trat auf die Vorlage ein.

Zentrale Anpassungen betreffen die Wochenarbeitszeit und die Ferienregelung. Statt vier Wochen gibt es für Mitarbeitende bis zum 50. Altersjahr künftig fünf Wochen Ferien, ältere bekommen sechs Wochen. Im Gegenzug wird die Regelung für die vier Kompensationstage aufgehoben.

Die Wochenarbeitszeit wird nicht − wie ursprünglich angekündigt − von 42,5 auf 42 Stunden reduziert. Beim Kader wird die Wochenarbeitszeit auf 43,5 Stunden angehoben. Mitarbeitende erhalten erst nach zehn Jahren eine Treueprämie.

Kein Vaterschaftsurlaub
Freuen dürfen sich die Mütter. Ihnen wird der Kanton fortan 16 Wochen Mutterschaftsurlaub gewähren. Bislang hielt sich Appenzell Innerrhoden an die Mindestvorgaben des Bundes und gewährte nur 14 Wochen. Grossrätin Ruth Corminboeuf stellte den Antrag, den Vaterschaftsurlaub auf zehn Tage festzulegen. Heute gibt der Kanton seinen Mitarbeitern bei der Geburt eines Kindes lediglich zwei Tage frei. Falls der Vaterschaftsurlaub ausgebaut werde, müsse über den Mutterschaftsurlaub nochmals diskutiert werden, sagte Säckelmeister Thomas Rechsteiner. Der Antrag wurde mit 24 gegen 21 Stimmen und drei Enthaltungen abgelehnt.

Der Grosse Rat stimmte der Revision der Personalverordnung in erster Lesung deutlich zu. (sda)

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